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Vorbilder?

16 April 2018

Das beherrschende Thema dieser Woche (und wahrscheinlich auch der nächsten Woche) war der Wechsel von Eintracht-Coach Niko Kovac zu Bayern München.

Als „Clubberer“ kann ich die Emotionen der Eintracht-Fans absolut nachvollziehen. In der Winterpause 2012/2013 kaufte der VFL Wolfsburg den damaligen „Club“-Trainer Dieter Hecking aus einem laufenden Vertrag heraus und der „Club“ (zu diesem Zeitpunkt auf einem guten Weg), stieg ein Jahr später aus der Bundesliga ab.

Seit Wochen lauerten ja die Fans bundesweit, wann denn die beiden vakanten Trainerposten bei den Bayern und dem BVB besetzt werden, bzw. wer als erster mit der Meldung „aus dem Schrank“ kommt.

Dass Kovac zu den Bayern geht, ist an sich ja keine Überraschung. Er hat in Frankfurt in den beiden vergangenen Jahren überragende Arbeit abgeliefert und eine zusammengewürfelte Mannschaft in die Nähe der Champions-League-Ränge geführt. Entsprechend hatte er sich in der Fangemeinde der Frankfurter einen Heldenstatus aufgebaut. Zur „Legende“ reicht es nach der Entwicklung der letzten Woche offensichtlich nicht.

Bei der ganzen Sache stört mich vor allem die Art und Weise, wie Kovac versuchte die komplette Fußballwelt mit seiner Aussage „die Bayern haben mich am Donnerstag erstmals kontaktiert und dann hat die Sache eine Dynamik angenommen“ zu VERARSCHEN.

Mir kann niemand erzählen, dass man eine so eine gravierende Entscheidung innerhalb von 12 Stunden trifft. Mal ganz abgesehen davon, dass da in der Regel Horden von Anwälten und „Häkchenmachern“ mit eingebunden werden. Und dass die Verantwortlichen des FC Bayern ihm am Donnerstag ein Angebot, versehen mit der Bemerkung „nur heute gültig“ vorlegten, glaube ich nicht.

Da glaube ich eher den Männern um Rainer Holzschuh vom Kicker, nach deren Informationen schon über mehrere Wochen verhandelt wurde und bereits vor 14 Tagen eine Einigung erzielt wurde.

Dass das Ganze gerade zum jetzigen Zeitpunkt hochkocht, ist für die Eintracht extrem ärgerlich, stehen dem Team doch mit Spielen in Leverkusen, auf Schalke (Pokal), gegen Hertha und in München 14 Tage bevor in denen es „um die Wurst“ geht bzw. die Leistungen der bisherigen Saison zu veredeln.

Das Argument der Bayern „die Frankfurter sollen froh sein, dass es jetzt rausgekommen ist“ zieht bei mir nicht. Professionell wäre gewesen, sich vor 14 Tagen (nach der Einigung) zu verständigen und es dann entweder gleich zu verkünden oder sich gemeinsam auf einen Termin zu verständigen, an dem man die „Katze aus dem Sack lässt“. So wird jetzt der „Maulwurf“ gesucht, denn letztendlich war die Entwicklung am Donnerstag hauptsachlich dem Druck der Presse geschuldet.

So steht der bekennende Christ Kovac jetzt als einer da, der es mit dem 8. Gebot („Du sollst nicht lügen“) nicht ganz so ernst nimmt. Die Höchststrafe für ihn dürfte jedoch der schlagartige Sympathieverlust bei den Eintracht-Fans sein. Ob der Blick aufs Bankkonto dieses Gefühl komplett entschädigt?

Sein „Kollege“ Jürgen Klopp hat bei seinem Abschied in Dortmund gesagt: „Entscheidend ist nicht, was die Leute über dich sagen, wenn du kommst, entscheidend ist, was sie sagen, wenn du gehst“

Eins steht fest: In Dortmund werden die Leute über Jürgen Klopp anders reden als in Frankfurt über Niko Kovac!

Sperrt das Kellerloch zu!

