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Geht’s noch !

14 November 2018

Achtung Satire (reine Vorsichtsmaßnahme: Es könnte ja Abmahnungen geben)

Eine Gruppe der Jungen Union (JU) Limburg – Rheingau Taunus beschließt eine dreitägige Berlin-Fahrt mit einer feucht-fröhlichen Party in einer Berliner Kneipe.

Im Gegensatz zu vielen Pressevertretern, wo manch einer auch gerne mal ungeprüft das ein oder andere übernimmt, habe ich mit den „Protagonisten“ persönlich gesprochen.

Was ist passiert:

Es fiel das angeblich das Wort „Schwuchtel“

Alle Beteiligten sagen unisono, dass dieses besagte Wort nicht fiel.

Also steht hier Aussage gegen Aussage !

Oder aus Sicht der Jungs könnte man auch sagen: Verleumdung !

Auf die übereifrige „Hobby-Filmerin“ komme ich gleich noch zurück.

Kommen wir zum zweiten Vorwurf

Es wurde das „Westerwald-Lied“ gesungen.

Was ist daran anstößig ?

Das Westerwald-Lied zählt zum heimischen Kulturgut und wird bei vielen Gelegenheiten in unserer Region gesungen.

Ein heimischer Bürgermeister fragte jetzt in einem Gespräch, ob er zurück treten müsse, weil er das Lied gestern beim Senioren-Nachmittag gesungen hat.

Das Lied ist null-komma-null politisch und jemand, der dieses Lied singt, in die rechte oder sogar NS-Ecke zu drängen, ist schlicht UNVERSCHÄMT.

Auch unser Bundestagsabgeordneter Klaus-Peter Willsch hat hierzu ausführlich auf einem Facebook-Post Stellung genommen.

https://www.facebook.com/klauspeter.willsch/

Für mich um so unverständlicher, dass auch teilweise die heimische Presse hier auf den Zug von „Tagesspiegel“ oder „BILD“ aufspringt.

Aber zunächst mal ein paar Worte an die in meinen Augen mit „Stasi-Methoden“ arbeitende Informantin des „Tagesspiegels“ Mia Linda Alvizuri Sommerfeld.

Wenn sie angesichts des Jahrestages 9. November trauern möchten – was ich voll verstehe – warum setzen Sie sich dann in eine belebte Kneipe ?

Also wenn ich trauern will, gehe ich in die Kirche oder bleibe zu Hause

Und was gar nicht geht ist, Leute, die Alkohol trinken, heimlich zu filmen und ins Netz zu stellen – das ist am Rande der Legalität, wenn nicht sogar strafbar !

Sie sind in meinen Augen „link“ – man könnte das Adjektiv auch noch durch das Substantiv eines weiblichen Nagetiers mit 5 Buchstaben ergänzen.

Warum sind Sie nicht aufgestanden und haben die Leute direkt angesprochen, dass Sie das stört – und Plan B, denen ich Ihnen empfohlen hätte, wäre gewesen „bezahlen und heim gehen“

Zu dem „Schlachtfest“, das die linksgerichtete deutsche Medienlandschaft aus diesem Vorfall macht, erspare ich mir jeglichen Kommentar außer den Worten „Gehts noch ?“

Fett und mit einem Ausrufezeichen richte ich diese Worte aber auch an alle Verantwortlichen in der CDU, die jetzt meinen diesen Vorfall verurteilen zu müssen.

Gerade der Vorsitzende der Jungen Union Berlin Brezinski, sollte sich zurück halten. Der ließ sich vor einigen Jahren mit einem Hakenkreuz fotografieren.

Das ist definitiv untragbar und schlimm !

Ansonsten sind mir junge Leute, die sich in der Politik engagieren und das „Westerwaldlied“ singen, definitiv näher als Abgeordnete des deutschen Bundestags die offen sagen „Mit Deutschland kann ich nichts anfangen“.

Ich würde mir hier einmal ein Machtwort von „Mutti“ wünschen, nach dem Motto „Da war nix – Ende der Diskussion – lasst uns um die richtigen Probleme in diesem Land kümmern“:

Wenn innerhalb der CDU die Mehrheit diesen Vorfall anders bewertet, dann frage ich mich, ob das noch meine Partei ist !

Übrigens: Am 9. November gab es nicht nur einen Grund zu trauern (1938), sondern auch einen Grund zu feiern (1989).

Davon hab ich bei dieser ganzen Diskussion in der Presse nichts gelesen.

Bemerkenswert auch ein Kommentar den ich auf einer der zahlreichen Diskussionen auf Facebook zu dem Thema gefunden habe:

„Zwei Gruppen junger Erwachsener sind in einer Berliner Pinte aneinander geraten.PUNKT Passiert jeden Tag, überall, dutzendfach, interessiert KEINE SAU !
Bloß weil sich eine studierte Schneiderin auf ihren religiösen Hintergrund beruft (Die war ja so betroffen nach dem Blümchenstreuen, dass die mit ihren Schneeflocken-Freunden in eine KNEIPE ging), und sich die Gegenseite als Konservative geoutet haben, geht der Bullshit um die Welt und wir tippen uns hier die Finger wund…“

Damit ist alles gesagt !

Diese Suppe schmeckt mir nicht !

3 November 2018

Achtung Satire  (reine Vorsichtsmaßnahme: Es könnte ja Abmahnungen geben)

Glaubt man den Meldungen, die Ende der Woche durchsickerten, stehen dem Welt-Fussball turbulente Zeiten bevor.

Hier zwei Links zu Artikeln in der „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ) bzw. im „Spiegel“, die brisante Details beinhalten.

https://www.nzz.ch/sport/gianni-infantino-und-geheime-deals-mit-spitzenklubs-ld.1433537?fbclid=IwAR3FcHmcDa_4crq6vJOfIheQ-Swab653i19PJFKYqn0EBxRXWVpKlbf88AA

http://www.spiegel.de/sport/fussball/football-leaks-bayern-muenchen-gianni-infantino-manchester-city-und-psg-a-1235983.html

Ein Recherche-Netzwerk verschiedener Investigativ-Reporter will heraus gefunden haben, dass es bereits seit dem Jahr 2016 konkrete Verhandlungen zu einer europäischen Super-League gibt, was bedeuten würde, dass sich die europäischen Top-Teams aus den nationalen Wettbewerben zurück ziehen und ihre eigene Suppe kochen.

Die „Krönung“ dabei: Die acht Gründungsmitglieder dürfen nicht absteigen. Das ist nur den acht „Gastmannschaften“ vorbehalten, die gnädigerweise mitspielen dürfen.

Auf solche Gedanken können eigentlich nur Leute kommen, die mit „discounted-cash-flow“, „earnings before interests and taxes“ und „market-value“ vertraut sind, aber den Ball nicht dreimal hochhalten können.

Erinnert mich irgendwie an „z#smm#n“ und „the best never rest“…

Aus Bundesliga, Premier-League und Primera Division würden mit einem Schlag bessere Zweitliga-Veranstaltungen werden.

Und es geht noch weiter: Angeblich prüfen einige Vereine (u.a. der FC Bayern), ob sie künftig noch verpflichtet sind ihre Spieler zu den Nationalmannschaften abzustellen.

Meine Meinung dazu:

  1. Geht’s noch ?
  2. Das ist respektlos hoch drei !
  3. Bei der Stellungnahme des FC Bayern zu den Vorwürfen erinnere ich an das 9. Gebot: „Du sollst nicht lügen“

Ich frage mich, was geht in den Köpfen der Verantwortlichen vor ? Ist es die Gier nach immer mehr Umsatz, immer mehr Profit oder steckt ein Plan dahinter ?

Sollte es ein Plan sein, kann er nicht durchdacht sein.

Eines ist für mich klar: Wir bewegen uns im Spitzenfussball auf einem ganz dünnen Eis und die echten „Fans“ werden zusehends sensibel dafür, wenn sie nur noch als „Melkkuh“ behandelt werden und das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht mehr stimmt.

