Max Stillger’s WM Tagebuch „Kapstadt oder Limburg ?“

3 Juli 2010 von Max Kommentieren »

Mit den „gefühlten Endspielen“ Brasilien – Holland und Deutschland – Argentinien geht die WM an diesem Wochenende mit den Viertelfinalspielen in die ganz heiße Phase.

Die Situation „heiße Phase“ stellt natürlich gleichzeitig die wenigen Edelfans aus der Region Limburg vor die Frage: „Machen wir runter oder schauen wir uns das Spiel in heimatlichen Gefilden an ?“.

Nachdem sich die Wetterbedingungen hier endlich mal dem Kalender angepasst haben (für Samstag zeigt das i-Phone in Limburg 35° an) fällt es natürlich umso schwerer sich von hier in den südafrikanischen „Winter“ zu verabschieden.

Auf der anderen Seite lockt natürlich der Spielort Kapstadt (neben Sydney die einzige Metropole der südlichen Halbkugel mit mediterranem Flair, wo die Amtssprache Englisch ist) und es wäre sicherlich reizvoll einen deutschen Sieg gegen die Gauchos anschließend in den Kneipen an der Waterfront bzw. im Herzen von Kapstadt in der Long-Street zu feiern.

Ein letzter Blick heute nacht auf die Flugangebote läßt dann das Pendel zugunsten von Limburg ausschlagen. Immer noch 3.000 € für ein Flugticket, was normalerweise für 600 € zu haben ist…da kann die Entscheidung nur lauten: Bei aller Euphorie treten wir zur Seite. Wir sind zwar fußballverrückt, aber nicht geisteskrank !

Verrückt war aber definitiv das, was sich am vergangenen Sonntag in Bloemfontaine beim Achtelfinale zwischen Deutschland und England abgespielt hat.

44 Jahre lang prallen Bälle von der Latte ins Feld zurück oder springen von der Unterkante ins Tor. Und dann wiederholt sich ausgerechnet beim Spiel der damaligen Gegner England und Deutschland die Szene dahingehend, daß der Ball, allen physikalischen Gegebenheiten zum Trotz von der Latte senkrecht Richtung Torlinie abprallt. Im Gegensatz zur WM 1966 sind die technischen Hilfsmittel heute so ausgereift, daß man spätestens in der ersten Wiederholung sehen konnte „Der Ball war klar drin.“

Aber das nutzte den Engländern nichts und die unanfechtbare Tatsachenentscheidung von Schiedsrichter Larionda aus Uruguay lautete „weiterspielen, kein Tor !“ Und genauso wie 1966 (Tor und der Ball war nicht drin) heißt es jetzt in abgewandelter Fom kein Tor, aber jeder – außer dem Schiri – hat gesehen, dass der Ball drin war.

Aber macht nichts, dann sind wir jetzt halt Quitt mit den Engländern und (müßig darüber zu diskutieren) das, was der Ball jetzt „mehr drin war, als er es 1966 nicht war“, waren schlichtweg Zinsen für die vergangen 44 Jahre.

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