16 März 2018

Max Stillger zum Thema „Videobeweis“

Jahrzehntelang lebte der Fußball an Montagen und Dienstagen von der Diskussion über die Spiele des vergangenen Wochenendes. War es Abseits? War die Rote Karte berechtigt? War es ein Handelfmeter?

Beim Thema „Handelfmeter“ habe ich längst den Überblick verloren, das legt jeder aus, wie er will und die „Regelmacher“ schauen tatenlos zu.

Aber dafür wird ein „Oberschiedsrichter“ (nichts anderes ist der Videobeweis) eingeführt, der in Köln-Deutz in einem Keller sitzt und von dort aus über Fernsehbilder mögliche Fehlentscheidungen des Referees auf dem Platz korrigieren soll. Das führt zu teilweise kuriosen Szenen, dass das Spiel längst in eine neue Spielphase eingetreten ist, der Schiedsrichter dann eine Handbewegung macht, die wir eigentlich nur von Frau Merkel kennen. Nachdem die eine Mannschaft knapp vorbeigeschossen hat, gibt es 100 Meter entfernt auf der anderen Seite einen Elfmeter und kein Mensch im Stadion weiß mehr warum, weil die Leute nach einem kurzen Aufreger diese Situation abgehakt haben.

Beim holländischen Super-Cup zwischen Feyenoord Rotterdam und Vitesse Arnheim gab es im vergangenen Jahr sogar die kuriose Situation, dass Feyenoord das korrekte 2:0 erzielte, aufgrund einer Situation vorher im eigenen Strafraum aber der Videobeweis zum Einsatz kam und ein Elfmeter für Arnheim gegeben wurde. 1:1 anstatt 2:0. So eine Entscheidung in der 90. Minute nächstes Jahr beim Derby HSV- St. Pauli und die Polizei hat viel Spaß.

Für alle, die dann früher gesungen haben „Schiri, wir wissen, wo Dein Auto steht“ hier als spezieller Service die Adresse:

Cologne Broadcasting Service, Picassoplatz 1 in 50679 Köln – so ändern sich die Zeiten.

Für mich ist dieser Videobeweis alleine deshalb schon überflüssig, weil er den ganzen Spielfluss völlig neu definiert. Nach fast jedem Tor wird erstmal verhalten gejubelt, es könnte ja de gefürchtete Raute (nein nicht der HSV – sondern die Merkelsche Handbewegung) zum Einsatz kommen.

Das noch größere Problem aber: Es ist nicht besser geworden und es ist auch keine einheitliche Linie bei den Entscheidungen zu erkennen. Und anstatt über die Entscheidungen des Schiedsrichters, wird jetzt tagelang über die Entscheidungen aus dem Keller in Köln-Deutz diskutiert.

Das ganze Thema ist völlig unausgegoren. Meiner Meinung nach gehört z.B. das Thema „Abseits oder nicht?“ definitiv in die Verantwortung der drei Herren in Schwarz. Schon alleine aus dem folgenden Grund: Was machen wir denn, wenn der Schiedsrichter abseits gepfiffen hat und der Videobeweis zeigt, es war kein Abseits. Wie soll der Spielzug wiederholt werden? Und die Abseitsentscheidungen sind auch oft am Bildschirm – trotz diverser eingezogener Hilfslinien – nicht eindeutig.

Achtung jetzt kommt der Mathe-Leistungskurs von vor 35 Jahren:

Wenn der Zeitpunkt des Ballabspiels eine Variationszeit von schätzungsweise nur einer Zehntelsekunde hat und ein Spieler wie Timo Werner mit 35 kmh nach vorne unterwegs ist und der Abwehrspieler bewegt sich mit 10 kmh in die Gegenrichtung, dann verschieben sich diese beiden Positionen in einer Zehntelsekunde um 1,25 Meter. Anders ausgesprochen: Die eigentliche „Macht“ bei Abseitsentscheidungen, hat nicht der Oberschiedsrichter, sondern derjenige, der „aufs Knöppje drückt“ und das Fernsehbild anhält.