Für mich waren früher die Europapokal-Abende echte Festtage, vergleichbar mit Ostern und Weihnachten, oder dem Besuch in einem Gourmet-Restaurant. Etwas wirklich besonderes.

Dann kam die Champions-League und das Ganze waren dann zwar gefühlte Feiertage, aber ich komme ja mit dem Zählen nicht mehr nach, wie oft in den letzten 20 Jahren bspw. der FC Bayern gegen Real Madrid gespielt hat.

Und jetzt wollt Ihr uns das jeden Tag vorsetzen ?

Da kann ich jetzt schon sagen: Irgendwann wird es auch dem letzten Fussball-Enthusiasten zum Hals heraus hängen !

Jeden Tag Erbsensuppe – auch wenn die schmeckt – ist genauso schlecht, wie jeden Tag ein 5-Sterne-Menü im „360 Grad“ in Limburg (was ebenfalls sehr zu empfehlen ist)

Und was Ihr völlig vergesst. Die Anhänger des FC Bayern mag eine solche Liga zwar interessieren, aber der ganze Rest (und das ist die deutliche Mehrheit) wird diese Veranstaltung höchstwahrscheinlich boykottieren.

Auf das Thema „wir stellen unsere Spieler nicht mehr für die Nationalmannschaft ab“ will ich hier gar nicht weiter eingehen. Bei einem „starken“ DFB-Präsidium wurden solche Überlegungen gar nicht erst aufkommen. Da würden die Granden der Säbener Strasse in die Otto-Fleck-Schneise zitiert und dann würde da „Tacheles“ geredet werden.

Allerdings bin ich mal gespannt, was der „wahre starke Mann“ in Frankfurt, Christian Seifert (Chef der DFL), den ich sehr schätze, zu diesen Plänen sagt.

Kommen wir zu meinem „Spezialfreund“, dem Glatzkopf aus dem Wallis.

Ich habe an dieser Stelle ja öfters kritisiert, dass die FIFA der vergangenen Jahre unter der Führung von „Kuvert“-Sepp Blatter ein Haufen hoch-korrupter Alt-Funktionäre sei und viele aus dieser „Riege“ sitzen ja mittlerweile auch zurecht hinter Gittern.

Aber der alte Sepp hatte noch einen Hauch Menschlichkeit an sich.

Das kalte Grinsen seines Nachfolgers unterscheidet sich da deutlich von ihm. Ansonsten sind die Dinge geblieben, wie sie sind – es ist eher noch schlimmer geworden.

Eine Aufstockung der WM auf 48 Nationen ? Auch hier geht das besondere Flair einer Weltmeisterschaft zusehends verloren.

Am besten lasst doch gleich alle Länder mitspielen !

Ironisch könnte man sagen: „Bei 48 Teilnehmern, sind ja fast mehr dabei, als zuschauen müssen“.

Klub WM mit 24 Teams ?

Globale Nations-League ?

Am besten macht Ihr noch einen monatlichen Wettbewerb welcher Friseur am schönsten die Haare von Neymar schneidet und übertragt das für 10 € mtl. im Pay-TV.

Aber es gibt wesentlich heiklere Themen in Zürich.

Wie hier mit der Ethik-Kommission unter Vorsitz des deutschen Richters Hans-Joachim Eckert umgegangen wurde, lässt bei mir sämtliche Alarmglocken klingeln.

Und wenn es wirklich Belege dafür gibt, dass er in seiner Zeit als UEFA-Generalsekretär maßgeblich daran beteiligt war, dass Verstöße gegen das Financial Fairplay (die größte Lachnummer im internationalen Fussball überhaupt !) nicht sanktioniert wurden, kann die Konsequenz nur lauten:

Mach’s gut Infantino !

Dazu braucht es aber auch Leute im FIFA-Council, die mal aufstehen und sagen „So geht das nicht mein Freund“.

Wenn ich mir da die Mannschaftsaufstellung anschaue…

https://www.fifa.com/about-fifa/fifa-council/members/index.html

…habe ich wenig Hoffnung.

Dann vertraue ich eher Rafael Buschmann und Co.

Pflichttermin für alle Fussball-Romantiker:

Sonntag (4.11.) abends 21:45 nach dem Tatort in der ARD

https://programm.ard.de/TV/Programm/Sender?datum=04.11.2018&hour=0&sender=28106

Dafür lass ich sogar den ebenfalls von mir sehr geschätzten Arnd Zeigler (22:15 – WDR 3) mal links liegen. Obwohl der sicherlich auch einiges zu diesem ganzen Thema zu sagen hat.

Offener Brief an den DFB-Präsidenten Reinhard Grindel

1 Juli 2018

Sehr geehrter Herr Grindel,

die nachfolgenden Zeilen sind nicht aus der Emotion, sondern nach einer „Cool-Down-Phase“ von 72 Stunden entstanden.

Wir können an der Spitze nur erfolgreich sein, wenn es an der Basis stimmt.

Nachzulesen sind diese Worte auf Ihrem Profil auf der Website des europäischen Fussball-Verbands UEFA.

Ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung versichern: „An der Basis stimmt es !“

Aber ich kann Ihnen ebenfalls versichern: „Noch nie war die Spitze so weit von der Basis entfernt, wie heute !“.

Und da müssen Sie sich als verantwortlicher Präsident des DFB die Frage gefallen lassen:

Warum ist das so ?

 

Fangen wir mit dem Ende an:

Nach einer unterirdischen Leistung scheidet die Deutsche Fussball-Nationalmannschaft bei der WM 2018 in Russland in der Vorrunde aus. Vor 80 Jahren – (ich bin ein Jahr jünger als Sie) also weit vor unserer Geburt – ist das zum letzten Mal passiert. Schon als kleiner Junge war ich immer stolz auf die Bilanz UNSERER Mannschaft bei WM-Turnieren und dann so eine Schande !

Doch tatsächlich finden sich 500 aufrechte Fans am Frankfurter Flughafen ein, um das Team zu empfangen. Die hatten keine Tomaten und auch keine faulen Eier als Munition dabei, sondern lediglich den Wunsch einen Blick auf Ihre Idole zu erhaschen. Außer Marco Reus, der einem Buben einen Autogramm gibt, werden alle Spieler in abgedunkelten Limousinen „aus der Gefahrenzone“ gebracht.

Soll ich Ihnen dazu mal die Meinung des Volkes sagen:

Normalerweise hätten die Spieler mal – wie jeder normale Bürger auch – durch die Passkontrolle marschieren müssen, am Gepäckband auf Ihren Koffer warten und durch den normalen Ausgang den Flughafen verlassen müssen.

Soviel als erstes zum Thema „Entfernung von der Basis“

 

Überflüssig wie ein Kropf

Nach dem glücklichen Sieg über Schweden gab der Siegtorschütze Toni Kroos zu Protokoll „Viele in Deutschland haben uns das Ausscheiden in der Vorrunde gewünscht“

Siegtorschütze hin oder her. Da erwarte ich von Ihnen als Präsident, dass man sich den Spieler für solch einen Spruch dann mal zur Brust nehmen und rasieren. Dieser Satz war eine Beleidigung für alle, die mit der Mannschaft mitgefiebert haben.

Aber selbst wenn es so wäre: Dann muss dem guten Toni auch mal gesagt werden „mach Dir mal Gedanken, warum das so ist !“

Der nächste Kilometer zum Thema „Entfernung von der Basis“

 

„Jubel-Rüpel“

Zwei kleine Albaner im Trikot der Schweizer Elf mischen die Serben auf und machen anschließend vor dem serbischen Publikum eine Geste, wo Du normalerweise nicht mehr lebend von einem serbischen Marktplatz runter kommst. Der Schweizer Verband nimmt die beiden sofort in Schutz und gewährt Ihnen Rückendeckung. Zwei ihrer Mitarbeiter ballen vor der Schweden-Bank nach einem hochdramatischen Spiel die Becker-Faust und sie werfen die beiden den Medien zum Fraß vor.

