Kalibrierter Schwachsinn im Quadrat!

28 Januar 2019 von Max Keine Kommentare »

Der gestrige Spieltag in der Fußball-Bundesliga hat bei mir das Fass zum Überlaufen gebracht. Nachdem ich vor einem Vierteljahr nach einem routinemäßigen Check von meinem Arzt Blutdruck-Tabletten verschrieben bekommen habe und die immer brav jeden Morgen geschluckt habe, waren meine Werte bei einer Nachuntersuchung letzte Woche top.

Leider hat ein arbeitsloser Schiedsrichter namens Marco Fritz aus einem Kellerloch in Köln agierend, meinen Blutdruck dann am Samstag vermutlich auf neue Rekordwerte getrieben.

O.K. – es war sicherlich keine fußballerische Delikatesse, die den 22.000 Zuschauern in Mainz beim Spiel der 05er gegen den „Club“ aus Nürnberg geboten wurde. Und ich bin als „Club-Fan“ natürlich „befangen“. Bis zur 63. Minute habe ich mich auch mehr über den Architekten der Opel-Arena“ geärgert, der es geschafft hat im 21. Jahrhundert ein Stadion zu konzipieren, wo die Hälfte der Zuschauer bei Regen nass wird, obwohl man vier Tribünendächer gebaut hat.

Dann spitzelt der slowakische Spieler (Stürmer zu sagen, wäre deutlich übertrieben – das ist nur ein Schatten seines legendären Landsmannes Marek Mintal) Adam Srelak, den Ball zur 2:1 Führung für den „Club“ über die Linie. Die Mainzer trotteten mit hängenden Köpfen zur Mittellinie und alles sah nach einem überraschenden Lebenszeichen der Nürnberger im Abstiegskampf aus.

Ein noch deutlicheres Lebenszeichen kam dann aus der „Rumpelkammer“ in Köln, dem Wohnsitz der Totengräber des Fußballes. Anscheinend war es dem diensthabenden Herrn Marco Fritz zu kalt oder zu langweilig (keine Ahnung), auf alle Fälle drückte er auf sein Knöpfchen, um nach zwei Minuten (alles rätselte im Stadion „warum pfeift der Schiedsrichter denn nicht wieder an?“) per Videobeweis Einspruch einzulegen und das Tor abzuerkennen.

Maßgeblich waren dann in der Aufklärung zwei KALIBRIERTE Linien, die zwischen den Füßen der Spieler im Standbild hineingemalt wurden!!!

Ehrlich? Ich habe auf diese ganze Scheiße namens „Videobeweis“ keine Lust mehr.

Das ganze Theater um den Videobeweis ist nur noch völlig planlos, willkürlich und am Ende des Tages einfach nur noch lachhaft.

Das geht los bei Handelfmeterentscheidungen:

Hat die Hand die Körperfläche vergrößert? War es eine aktive Bewegung? Wurde sich mit der Hand ein Vorteil verschafft?

Da blickt keiner mehr durch!

Das sind alles keine klaren Regeln und Auslegungsspielraum führt immer zu Diskussionen!

Früher hieß es: Ging die Hand zum Ball gabs Elfmeter – Basta!

Bei Abseits-Diskussionen ist es noch viel komplizierter.

Die Regel sagt: Im Moment der Ballabgabe

Hier hat der Kameraregisseur einen Spielraum von mindestens drei Zehntelsekunden, innerhalb dessen er auf den „Stopp-Knopf“ drücken kann. Und es gibt Szenen – so wie gestern – da wechselt innerhalb dieser drei Zehntelsekunden dreimal die Situation Abseits oder kein Abseits.

Wenn wir jetzt noch anfangen karamellisierten Zucker in die Laufwege der Spieler zu streuen, um zu analysieren „Abseits oder nicht“ – dann gute Nacht Fußball!

Für die nächste Schiedsrichter Fortbildung hier übrigens die Wikipedia-Definition

https://de.wikipedia.org/wiki/Kalibrierung

Grundsätzlich sollte der Videobeweis dann eingesetzt werden, wenn krasse und offensichtliche Fehlentscheidungen ein Spiel beeinflussen.

Ich denke hier z.B. an:

  • Tätlichkeiten, hinter dem Rücken des Schiedsrichters.
  • Ein Foul wurde nicht innerhalb, sondern deutlich außerhalb des Strafraums begangen.

Und über allem sollte der Grundsatz stehen. Weniger ist mehr!

Abseitsentscheidungen, bei denen die Zeitlupe fünfmal vor oder zurück gedreht werden muss, und es dann immer noch zwei Meinungen gibt, gehören definitiv nicht dazu.

In anderen Sportarten – z. B. Hockey oder Handball wird der Videobeweis entweder sinnvoll oder gar nicht eingesetzt – so wie es derzeit im Fußball läuft schadet er mehr als er nutzt.

Der Videobeweis ist nicht dafür gemacht, dass übermotivierte Wichtigtuer, die in einem dunklen Kellerloch sitzen, Spiele auf diese Art und Weise entscheiden.

Bleibt die Frage: Wer sagt es Ihnen?

Wir brauchen hier dringend ein Machtwort!

Der, der dessen Aufgabe es eigentlich wäre, blickt ja selber nicht durch. Aber vielleicht hat‘s im ja einer ja beim Handball-Spiel am Freitag „gesteckt“