Ein Ausklammern der Abseitsentscheidungen hätte auch schon mal eine deutliche Reduzierung der Fälle, wo zu diesem Hilfsmittel gegriffen wird, zur Folge.

In England gab es Anfang März bei einem Pokalspiel zwischen den Tottenham Hotspurs und AFC Rochdale (5:2) die kuriose Situation, dass neben diversen Abseitsentscheidungen auch fünf der sieben Tore erst nach Einsatz des Videobeweises gegeben wurden – die Spieler also jeweils eine Minute frierend warten mussten, ehe Sie zum Torjubel ansetzen konnten.

Leute, so macht Ihr das Spiel kaputt – hört auf mit diesem Unsinn oder macht es klar und vernünftig!

Den Worten von Johannes B. Kerner in Doppel-Pass-Runde im nachstehenden Link ist nichts hinzuzufügen

Neue Wege in Berlin

15 Januar 2018

Seit mittlerweile über drei Monaten versuchen die politischen Parteien in Berlin das Wahlergebnis (oder besser: den Wählerauftrag) in die Exekutive umzusetzen. Für mich nimmt das Gerangel dort mittlerweile lächerliche Züge an und ich frage mich jeden Tag mehr, ob nicht Neuwahlen die beste Lösung sind, weil das, was momentan in Berlin passiert, sicherlich von den wenigsten Wählern so gewollt bzw. unterstützt wird.

Das erste Ei wurde den Beteiligten ja bereits um 18:01 Uhr am Wahlabend ins Nest gelegt, als der (Wochen vorher noch als Messias und Heilsbringer gefeierte) SPD-Chef Martin Schulz die beleidigte Leberwurst spielte und ankündigte „Wir gehen definitiv in die Opposition“. Getoppt wurde seine Aussage dann am folgenden Tag von seiner Parteikollegin und immerhin noch amtierenden Arbeitsministerin Andrea Nahles, die ankündigte „ab morgen gibt in die Fresse“. Zielscheibe der angekündigten Faustschläge von Frau Nahles war damals die künftige Regierung. Vielleicht ist diese Aussage ja der Grund dafür, dass sich momentan keiner traut Verantwortung zu unternehmen…

Dann haben wir das „Problem AfD“, mit der keiner so richtig will. Für mich ist die AfD so weit rechts, wie die „Linke“ links ist. Und bevor jetzt wieder ein Riesensaufschrei einsetzt: Natürlich gibt es in dieser Partei Idioten, die Probleme mit dem Demokratieverständnis haben. Aber wenn eine Partei 12,6% aller Stimmen bekommt, damit drittstärkste Kraft im Parlament wird, kann man aus meiner Sicht nicht sagen „mit denen auf keinem Fall…“

Wenn zusammen 33,1% nicht wollen bzw. nicht gewollt sind, wird es schwierig von den verbleibenden 66,9% 50+x Prozent unter einen Hut zu bringen.

Ich verwette mein gesamtes Vermögen. Wenn SPD, Grüne und „Linke“ zusammen eine Mehrheit hätten, hätten wir längst eine Regierung. 

Und spätestens damit die meisten Grundwerte, die die seit 1949 bestehende Bundesrepublik Deutschland auszeichnete, beerdigt.

Genauso wenig wie ich „Bock“ auf Nazis oder Rechtsradikale habe, habe ich Lust darauf, von den politischen Nachfolgern Erich Honeckers und Erich Mielkes regiert zu werden.

Aber ein kleines Rechenspielchen sei erlaubt: 32,9 + 12,6 + 10,7 = 56,2%

Unkommentiert…

Aus meiner Sicht erfordert die heutige Zeit u. U. ein völlig neues Denken. Die folgenden Sätze sind als Satire zu sehen aber ein Stückchen „Ernst“ ist da definitiv auch drin.

Wenn die Gemengelage unter den Parteien zu keiner konstruktiven Mehrheit führt, da wird sich aus meiner Sicht auch bei Neuwahlen nichts ändern.