Die beiden haben in der Situation mehr Feuer und Leidenschaft gezeigt, als die Mannschaft in 270 Minuten.

Und außerdem: Seit dem 24. Juni 1958 in Göteborg hatten wir noch eine Rechnung mit den Schweden offen. Gegen das was damals in Sachen „Fair-Play“ passiert ist, war das hier ein „Mückenschiss“. Wehrlos wurde eine Strafe der FIFA akzeptiert – hat eigentlich keiner von Euch gesehen, dass der schwedische Betreuer, der sich hier als „Oberschubser“ betätigte, viel eher eine Strafe verdient gehabt hätte ?

An den Schweizern sollten Sie sich eine Scheibe abschneiden, wie die hinter ihren Leuten gestanden haben.

 

Erdogan-Affäre

Hinter Özil und Gündogan haben Sie gestanden, aber Sie haben völlig unterschätzt, wie diese Aktion an der Basis wahrgenommen wurde. Das war eine absolute „No-Go-Nummer“ und wenn Sie unter allen Fans eine Umfrage machen, bin ich mir sicher dass 80% + x sagen: „Die beiden hätten nicht ins Aufgebot für diese WM gehört.“ Es wäre Ihre Pflicht gewesen hier auf den Tisch zu hauen und zu sagen: „Leistung hin oder her, so etwas geht auf gar keinen Fall !“ Bei aller Multi-Kulti-Vielfalt und No-Racism-Gedöns. Ein deutscher Nationalspieler kann sich nicht hinter einen türkischen Präsidenten stellen (und hinter den aktuellen schon grad gar nicht !) – dann soll er für die Türkei spielen.

Was wäre denn gewesen, wenn der Thomas Müller ein Foto mit Gauland gepostet hätte ?

Diese Aktion lastete seit dem Auftauchen der Bilder bis heute wie ein Schatten über der Mannschaft und war mit Sicherheit auch ausschlaggebend dafür, das Mesut Özil in den beiden Spielen, wo er eingesetzt wurde, eine unterirdische Leistung abgeliefert hat. Und ich bin mir sicher, dieses Thema wird auch nach der WM nicht ausgestanden sein. Er wird beim nächsten Heimspiel ein gellendes Pfeifkonzert zu überstehen haben – und ich sage Ihnen hier: Völlig zurecht.

Und ich weiß auch jetzt schon: Sie werden das wieder nicht verstehen und ihr Unverständnis über das Publikum kundtun – warum ? Weil Sie meilenweit von der Basis weg sind !

Vor Ihrem spanischen Kollegen ziehe ich den Hut. Der hat knallhart und konsequent reagiert !

 

Ämterhäufung

Es gibt gewiss viele Baustellen im DFB. Für mich ist es völlig unverständlich warum Sie dann auch noch den Posten im FIFA-Rat und im UEFA-Exekutiv-Komitee angestrebt haben.

Nehmen Sie mir die folgenden Worte bitte nicht böse, aber viele Menschen in unserem Land sehen das genauso

Aus meiner Sicht hätten hier Fussball-Fachleute (von denen wir nun ja weiß Gott genügend in diesem Land haben) an diese Position gehört. So wird Fussball-Deutschland in den internationalen Gremien von jemand vertreten, der zwar politisch gut vernetzt ist, dem aber jedwede fussballerische Kompetenz in der Praxis fehlt. Vor zehn Jahren gab es eine Riesen-Diskussion als der damalige Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters den Posten des DFB-Sportdirektors übernehmen sollte. Da hiess es auch „dem fehlt der Stallgeruch“. Das ist bei Ihnen -mit Verlaub – nicht anders.

Sie hätten bei mir große Pluspunkte gesammelt, wenn Sie gesagt hätten „ich konzentriere mich auf die Arbeit zu Hause um hier die Bindung zwischen dem Amateurfussball (dessen Lobbyisten Sie ja gewählt haben) und dem Profi-Fussball zu fördern.

So erwecken Sie bei mir leider den Eindruck: Der Grindel ist mediengeil und will überall dabei sein.

Wo wir gerade bei dem Thema sind: Wenn Sie schon am Trog bei der FIFA sitzen, dann hauen Sie wenigstens da mal auf den Tisch und weisen dem Herrn Infantino die Grenzen auf. Zu dem gibt es im Volk nur eine Meinung: Der ist noch schlimmer als der Blatter !

Und noch was: So schön der Platz auf der Ehrentribüne mit der schönen Akkreditierung um den Hals auch ist, nehmen Sie sich mal ein Beispiel am Schalke-Präsidenten Clemens Tönnies. Der steht regelmäßig bei Spielen auch mal in der Nordkurve – für den Kontakt zur Basis sehr hilfreich !

 

Vier-Jahres-Vertrag für Löw und sonstige unnütze Ausgaben

Nicht nur ich frage mich, was hat Sie denn bei dieser Nummer geritten ?

Völlig ohne Not bringen Sie den Verband in die mißliche Situation, jetzt nicht frei reagieren zu können.

Jeder halbwegs kluge Kaufmann hätte gesagt: Erst Leistung – dann reden wir über den neuen Vertrag.

Die Leistungen in der Vergangenheit interessieren da nicht. Die wurden – völlig zurecht – fürstlich entlohnt.

Nach der blamablen Vorstellung in Russland ist doch jedem klar, dass auch die Trainerfrage gestellt wird. Was ist denn, wenn Sie zu der Entscheidung kommen, wir trennen uns und der Bundestrainer zeigt sich unkooperativ ? Dann können Sie eine Abfindung in achtstelliger Höhe (10 Mio +x) zahlen ! Natürlich kann man sagen „der DFB hat’s ja“, und es ist ja nicht Ihr Geld, was Sie dafür ausgeben. Genauso wenig wie der Kai Dieckmann als Ihr „Social-Media-Berater“ von Ihnen bezahlt wird. Mich würde schon mal interessieren, was der kostet – Sie können mich gerne eines Besseren belehren. Ansonsten wird’s der Rafael Buschmann  (Football-Leaks) wohl hoffentlich irgendwann herausfinden und kommunizieren.

In Sachen „Freshfields-Report“ haben Sie und der DFB sich auch nicht mit Ruhm bekleckert.

3,5 Millionen Euro für 361 Seite „Nichts“. Alte Seilschaften sollten aufgedeckt werden. Die wichtigste Erkenntnis für mich war hierbei mit zwei, drei Mausklicks festzustellen:

Es gibt auch neue Seilschaften.

Ich verweise auch auf den Spiegel-Artikel „Prima Friedrich“ vom 02.06.2018 und stelle provokant fest: Warum sollte es beim DFB besser sein als bei der FIFA ?

 

Interessenskonflikte und Nebengeschäfte

In der heutigen digitalen Welt bleibt nichts lange unentdeckt. Ich finde es schon sehr grenzwertig, dass der Bundestrainer und zwei seiner Spieler den gleichen Berater haben. Noch grenzwürdiger wird das Ganze dadurch, dass ausgerechnet diese beiden Spieler dann „mit ihrem Präsidenten“ (leider waren Sie es nicht) ein Urlaubsfoto machen.

Was noch viel schlimmer ist: Ihr Sportdirektor ist an einer Firma namens „Projekt B“ beteiligt, die unter anderem einen der medial am meisten beachteten Transfers während der WM-Vorrunde abwickelte. Den Wechsel von Julian Nagelsmann zum RB Leipzig – genau einen Tag vor dem Schweden Spiel.

Aber vielleicht wissen Sie ja gar nicht, dass Oliver Bierhoff an der Firma von Marc Kosicke beteiligt ist. Ein Blick ins Handelsregister klärt das auf Und das „B“ steht sicherlich nicht für Bier, Brezn und Bayern, wie Marc Kosicke in einem Interview bei Spox.com erzählte.

Jetzt sage ich Ihnen mal wie „Projekt A“ aussehen sollte: Ich erwarte von einem Präsidenten der Werte wie Transparenz, Glaubwürdigkeit und „Compliance“ predigt, dass er mit seinem Sportdirektor ein ernstes Wörtchen redet und ihn vor die Wahl stellt: Entweder bist Du beim DFB angestellt oder du bist Berater. Bitte entscheide Dich, aber beides zusammen geht nicht !

Das ist ja bildlich gesehen das gleiche, als wenn einem Bürgermeister gleichzeitig die größte Baufirma vor Ort gehört. Ich wiederhole mich mit drei Worten und drei Ausrufezeichen: GEHT GAR NICHT !!!

 

Umgang mit Franz Beckenbauer

Was mir schon ganz lange am Herzen liegt, ist Ihnen zu sagen, dass ich den Umgang der neuen DFB-Führung mit Franz Beckenbauer (aber auch mit Horst R. Schmidt und Wolfgang Niersbach) auf Fussball-Deutsch „unter aller Sau“ finde. Der Franz hat sich für die WM 2006 im wahrsten Sinne des Wortes den Arsch aufgerissen, ist ein Jahr um die ganze Welt getingelt und gerade Ihnen als Politiker muss ich doch nicht sagen, dass wenn 22 Männer entscheiden, wo gespielt wird, es nicht auch den ein oder anderen gibt, der vor lauter Schwäche nicht in der Lage ist, seine Hand in die Hosentasche zu stecken. Ob das 5, 10 oder 15 Millionen sind, ist da für mich zweitrangig. Wir reden hier über einen Betrag, den – wenn es dumm läuft – Sie Ihrem Lieblings-Trainer in den nächsten Wochen als Abfindung zahlen müssen. Der Franz hat mit diesem Geld dafür gesorgt, dass wir dafür eine Traum-WM im eigenen Land bekommen haben.

Und Ihr nagelt den Franz ans Kreuz !

Für mich unfassbar, zumal er ja nicht nur für die WM 2006, sondern als Spieler auch für 1966,1970 und 1974 und als Trainer für 1986 und 1990 steht.

Bestraft gehören zuerst mal die, die es genommen haben und nicht die, die es gegeben haben

Mir reicht es jetzt !

 

Und damit Sie wissen, wer Ihnen schreibt:

Mein Name ist Markus Stillger, ich bin seit 1997 Mitglied beim Club „Freunde der Nationalmannschaft“ (FdN)

Unser Club heisst immer noch FdN und nicht FdM  (wenn Sie wissen, was ich meine !)

Ich habe in dieser Zeit viele schöne Erlebnisse gehabt, insgesamt 9 Welt- und Europameisterschaften besucht und bis heute mehr Länderspiele gesehen, als unser Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus absolviert hat.

Die älteren Freunde in unserem Club haben mir von Zeiten berichtet wie z.B. 1986 in Mexico, als sie während des Turniers gemeinsam mit der Mannschaft im gleichen Hotel wohnten und abends beim Skatspiel mit dem Teamchef Franz Beckenbauer gefachsimpelt haben. Einer der Freunde (ein gelernter Koch) hat sogar den damaligen Chefkoch Hans Danckert vertreten, als der für 2-3 Tage außer Gefecht war.

Dass das heute nicht mehr so sein kann, ist absolut verständlich.

Aber ich habe in den letzten Jahren zusehends feststellen müssen, dass ich mich mit diesem kommerziellen Gehabe, dem Starkult für oft mittelmäßige Leistungen und mittlerweile völlig überteuerten Preisen nicht mehr identifizieren kann. Und ich habe den Eindruck, dass ich bei weitem nicht der einzige bin.  Ein Reiseangebot über 15.000 Euro für eine Woche Achtelfinale in Moskau – seid Ihr eigentlich noch ganz klar oder habt Ihr jeglichen Bezug zur Basis verloren ?

Der Fussball wandert auf einem ganz schmalen Grat und ich hatte das Gefühl, dass nicht nur „Die Mannschaft“ (dieser künstliche Ausdruck sollte nach meiner Meinung schnellstens verschwinden) ohne Leidenschaft gespielt hat, sondern auch das „Volk“ dahinter schon wesentlich motivierter bei Turnieren mitgefiebert hat. Und ganz ehrlich: Ich vermisse auch unsere Nationalfarben schwarz-rot-gold auf dem Trikot (Artikel 22 Absatz 2 Grundgesetz) ! Wer auch immer die ausgesucht hat: Setzen Note Sechs !

Nach allem was ich geschrieben habe, denken Sie sicher:

Jetzt kommt der mit der Rücktrittsforderung für den Löw und evtl. auch für mich.

Nein es ist noch schlimmer

 

Macht was Ihr wollt – es interessiert mich nicht mehr !

Ich überlege ernsthaft meine Mitgliedschaft beim Club der „Freunde der Nationalmannschaft“ zu kündigen.

So wie es momentan bei der Nationalmannschaft läuft, ist das nicht mehr meine Welt und mit dem dort gesparten Geld unterstütze ich lieber junge Sportler außerhalb des Fussballs.

Die kennen wenigstens noch die Werte: Dankbarkeit, Leidenschaft und Begeisterung.

Über die Osterhasen mit Ihren Kopfhörern und Tätowierungen, wo der Friseur wichtiger als der Physio und die Instagram-Fotos wichtiger, als die Note im Kicker-Sportmagazin sind, will ich mich in meinem Leben nicht mehr aufregen !

Mit sportlichen Grüßen

Markus Stillger

„Höchschten“ Respekt

14 Juni 2018

Luis Manuel Rubiales hat bereits in jungen Jahren eine herausragende Funktionärskarriere gemacht.

Nach einer eher „durchwachsenen“ Laufbahn als Aktiver in den Niederungen des spanischen Profi-Fussballs (unter anderem lauteten seine Stationen: Deportivo Xerez und UD Levante) und gerade mal einem einzigen Tor – erzielt für die Reserve von Real Mallorca- beendete er seine Karriere und konzentrierte sich auf die Felder rund um den Rasen. Mit gerade einmal 33 Jahren wurde er Vorsitzender der Spieler-Gewerkschaft, die in Spanien einen sehr hohen Stellenwert geniesst, und vor gerade mal vier Wochen wurde er zum Präsidenten, des königlich-spanischen Fussball-Verbandes gewählt. Übrigens als Nachfolger von Angel Maria Villar, der den Laden 30 Jahre lang nach bester Gutsherren – (oder sollte man besser sagen „Mafiosi“) Art geführt hatte und genau wie Sepp Blatter, Michel Platini und viele andere abtreten musste.

Einer der ersten Gratulanten war Real-Madrid-Präsident Florentino Pérez, der betonte: „Es beginnt eine neue Etappe, in der wir alle zusammenarbeiten müssen, so dass die Organisation unseres Sports moderner, effizienter, professioneller und transparenter wird.“

Darauf komme ich noch zurück…

Als erste Amtshandlung verlängerte Rúbiales dann Ende Mai den Kontrakt mit dem äußerst erfolgreichen Nationaltrainer Julen Loptegui um zwei Jahre bis 2020.

Gerade mal drei Tage vor dem ersten WM-Spiel wurde jetzt bekannt, dass der Nationaltrainer, der seit 20 Spielen ungeschlagen ist (14 Siege, 6 Remis) nach der WM seine Ausstiegsklausel zieht und zu Real Madrid wechselt , um die Nachfolge von Zinedine Zidane anzutreten.

Als die Meldung am Dienstag über den Ticker lief, dachte ich noch: „das wär ja genauso, als wenn der Jogi jetzt sagen würde, ich gehe nach der WM zu den Bayern“

Punkt 1: Ein sehr unglückliches Timing (drei Tage vor dem ersten WM-Spiel, noch dazu gegen Erz-Rivale Portugal)

Punkt 2: Warum verlängere ich vor drei Wochen einen Vertrag, um ihn dann gleich wieder zu brechen ?