Warum nicht mal einen Ansatz aus dem Sport bzw. der Wirtschaft wählen und die fähigsten Politiker und (da es dort offensichtlich zu wenige gibt) Manager in die jeweiligen Ämter zu berufen und mit 4-Jahres-Verträgen auszustatten. Sozusagen eine Nationalmannschaft der Politiker. Das Problem das Engländer oder Spanier die guten Leute aus den Verträgen herauskaufen, hätten wir hier schon mal nicht…

Fangen wir mal bei dem Trainer an: Da sollte jemand unbelastet an den Job gehen und deshalb sollten wir die derzeitige Trainerin in den Ruhestand schicken. Als Torhüterin ist Frau Merkel ebenfalls nicht geeignet – die lässt zu viele rein.

Mein Favorit für den Posten des Kanzlers: Dietmar Hopp – der Mann hat auch eine große soziale Ader.

Außenminister: Franz Beckenbauer Der ehemalige Teamchef von 1990 wäre aus meiner Sicht auch ein guter Mann fürs Kanzleramt, genießt aber momentan im Ausland wesentlich mehr Respekt als im Inland (Für mich ist er nach wie vor ein Held!).

Wirtschaftsminister u. Vizekanzler: Friedrich Merz

Finanzminister: Prof. Max Otte (der Mann ist einer der besten Fondsmanager in Deutschland u. bekennender AfD-Wähler)

Verteidigungsminister: Klaus-Peter Willsch (im Gegensatz zu dem „Mädchen“, die derzeit diesen Job ausübt, hat der eine solide Ausbildung in diesem Metier).

Justizministerin: Barbara Salesch

Innenminister: Rainer Wendt (Vorsitzender der deutschen Polizeigewerkschaft) – Staatssekretär im Innenministerium wird Schorsch Horz

Minister für Landwirtschaft u. Ernährung: Reiner Calmund

Gesundheitsminister:  Thomas Tuchel

Verkehrsminister:  Sebastian Vettel

Ministerin für Umwelt und Naturschutz:  Sarah Wagenknecht (die soll auch Verantwortung übernehmen und gehört ins Kabinett rein)

Minister für Arbeit und Soziales: Hier sollte ein Kirchenmann ran. Georg Bätzing geben die Limburger nicht frei – also Kardinal Reinhard Marx.

Familienministerin:  Steffi Graf

Minister für Bildung & Forschung:  Günter Jauch.

Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Gerd Müller (bei dem Namen ist er als einziger aus der alten Garde prädestiniert, weiter zu machen)

Regierungssprecher: Bester Mann hierfür BVB-Stadionsprecher Nobby Dickel (für BVB-Heimspiele wird er weiterhin freigestellt).

Und dann schauen wir mal, dass diese Truppe unser Land in den nächsten vier Jahren weiter voranbringt!

Besser als die Osterhasen, die das momentan versuchen, sollte diese Mannschaft das auf alle Fälle hinbekommen.

Das Eigentor des Jahres

31 Dezember 2017

In den 60er/70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war das Markenzeichens eines Fussball-Vereinspräsidenten meistens ein Hut, eine dicke Zigarre im Schnabel und ab und zu ein dummer Spruch für die Medien. Meistens genau dann, wenn der Verein diesen Zirkus gerade gar nicht gebrauchen konnte. Dieses Klischee wird 40-50 Jahre später nur noch von Einem bedient, wobei der Hut durch einen weißen Schal ersetzt wurde.

Aber streng genommen hat Peter Fischer als Präsident des Vereins Eintracht Frankfurt e.V. nach der Ausgliederung der Fussball-Profiabteilung in die Eintracht Frankfurt AG, im „großen Fussballgeschäft“ nicht mehr all zuviel zu sagen, sondern ist u.a. für die Badminton, Tischtennis und Eiskunstlaufabteilung der Eintracht verantwortlich, was diese bitte in diesem Zusammenhang nicht als Herabstufung verstehen sollen.

Bedingt dadurch, dass der Verein insgesamt 18 Abteilungen unterhält (zuletzt kamen Dart, Triathlon, Tischfussball und Frisbee dazu) und viele Fans ihre Verbundenheit zur Eintracht mit einer Mitgliedschaft im e.V. Ausdruck verleihen, zählt der Verein aktuell knapp 50.000 Mitglieder.

Hier könnte sich nach den aktuellen Äußerungen von Peter Fischer in der F.A.Z. ein deutlicher Rückgang abzeichnen, sagt doch der Präsident wörtlich „Wer die AFD wählt, kann bei uns kein Mitglied sein!“ Rummms – da hat der gute Peter mal allen ein schönes Ei ins Nest gelegt, die angesichts der aktuell hervorragenden sportlichen Situation auf ein besinnliches Weihnachtsfest bzw. einen ruhigen Jahreswechsel gehofft haben.

Schauen wir doch mal in die Satzung des eingetragenen Vereins Eintracht Frankfurt:

Dort steht unter § 3 Absatz 3: Der Verein handelt frei von parteipolitischen, weltanschaulichen und religiösen Bindungen.

Als Präsident eines Vereins sollte ich meine Satzung eigentlich kennen und es ist auch gut so, dass mit solchen Formulierungen eine klare Trennung zwischen Sport und Politik erfolgt.

Der Sport hat sich nicht in die Politik einzumischen und die Politik nicht in den Sport!

Nicht ohne Grund reagiert die FIFA (man kann da über die „ehrenwerte Familie“ denken wie man will, aber in dem Punkt absolut richtig) äußerst allergisch bis hin zur Sperrung von einzelnen Landesverbänden, wenn hier Politiker meinen, sie müssten sich zu sehr in das Sportgeschehen einmischen.

Umso mehr verwundert mich hier die Reaktion aus verschiedenen Kreisen, die auch noch Verständnis für die Aussagen von Peter Fischer zeigen.

Im Gespräch mit der Hessenschau – mit der ich auch meine speziellen Erfahrungen machen durfte – legt Peter Fischer dann noch nach: „Solange ich Präsident bei Eintracht Frankfurt bin, wird es keine Nazis im Verein geben“.

Jetzt ist es doch raus! Alle AFD-Wähler sind Nazis ! Oder ist Peter Fischer einfach nur ein populistischer Hetzer. Für mich ist Letzteres der Fall und ich denke es wird nicht lange dauern, bis er die ersten Klagen am Hals hat.

Man stelle sich mal vor, was in diesem Land los wäre, wenn ein Vereinspräsident sagen würde: „Solange ich im Amt bin, werden bei uns keine Türken spielen“ oder „Solange ich im Amt bin, werde ich unter unseren Mitgliedern keine Wähler der Linkspartei dulden“

Beide Aussagen würde ich genauso kritisieren, wie ich das bei der jetzigen Aussage von Peter Fischer tue, aber es würden jeweils völlig unterschiedliche Armeen hinter mir stehen.

Ich kenne viele AFD-Wähler die Eintracht-Anhänger sind. Ich kenne auch viele, die Bayern, BVB oder „Club-Fans“ sind. Das sind in dem Fall Leute, die die Liebe zum Fussball vereint und keine „braune Brut“, wie von Peter Fischer bezeichnet. Und das sind genauso wenig Nazis, wie Leute, die die Gewaltexzesse beim G20 Gipfel kritisieren und dass dann vielleicht in einer „etwas zu derben Wortwahl“ formulieren.

Herr Fischer, ich habe großen Respekt vor Ihrem Engagement in den letzten 20 Jahren bei Eintracht Frankfurt. Aber mit dieser Nummer haben Sie – völlig ohne Not – das Eigentor des Jahres 2017 geschossen. Packen Sie Ihren weißen Schal ein und treten Sie zurück – das ist der letzte große Dienst, den Sie Ihrer geliebten Eintracht leisten können.

 

Ein schlechtes Signal an die Basis

19 Dezember 2017

Aktuell läuft die in Abu Dhabi die „FIFA Klub-WM“. Teilnehmer sind so klangvolle Namen wie Wydad Casablanca (Marokko) und CF Pachuka (Mexiko). Auf der Website des Fachmagazins „Kicker“ muss man schon bis hinter die Ergebnisse der amerikanischen Baseball-Liga scrollen, um hier Informationen zu dieser Veranstaltung zu finden. Nicht nur das zeigt, dass das mediale Interesse an diesem „Kunstgebilde“ – zumindest in Deutschland – gegen Null geht.