Was aber dann gestern passierte, hat wohl die gesamte Fussball-Welt überrascht.

Verbandspräsident Rubiales setzte kurzerhand eine Pressekonferenz an und verkündete: Loptegui ist mit sofortiger Wirkung entlassen !

Und die folgende Begründung war kurz, knapp und verständlich: „Es gibt gewisse Regeln des Anstands und des Benehmens. Wir mussten ihn entlassen !“

Hintergrund: Fünf Minuten vor der Bekanntgabe des Wechsels war der Verbandspräsident erst über diesen informiert worden und hatte noch vergeblich darum gebeten, bis zum Ende der WM die Sache nicht öffentlich zu machen.

Aber Madrid ist wie München und in dem Moment konnte auch der allmächtige Real-Präsident Florentino Perez die Medienmaschinerie nicht mehr stoppen.

Oder ?

Und das wird die große Diskussion in Spanien:

Hat er diese Eskalation bewusst herbei geführt ?

Die spanische Zeitung „El País“ jedenfalls schreibt zu diesem Vorgang: „Niemand hätte für möglich gehalten, dass Real Madrid „eine Handgranate in die Baracken der Nationalelf schmeißt“.

Auf alle Fälle hat Senor Perez mit dieser Aktion vielleicht in Portugal ein paar Freunde gefunden, in seinem Heimatland Spanien mit Sicherheit nicht.

Und zur Entscheidung von Luis Rubiales sage ich nur: Höchsten Respekt !

Die Überschrift „Höchschten“ Respekt, hätte ich mir bereits vor drei Wochen als Überschrift einer Kolumne gewünscht…

Endlich mal ein Verantwortlicher der „Balls“ und klare Kante zeigt.

Ich bin der festen Überzeugung, dass Rubiales als Gewinner aus dieser ganzen Nummer hervor gehen wird. Außer in Teilbezirken von Madrid ist er das heute schon.

Eigentlich ist ihm in der ganzen Sache nur ein Vorwurf zu machen:

Warum verlängert er ohne Not bereits vor der WM den Vertrag mit seinem Trainer.

Bei den großen Fussball-Nationen wie Spanien, Frankreich, England, Italien oder Deutschland wäre es undenkbar, dass bei einem Ausscheiden in der Vorrunde der Trainer dann im Amt bleibt. Außer bei den Holländern, die haben selbst nach der Nicht-Qualifikation 2016 noch den Vertrag mit Danny „Blind“ verlängert.

Übrigens: Auch der DFB hat im Mai den Vertrag mit Jogi Löwn um satte vier Jahre (bis 2022) verlängert. Wenn Ihr mich fragt: Ich hätte erst mal die WM gespielt. Aber wahrscheinlich haben die Verantwortlichen gedacht: Schweden, Mexiko und Südkorea sind ja auch keine wirklichen Gegner.

Oder sind sie es vielleicht doch ?

Fest steht: Die mögliche Abfindung muss ja keiner der Verantwortlichen um Herrn Grindel aus eigener Tasche zahlen.

Von allen guten Geistern verlassen

15 Mai 2018

Exakt 24 Stunden vor Bekanntgabe des vorläufigen WM-Kaders haben die beiden türkisch-stämmigen Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan Bundestrainer Joachim Löw ein schönes nachträgliches Osterei ins Nest gelegt.

Beide posierten bei einem eigens am Sonntag in London anberaumten PR-Termin neben dem türkischen Staatspräsidenten Recep Erdogan und überreichten ihm handsignierte Trikots ihrer jeweiligen Vereine Arsenal London bzw. Manchester City mit der persönlichen Widmung „für meinen Präsidenten“.

Bei aller Liebe – Jungs, wer hat Euch ins Hirn geschissen? Geht’s noch?

Nach meinem Wissen habt Ihr einen Deutschen Pass und spielt für die Deutsche Nationalmannschaft – auch wenn Ihr euch beim Singen der Nationalhymne vor dem Spiel etwas schwer tut.

Aber mit dieser Aktion habt ihr euch ins Abseits manövriert. Der ebenfalls mit türkischen Wurzeln ausgestatte Grünen-Politiker Cem Özdemir hat deutliche Worte zu Eurem Verhalten gefunden.

„Der Bundespräsident eines deutschen Fußball-Nationalspielers heißt Frank-Walter Steinmeier, die Bundeskanzlerin Angela Merkel und das Parlament heißt Deutscher Bundestag“, sagte er der Nachrichtenagentur SID „Es sitzt in Berlin, nicht in Ankara.“

Und im Nachgang: „Anstatt Erdogan „diese geschmacklose Wahlkampfhilfe“ zu leisten, wünsche ich mir von den Spielern, dass sie sich aufs Fußballspielen konzentrieren und noch einmal die Begriffe Rechtsstaatlichkeit und Demokratie nachschlagen“.

Dazu sage ich: Respekt und Bravo Cem Özdemir!

Wenn ich dagegen das erste Statement des DFB-Präsidenten Reinhard Grindel lese

(gepostet am Montag um 15:50 Uhr über seinen Twitter-Account)

„Der DFB respektiert und achtet selbstverständlich die besondere Situation unserer Spieler mit Migrationshintergrund. Aber der Fußball und der DFB stehen für Werte, die von Herrn Erdogan nicht hinreichend beachtet werden. Deshalb ist es nicht gut, dass sich unsere Nationalspieler für seine Wahlkampfmanöver missbrauchen lassen. Der Integrationsarbeit des DFB haben unsere beiden Spieler mit dieser Aktion sicher nicht geholfen.“

dann muss ich sagen: Herr Grindel, so redet man vielleicht in der Diplomatie, aber nicht mit Fußballern! Hier ist eine klare Ansage gefordert und nicht die „Weichspüler-Sprache“ eines Berufspolitikers. Cem Özdemir ist auch ein Berufspolitiker, aber im Gegensatz zum DFB-Präsidenten – der noch nie in seinem Leben gegen einen Ball getreten hat – hat er das erkannt.

Für mich ergeben sich aus dieser – völlig unnötigen – Blutgrätsche dieser beiden „dummen Buben“ folgende Erkenntnisse.

1. Jogi Löw ist gut beraten, heute mittag anstelle der geplanten 26 Spieler, einen vorläufigen Kader mit 28 Spielern zu benennen. (Die FIFA erlaubt sogar 35). Dann bleibt genügend Zeit, herauszufinden, was hinter dieser ganzen Aktion steht und den Jungs klar zu machen, wie die Spielregeln lauten. Und bei dem geringsten Zeichen von Uneinsichtigkeit, fahren sie halt nicht mit nach Russland – Punkt !

2. Einmal mehr muss ich auch in dieser Situation dem Herrn Grindel vorwerfen, Fußball-Kompetenz und „Stallgeruch“ gehören nicht zu seinen ausgeprägten Eigenschaften und ich frage mich „Ist hier der richtige Mann am richtigen Platz?“ Die Vorstellung ihn grinsend neben Herrn Infantino auf der Ehrentribüne zu sehen, vertreibt mir fast schon die Vorfreude auf die WM

„Mein Präsident“ ist er jedenfalls nicht! Und der Glatzkopf aus der Schweiz ist es auch nicht!

P.S:

Ein interessantes Detail ist mir aufgefallen, als ich mir mal auf www.transfermarkt.de angeschaut habe, wer denn überhaupt der Berater der beiden Spieler Özil und Gündogan ist. Der muss nämlich auch von allen guten Geistern verlassen sein, einen solchen PR-Termin seiner Spieler ausgerechnet zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu verhindern. Es ist in beiden Fällen die Agentur „Family & Football“. Und noch interessanter ist, welcher Trainer zu den Klienten dieser Firma gehört. Da gibt es einigen Gesprächsbedarf…

Vorbilder?