Früher gab es noch den guten alten Weltpokal, bei dem die beiden Gewinner der europäischen (UEFA-Champions-League) und südamerikanischen (Copa Libertadores) Klubwettbewerbe gegeneinander antraten und den Weltpokalsieger ermittelten. In den Jahren 1960-1979 mit Hin- und Rückspiel und von 1980 – 2004 in einem Spiel am festen Standort Tokio. 22:21 zugunsten von Südamerika lautet die Bilanz. Mit Bayern München (1976 und 2001) sowie Borussia Dortmund 1997 gab es zwei deutsche Mannschaften die sich „Weltpokalsieger“ nennen konnten. Und der FC St. Pauli setzte nach dem Sieg gegen die Bayern in der Bundesliga-Saison 2001/2002 noch einen drauf und nannte sich „Weltpokalsieger-Besieger“

Aber seit dem Jahr 2004 wurde auch hier in klassischer FIFA-Manier an einer Ausweitung dieses Wettbewerbs gearbeitet. Mittlerweile spielen sieben Mannschaften in jedem Jahr kurz vor Weihnachten die „FIFA-Klub-WM“ aus. Einen Wettbewerb den kein Mensch braucht, weil…

…wie in den 45 Jahren zuvor auch seit Bestehen der Klub-WM der Sieger immer aus Europa oder Südamerika kam. Das gute alte Weltpokalfinale hätte es da auch getan.

Und hätten Sie es noch gewusst, dass mit Bayern München im Jahr 2013 auch ein deutscher Verein sich in die Reihe der Gewinner einordnen durfte ? Ich nicht auf Anhieb. Das Medieninteresse in Deutschland an diesem Wettbewerb geht – wie bereits oben gesagt – gegen null.

Aber fast hätte ich es vergessen – es gibt vier Leute in Deutschland, die keine Strapazen scheuen und sich auf den Weg in die Vereinigten Arabischen Emirate gemacht haben. Bundestrainer Jogi Löw und seine drei Assistenten Thomas Schneider, Marcus Sorg und Andi Köpke.

„Neben den Spielbesuchen werden wir uns vor allem auch mit den Vorbereitungen auf die WM in Russland beschäftigen. Wie strukturieren wir das Trainingslager? Wann starten wir? Welche Trainingsinhalte planen wir? Solche Fragen werden wir diskutieren.“ wird Jogi Löw auf der DFB-Website zitiert.

Meine Meinung dazu: Bravo Jungs ! Da habt Ihr dem Reinhard Grindel einen schönen Bären aufgebunden und ihm einen mittleren fünfstelligen Betrag für diese „Dienstreise“ aus der Tasche gezogen. Wenn’s nach mir gegangen wär, hättet Ihr einen schön beheizten Besprechungsraum in der Otto-Fleck-Schneise bekommen. Früher hätte es noch ein Flipchart und 5 Buntstifte dazugegeben, heute hat ja jeder seinen Laptop, da können wir das auch sparen. Und wenn Ihr brav Euren Plan gemacht habt, kann dann jeder von Euch auf eigene Kosten in den Weihnachtsurlaub fliegen. Nach Dubai, Kitzbühel oder Mauritius – jeder, wie er möchte.

Aber diese Nummer hier? Ein ganz schlechtes Signal an die Basis!

Die Ware „Fußball“

16 November 2017

„Die Zukunft des Fußballs“ lautete der Arbeitstitel der 4. Fußball-Ökonomie-Konferenz, veranstaltet vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI), an der ich in dieser Woche teilnehmen durfte.

Für mich immer wieder faszinierend ist es zu beobachten, welcher „Aufriss“ und welches „Tamtam“ in der heutigen Zeit um ein Spiel gemacht wird, wo 22 Mann einem Ball hinterherlaufen, was 90 Minuten dauert und wo – laut Gary Lineker – am Ende meistens die Deutschen gewinnen.

Die wichtigste Erkenntnis für mich aus dieser – mit teilweise hochkarätigen Referenten besetzten – Veranstaltung lautet:

Es ist keine Frage mehr, ob die „50+1-Regel“ fällt, sondern nur noch wann.

Zum Hintergrund: Die meisten Vereine im deutschen Profifußball haben die Fußballabteilung in eine separate GmbH oder AG ausgegliedert und aus dem Stammverein herausgelöst. An diesen Kapitalgesellschaften können sich Investoren und Sponsoren beteiligen (theoretisch mit bis zu 100%), aber die Statuten des Vereins „Die-Liga Fußballverband e.V.“ (DFL) fordern, dass die Mehrheit der Stimmrechte und damit auch die Entscheidungsgewalt beim Stammverein liegen muss.

Her findet man eine sehr gute Übersicht, welche Vereine ausgegliedert haben und wer an diesen Vereinen beteiligt ist.

https://de.wikipedia.org/wiki/50%2B1-Regel

Mit der „50+1“-Regel soll verhindert werden, dass Sponsoren Einfluss auf sportliche Entscheidungen nehmen. Eine Gefahr, die übrigens nicht nur im Profibereich, sondern auch latent über jedem Kreisligisten schwebt. In den 80er Jahren spielte sich im Vereinsheim des FCA Niederbrechen eine legendäre Diskussion ab, als ein örtlicher Sponsor einen vierstelligen Betrag mit den Worten „Das ist für Euch, wenn Ihr den Trainer heimschickt“ auf die Theke legte. Und beileibe nicht jeder Verein hat da so selbstbewusste Führungskräfte an Bord, wie der damalige FCA-Vorsitzende Rudi Fuchs, der den Sponsor mit den Worten „Du behältst dei Geld, und mir behalle unsern Trainer“ in die Schranken wies.

Gut 30 Jahre später geht es bei Sponsoren und Investoren in den deutschen Profiligen nicht mehr um vierstellige, sondern nicht selten um achtstellige Beträge und da wächst natürlich bei den Geldgebern der Wunsch nicht nur als „Melkkuh“, sondern auch als „Bulle“ (in dieses Wortspiel kann man allerhand reininterpretieren) zu agieren. Mit Bayer Leverkusen, dem VFL Wolfsburg, der TSG Hoffenheim, RB Leipzig und demnächst Hannover 96 gibt es mittlerweile schon 5 von 18 Vereine in der Bundesliga bei denen mehr oder weniger Investoren bzw. Sponsoren das Sagen haben und die „Gemeinde“ ist sich weitgehend einig, dass sich auf Dauer die alte kölsche Regel „Wer die Musik bezahlt, der bestimmt was sie spielt“ auch bei den restlichen Vereinen durchsetzen wird.

Ob das besser oder schlechter ist? – da gehen die Meinungen genauso weit auseinander, wie beim Videobeweis.

Digitalisierung steckt noch in den Kinderschuhen

Neben „50+1“ war die zunehmende Digitalisierung ein großer Themenschwerpunkt.

Gab es in den 80er Jahren außer dem Ergebnis und der Zuschauerzahl höchstens noch das Eckenverhältnis als zusätzliche Information, werden wir heute mit Daten zur Laufleistung jedes Spielers, wieviel Ballkontakte er hatte und wieviel Fehlpässe er gespielt hat, regelrecht überschwemmt. Glaubt man den Experten, stehen wir aber erst am Anfang der Entwicklung. Dass der Fan bereits bei der Anfahrt zum Stadion per Handy-App seine Bratwurst und sein Bier bestellt, was dann per Drohne zu seinem Stamm-Parkplatz ausgeliefert wird, ist nur eine Version. Der Gedanke dahinter (vielleicht isst der Fan dann insgesamt drei Bratwürste, weil er nicht mehr so lange anstehen muss) lässt mich nicht unbedingt unbesorgt in die Zukunft schauen.