16 April 2018

Das beherrschende Thema dieser Woche (und wahrscheinlich auch der nächsten Woche) war der Wechsel von Eintracht-Coach Niko Kovac zu Bayern München.

Als „Clubberer“ kann ich die Emotionen der Eintracht-Fans absolut nachvollziehen. In der Winterpause 2012/2013 kaufte der VFL Wolfsburg den damaligen „Club“-Trainer Dieter Hecking aus einem laufenden Vertrag heraus und der „Club“ (zu diesem Zeitpunkt auf einem guten Weg), stieg ein Jahr später aus der Bundesliga ab.

Seit Wochen lauerten ja die Fans bundesweit, wann denn die beiden vakanten Trainerposten bei den Bayern und dem BVB besetzt werden, bzw. wer als erster mit der Meldung „aus dem Schrank“ kommt.

Dass Kovac zu den Bayern geht, ist an sich ja keine Überraschung. Er hat in Frankfurt in den beiden vergangenen Jahren überragende Arbeit abgeliefert und eine zusammengewürfelte Mannschaft in die Nähe der Champions-League-Ränge geführt. Entsprechend hatte er sich in der Fangemeinde der Frankfurter einen Heldenstatus aufgebaut. Zur „Legende“ reicht es nach der Entwicklung der letzten Woche offensichtlich nicht.

Bei der ganzen Sache stört mich vor allem die Art und Weise, wie Kovac versuchte die komplette Fußballwelt mit seiner Aussage „die Bayern haben mich am Donnerstag erstmals kontaktiert und dann hat die Sache eine Dynamik angenommen“ zu VERARSCHEN.

Mir kann niemand erzählen, dass man eine so eine gravierende Entscheidung innerhalb von 12 Stunden trifft. Mal ganz abgesehen davon, dass da in der Regel Horden von Anwälten und „Häkchenmachern“ mit eingebunden werden. Und dass die Verantwortlichen des FC Bayern ihm am Donnerstag ein Angebot, versehen mit der Bemerkung „nur heute gültig“ vorlegten, glaube ich nicht.

Da glaube ich eher den Männern um Rainer Holzschuh vom Kicker, nach deren Informationen schon über mehrere Wochen verhandelt wurde und bereits vor 14 Tagen eine Einigung erzielt wurde.

Dass das Ganze gerade zum jetzigen Zeitpunkt hochkocht, ist für die Eintracht extrem ärgerlich, stehen dem Team doch mit Spielen in Leverkusen, auf Schalke (Pokal), gegen Hertha und in München 14 Tage bevor in denen es „um die Wurst“ geht bzw. die Leistungen der bisherigen Saison zu veredeln.

Das Argument der Bayern „die Frankfurter sollen froh sein, dass es jetzt rausgekommen ist“ zieht bei mir nicht. Professionell wäre gewesen, sich vor 14 Tagen (nach der Einigung) zu verständigen und es dann entweder gleich zu verkünden oder sich gemeinsam auf einen Termin zu verständigen, an dem man die „Katze aus dem Sack lässt“. So wird jetzt der „Maulwurf“ gesucht, denn letztendlich war die Entwicklung am Donnerstag hauptsachlich dem Druck der Presse geschuldet.

So steht der bekennende Christ Kovac jetzt als einer da, der es mit dem 8. Gebot („Du sollst nicht lügen“) nicht ganz so ernst nimmt. Die Höchststrafe für ihn dürfte jedoch der schlagartige Sympathieverlust bei den Eintracht-Fans sein. Ob der Blick aufs Bankkonto dieses Gefühl komplett entschädigt?

Sein „Kollege“ Jürgen Klopp hat bei seinem Abschied in Dortmund gesagt: „Entscheidend ist nicht, was die Leute über dich sagen, wenn du kommst, entscheidend ist, was sie sagen, wenn du gehst“

Eins steht fest: In Dortmund werden die Leute über Jürgen Klopp anders reden als in Frankfurt über Niko Kovac!

Sperrt das Kellerloch zu!

16 März 2018

Max Stillger zum Thema „Videobeweis“

Jahrzehntelang lebte der Fußball an Montagen und Dienstagen von der Diskussion über die Spiele des vergangenen Wochenendes. War es Abseits? War die Rote Karte berechtigt? War es ein Handelfmeter?

Beim Thema „Handelfmeter“ habe ich längst den Überblick verloren, das legt jeder aus, wie er will und die „Regelmacher“ schauen tatenlos zu.

Aber dafür wird ein „Oberschiedsrichter“ (nichts anderes ist der Videobeweis) eingeführt, der in Köln-Deutz in einem Keller sitzt und von dort aus über Fernsehbilder mögliche Fehlentscheidungen des Referees auf dem Platz korrigieren soll. Das führt zu teilweise kuriosen Szenen, dass das Spiel längst in eine neue Spielphase eingetreten ist, der Schiedsrichter dann eine Handbewegung macht, die wir eigentlich nur von Frau Merkel kennen. Nachdem die eine Mannschaft knapp vorbeigeschossen hat, gibt es 100 Meter entfernt auf der anderen Seite einen Elfmeter und kein Mensch im Stadion weiß mehr warum, weil die Leute nach einem kurzen Aufreger diese Situation abgehakt haben.

Beim holländischen Super-Cup zwischen Feyenoord Rotterdam und Vitesse Arnheim gab es im vergangenen Jahr sogar die kuriose Situation, dass Feyenoord das korrekte 2:0 erzielte, aufgrund einer Situation vorher im eigenen Strafraum aber der Videobeweis zum Einsatz kam und ein Elfmeter für Arnheim gegeben wurde. 1:1 anstatt 2:0. So eine Entscheidung in der 90. Minute nächstes Jahr beim Derby HSV- St. Pauli und die Polizei hat viel Spaß.

Für alle, die dann früher gesungen haben „Schiri, wir wissen, wo Dein Auto steht“ hier als spezieller Service die Adresse:

Cologne Broadcasting Service, Picassoplatz 1 in 50679 Köln – so ändern sich die Zeiten.

Für mich ist dieser Videobeweis alleine deshalb schon überflüssig, weil er den ganzen Spielfluss völlig neu definiert. Nach fast jedem Tor wird erstmal verhalten gejubelt, es könnte ja de gefürchtete Raute (nein nicht der HSV – sondern die Merkelsche Handbewegung) zum Einsatz kommen.

Das noch größere Problem aber: Es ist nicht besser geworden und es ist auch keine einheitliche Linie bei den Entscheidungen zu erkennen. Und anstatt über die Entscheidungen des Schiedsrichters, wird jetzt tagelang über die Entscheidungen aus dem Keller in Köln-Deutz diskutiert.

Das ganze Thema ist völlig unausgegoren. Meiner Meinung nach gehört z.B. das Thema „Abseits oder nicht?“ definitiv in die Verantwortung der drei Herren in Schwarz. Schon alleine aus dem folgenden Grund: Was machen wir denn, wenn der Schiedsrichter abseits gepfiffen hat und der Videobeweis zeigt, es war kein Abseits. Wie soll der Spielzug wiederholt werden? Und die Abseitsentscheidungen sind auch oft am Bildschirm – trotz diverser eingezogener Hilfslinien – nicht eindeutig.

Achtung jetzt kommt der Mathe-Leistungskurs von vor 35 Jahren:

Wenn der Zeitpunkt des Ballabspiels eine Variationszeit von schätzungsweise nur einer Zehntelsekunde hat und ein Spieler wie Timo Werner mit 35 kmh nach vorne unterwegs ist und der Abwehrspieler bewegt sich mit 10 kmh in die Gegenrichtung, dann verschieben sich diese beiden Positionen in einer Zehntelsekunde um 1,25 Meter. Anders ausgesprochen: Die eigentliche „Macht“ bei Abseitsentscheidungen, hat nicht der Oberschiedsrichter, sondern derjenige, der „aufs Knöppje drückt“ und das Fernsehbild anhält.

Ein Ausklammern der Abseitsentscheidungen hätte auch schon mal eine deutliche Reduzierung der Fälle, wo zu diesem Hilfsmittel gegriffen wird, zur Folge.

In England gab es Anfang März bei einem Pokalspiel zwischen den Tottenham Hotspurs und AFC Rochdale (5:2) die kuriose Situation, dass neben diversen Abseitsentscheidungen auch fünf der sieben Tore erst nach Einsatz des Videobeweises gegeben wurden – die Spieler also jeweils eine Minute frierend warten mussten, ehe Sie zum Torjubel ansetzen konnten.

Leute, so macht Ihr das Spiel kaputt – hört auf mit diesem Unsinn oder macht es klar und vernünftig!

Den Worten von Johannes B. Kerner in Doppel-Pass-Runde im nachstehenden Link ist nichts hinzuzufügen

Neue Wege in Berlin

15 Januar 2018

Seit mittlerweile über drei Monaten versuchen die politischen Parteien in Berlin das Wahlergebnis (oder besser: den Wählerauftrag) in die Exekutive umzusetzen. Für mich nimmt das Gerangel dort mittlerweile lächerliche Züge an und ich frage mich jeden Tag mehr, ob nicht Neuwahlen die beste Lösung sind, weil das, was momentan in Berlin passiert, sicherlich von den wenigsten Wählern so gewollt bzw. unterstützt wird.

Das erste Ei wurde den Beteiligten ja bereits um 18:01 Uhr am Wahlabend ins Nest gelegt, als der (Wochen vorher noch als Messias und Heilsbringer gefeierte) SPD-Chef Martin Schulz die beleidigte Leberwurst spielte und ankündigte „Wir gehen definitiv in die Opposition“. Getoppt wurde seine Aussage dann am folgenden Tag von seiner Parteikollegin und immerhin noch amtierenden Arbeitsministerin Andrea Nahles, die ankündigte „ab morgen gibt in die Fresse“. Zielscheibe der angekündigten Faustschläge von Frau Nahles war damals die künftige Regierung. Vielleicht ist diese Aussage ja der Grund dafür, dass sich momentan keiner traut Verantwortung zu unternehmen…

Dann haben wir das „Problem AfD“, mit der keiner so richtig will. Für mich ist die AfD so weit rechts, wie die „Linke“ links ist. Und bevor jetzt wieder ein Riesensaufschrei einsetzt: Natürlich gibt es in dieser Partei Idioten, die Probleme mit dem Demokratieverständnis haben. Aber wenn eine Partei 12,6% aller Stimmen bekommt, damit drittstärkste Kraft im Parlament wird, kann man aus meiner Sicht nicht sagen „mit denen auf keinem Fall…“

Wenn zusammen 33,1% nicht wollen bzw. nicht gewollt sind, wird es schwierig von den verbleibenden 66,9% 50+x Prozent unter einen Hut zu bringen.

Ich verwette mein gesamtes Vermögen. Wenn SPD, Grüne und „Linke“ zusammen eine Mehrheit hätten, hätten wir längst eine Regierung. 

Und spätestens damit die meisten Grundwerte, die die seit 1949 bestehende Bundesrepublik Deutschland auszeichnete, beerdigt.

Genauso wenig wie ich „Bock“ auf Nazis oder Rechtsradikale habe, habe ich Lust darauf, von den politischen Nachfolgern Erich Honeckers und Erich Mielkes regiert zu werden.

Aber ein kleines Rechenspielchen sei erlaubt: 32,9 + 12,6 + 10,7 = 56,2%

Unkommentiert…

Aus meiner Sicht erfordert die heutige Zeit u. U. ein völlig neues Denken. Die folgenden Sätze sind als Satire zu sehen aber ein Stückchen „Ernst“ ist da definitiv auch drin.

Wenn die Gemengelage unter den Parteien zu keiner konstruktiven Mehrheit führt, da wird sich aus meiner Sicht auch bei Neuwahlen nichts ändern.

Warum nicht mal einen Ansatz aus dem Sport bzw. der Wirtschaft wählen und die fähigsten Politiker und (da es dort offensichtlich zu wenige gibt) Manager in die jeweiligen Ämter zu berufen und mit 4-Jahres-Verträgen auszustatten. Sozusagen eine Nationalmannschaft der Politiker. Das Problem das Engländer oder Spanier die guten Leute aus den Verträgen herauskaufen, hätten wir hier schon mal nicht…

Fangen wir mal bei dem Trainer an: Da sollte jemand unbelastet an den Job gehen und deshalb sollten wir die derzeitige Trainerin in den Ruhestand schicken. Als Torhüterin ist Frau Merkel ebenfalls nicht geeignet – die lässt zu viele rein.

Mein Favorit für den Posten des Kanzlers: Dietmar Hopp – der Mann hat auch eine große soziale Ader.

Außenminister: Franz Beckenbauer Der ehemalige Teamchef von 1990 wäre aus meiner Sicht auch ein guter Mann fürs Kanzleramt, genießt aber momentan im Ausland wesentlich mehr Respekt als im Inland (Für mich ist er nach wie vor ein Held!).

Wirtschaftsminister u. Vizekanzler: Friedrich Merz

Finanzminister: Prof. Max Otte (der Mann ist einer der besten Fondsmanager in Deutschland u. bekennender AfD-Wähler)

Verteidigungsminister: Klaus-Peter Willsch (im Gegensatz zu dem „Mädchen“, die derzeit diesen Job ausübt, hat der eine solide Ausbildung in diesem Metier).

Justizministerin: Barbara Salesch

Innenminister: Rainer Wendt (Vorsitzender der deutschen Polizeigewerkschaft) – Staatssekretär im Innenministerium wird Schorsch Horz

Minister für Landwirtschaft u. Ernährung: Reiner Calmund

Gesundheitsminister:  Thomas Tuchel

Verkehrsminister:  Sebastian Vettel

Ministerin für Umwelt und Naturschutz:  Sarah Wagenknecht (die soll auch Verantwortung übernehmen und gehört ins Kabinett rein)

Minister für Arbeit und Soziales: Hier sollte ein Kirchenmann ran. Georg Bätzing geben die Limburger nicht frei – also Kardinal Reinhard Marx.

Familienministerin:  Steffi Graf

Minister für Bildung & Forschung:  Günter Jauch.

Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Gerd Müller (bei dem Namen ist er als einziger aus der alten Garde prädestiniert, weiter zu machen)

Regierungssprecher: Bester Mann hierfür BVB-Stadionsprecher Nobby Dickel (für BVB-Heimspiele wird er weiterhin freigestellt).

Und dann schauen wir mal, dass diese Truppe unser Land in den nächsten vier Jahren weiter voranbringt!

Besser als die Osterhasen, die das momentan versuchen, sollte diese Mannschaft das auf alle Fälle hinbekommen.

Das Eigentor des Jahres

31 Dezember 2017

In den 60er/70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war das Markenzeichens eines Fussball-Vereinspräsidenten meistens ein Hut, eine dicke Zigarre im Schnabel und ab und zu ein dummer Spruch für die Medien. Meistens genau dann, wenn der Verein diesen Zirkus gerade gar nicht gebrauchen konnte. Dieses Klischee wird 40-50 Jahre später nur noch von Einem bedient, wobei der Hut durch einen weißen Schal ersetzt wurde.

Aber streng genommen hat Peter Fischer als Präsident des Vereins Eintracht Frankfurt e.V. nach der Ausgliederung der Fussball-Profiabteilung in die Eintracht Frankfurt AG, im „großen Fussballgeschäft“ nicht mehr all zuviel zu sagen, sondern ist u.a. für die Badminton, Tischtennis und Eiskunstlaufabteilung der Eintracht verantwortlich, was diese bitte in diesem Zusammenhang nicht als Herabstufung verstehen sollen.

Bedingt dadurch, dass der Verein insgesamt 18 Abteilungen unterhält (zuletzt kamen Dart, Triathlon, Tischfussball und Frisbee dazu) und viele Fans ihre Verbundenheit zur Eintracht mit einer Mitgliedschaft im e.V. Ausdruck verleihen, zählt der Verein aktuell knapp 50.000 Mitglieder.

Hier könnte sich nach den aktuellen Äußerungen von Peter Fischer in der F.A.Z. ein deutlicher Rückgang abzeichnen, sagt doch der Präsident wörtlich „Wer die AFD wählt, kann bei uns kein Mitglied sein!“ Rummms – da hat der gute Peter mal allen ein schönes Ei ins Nest gelegt, die angesichts der aktuell hervorragenden sportlichen Situation auf ein besinnliches Weihnachtsfest bzw. einen ruhigen Jahreswechsel gehofft haben.

Schauen wir doch mal in die Satzung des eingetragenen Vereins Eintracht Frankfurt:

Dort steht unter § 3 Absatz 3: Der Verein handelt frei von parteipolitischen, weltanschaulichen und religiösen Bindungen.

Als Präsident eines Vereins sollte ich meine Satzung eigentlich kennen und es ist auch gut so, dass mit solchen Formulierungen eine klare Trennung zwischen Sport und Politik erfolgt.

Der Sport hat sich nicht in die Politik einzumischen und die Politik nicht in den Sport!

Nicht ohne Grund reagiert die FIFA (man kann da über die „ehrenwerte Familie“ denken wie man will, aber in dem Punkt absolut richtig) äußerst allergisch bis hin zur Sperrung von einzelnen Landesverbänden, wenn hier Politiker meinen, sie müssten sich zu sehr in das Sportgeschehen einmischen.

Umso mehr verwundert mich hier die Reaktion aus verschiedenen Kreisen, die auch noch Verständnis für die Aussagen von Peter Fischer zeigen.

Im Gespräch mit der Hessenschau – mit der ich auch meine speziellen Erfahrungen machen durfte – legt Peter Fischer dann noch nach: „Solange ich Präsident bei Eintracht Frankfurt bin, wird es keine Nazis im Verein geben“.

Jetzt ist es doch raus! Alle AFD-Wähler sind Nazis ! Oder ist Peter Fischer einfach nur ein populistischer Hetzer. Für mich ist Letzteres der Fall und ich denke es wird nicht lange dauern, bis er die ersten Klagen am Hals hat.

Man stelle sich mal vor, was in diesem Land los wäre, wenn ein Vereinspräsident sagen würde: „Solange ich im Amt bin, werden bei uns keine Türken spielen“ oder „Solange ich im Amt bin, werde ich unter unseren Mitgliedern keine Wähler der Linkspartei dulden“

Beide Aussagen würde ich genauso kritisieren, wie ich das bei der jetzigen Aussage von Peter Fischer tue, aber es würden jeweils völlig unterschiedliche Armeen hinter mir stehen.

Ich kenne viele AFD-Wähler die Eintracht-Anhänger sind. Ich kenne auch viele, die Bayern, BVB oder „Club-Fans“ sind. Das sind in dem Fall Leute, die die Liebe zum Fussball vereint und keine „braune Brut“, wie von Peter Fischer bezeichnet. Und das sind genauso wenig Nazis, wie Leute, die die Gewaltexzesse beim G20 Gipfel kritisieren und dass dann vielleicht in einer „etwas zu derben Wortwahl“ formulieren.

Herr Fischer, ich habe großen Respekt vor Ihrem Engagement in den letzten 20 Jahren bei Eintracht Frankfurt. Aber mit dieser Nummer haben Sie – völlig ohne Not – das Eigentor des Jahres 2017 geschossen. Packen Sie Ihren weißen Schal ein und treten Sie zurück – das ist der letzte große Dienst, den Sie Ihrer geliebten Eintracht leisten können.

 

Ein schlechtes Signal an die Basis

19 Dezember 2017

Aktuell läuft die in Abu Dhabi die „FIFA Klub-WM“. Teilnehmer sind so klangvolle Namen wie Wydad Casablanca (Marokko) und CF Pachuka (Mexiko). Auf der Website des Fachmagazins „Kicker“ muss man schon bis hinter die Ergebnisse der amerikanischen Baseball-Liga scrollen, um hier Informationen zu dieser Veranstaltung zu finden. Nicht nur das zeigt, dass das mediale Interesse an diesem „Kunstgebilde“ – zumindest in Deutschland – gegen Null geht.

Früher gab es noch den guten alten Weltpokal, bei dem die beiden Gewinner der europäischen (UEFA-Champions-League) und südamerikanischen (Copa Libertadores) Klubwettbewerbe gegeneinander antraten und den Weltpokalsieger ermittelten. In den Jahren 1960-1979 mit Hin- und Rückspiel und von 1980 – 2004 in einem Spiel am festen Standort Tokio. 22:21 zugunsten von Südamerika lautet die Bilanz. Mit Bayern München (1976 und 2001) sowie Borussia Dortmund 1997 gab es zwei deutsche Mannschaften die sich „Weltpokalsieger“ nennen konnten. Und der FC St. Pauli setzte nach dem Sieg gegen die Bayern in der Bundesliga-Saison 2001/2002 noch einen drauf und nannte sich „Weltpokalsieger-Besieger“

Aber seit dem Jahr 2004 wurde auch hier in klassischer FIFA-Manier an einer Ausweitung dieses Wettbewerbs gearbeitet. Mittlerweile spielen sieben Mannschaften in jedem Jahr kurz vor Weihnachten die „FIFA-Klub-WM“ aus. Einen Wettbewerb den kein Mensch braucht, weil…

…wie in den 45 Jahren zuvor auch seit Bestehen der Klub-WM der Sieger immer aus Europa oder Südamerika kam. Das gute alte Weltpokalfinale hätte es da auch getan.

Und hätten Sie es noch gewusst, dass mit Bayern München im Jahr 2013 auch ein deutscher Verein sich in die Reihe der Gewinner einordnen durfte ? Ich nicht auf Anhieb. Das Medieninteresse in Deutschland an diesem Wettbewerb geht – wie bereits oben gesagt – gegen null.

Aber fast hätte ich es vergessen – es gibt vier Leute in Deutschland, die keine Strapazen scheuen und sich auf den Weg in die Vereinigten Arabischen Emirate gemacht haben. Bundestrainer Jogi Löw und seine drei Assistenten Thomas Schneider, Marcus Sorg und Andi Köpke.

„Neben den Spielbesuchen werden wir uns vor allem auch mit den Vorbereitungen auf die WM in Russland beschäftigen. Wie strukturieren wir das Trainingslager? Wann starten wir? Welche Trainingsinhalte planen wir? Solche Fragen werden wir diskutieren.“ wird Jogi Löw auf der DFB-Website zitiert.

Meine Meinung dazu: Bravo Jungs ! Da habt Ihr dem Reinhard Grindel einen schönen Bären aufgebunden und ihm einen mittleren fünfstelligen Betrag für diese „Dienstreise“ aus der Tasche gezogen. Wenn’s nach mir gegangen wär, hättet Ihr einen schön beheizten Besprechungsraum in der Otto-Fleck-Schneise bekommen. Früher hätte es noch ein Flipchart und 5 Buntstifte dazugegeben, heute hat ja jeder seinen Laptop, da können wir das auch sparen. Und wenn Ihr brav Euren Plan gemacht habt, kann dann jeder von Euch auf eigene Kosten in den Weihnachtsurlaub fliegen. Nach Dubai, Kitzbühel oder Mauritius – jeder, wie er möchte.

Aber diese Nummer hier? Ein ganz schlechtes Signal an die Basis!