„Big data“ – Analyse des Kaufverhaltens – Sammeln von Informationen und Präferenzen des „Kunden“ (in diesem Fall des Fans). Das komplette Horrorszenario von Daten- und Verbraucherschützern als Geschäftsmodell in der Bundesliga?

Ich brauche das nicht!

Mein persönliches Fazit: Der Fußball muss aufpassen, dass das Rad nicht überdreht wird. Insbesondere, wenn eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit der „Ware Fußball“ nicht mehr gewährleistet ist, bewegt sich der Spitzenfußball auf einem schmalen Grad.

Die verantwortlichen Funktionäre der FIFA – insbesondere die ganze korrupte Bande aus Lateinamerika (Grondona, Texeira, Leoz und Co,) – wissen mittlerweile wie schmal der Grat sein kann. Seit dieser Woche läuft in New York der Prozess gegen diese „Totengräber des Fußballs“. Grondona liegt mittlerweile waagrecht – der Rest sollte nach dem Urteil „sitzen“.

Weltspartag

1 November 2017

Es ist wieder soweit:

Der „Weltspartag“ wird seit nunmehr 93 Jahren am letzten Bankarbeitstag im Oktober „gefeiert“. Sie sind in jeder Stammtischrunde definitiv ganz vorne dabei, wenn Sie die Preisfrage stellen, wo denn der Weltspartag erfunden wurde. Nämlich in Italien, genauer gesagt in Mailand auf dem „First International Thrift Congress“, dem ersten internationalen Sparkassen-Kongress im Jahre 1924.

Ziel und Zweck des Weltspartags war neben der Förderung des „Sparens“ auch der pädagogische Auftrag breiten Bevölkerungsschichten Zugang zu wirtschaftlicher Bildung zu ermöglichen.

„Sparen“ an sich ist eine sehr lobenswerte Aktivität, heißt es doch weniger Geld auszugeben, als man an Einnahmen zur Verfügung hat. Der umgekehrte Weg führt – das wissen wir alle – früher oder später in die Pleite bzw. Insolvenz.

Was sich allerdings in den letzten 10 Jahren grundlegend geändert hat, ist die Frage bzw. die Aufgabe „Was mache ich denn mit dem gesparten Geld?“

Ich kann mich noch gut erinnern, dass es meiner Schulzeit in den 70er Jahren – genau wie heute – quasi „als Belohnung“ Werbegeschenke gab, wenn man sein Sparschwein zum Weltspartag auf die Bank brachte und den Inhalt auf sein Sparbuch einzahlte.

In der heutigen Zeit, wo wir seit gut fünf Jahren keinen Zins mehr kennen, macht Sparen zwar weiter Sinn, aber Zuwächse erzielt man auf dem Sparbuch nur noch durch Einzahlungen, nicht mehr durch Zinserträge. Also man muss umdenken, was man denn mit dem gesparten Geld macht.

Bei Nullzinsen sind alle Zinsprodukte wie Sparbücher, Festgeld, Bausparverträge oder Versicherungen praktisch „tot“. Aber es gibt Alternativen: Immobilien werfen Mieten ab, Unternehmen erwirtschaften Gewinne und wenn das Unternehmen börsennotiert ist, kann man sich daran beteiligen und erhält einen Anteil am Gewinn in Form der Dividende.

Wenn man das Gebot der Risikostreuung beachtet, kann die Alternativlösung zum Sparbuch eigentlich nur „Investmentfonds“ lauten. Sowohl im Immobilien- als auch im Aktienbereich findet man zahlreiche Angebote, die schon ab einem Beitrag von 25 € mtl. einen soliden Vermögensaufbau ermöglichen.

Aber – und das ist der große Unterschied zu Zinsprodukten – bei Immobilien und Aktien erwerbe ich keinen Nominalwert, der am Ende der Laufzeit auch garantiert zurückgezahlt wird, sondern ich kaufe zu einem aktuellen Marktpreis bzw. Börsenkurs. Und dieser Preis kann je nach wirtschaftlicher Entwicklung steigen oder fallen. Da die wirtschaftliche Entwicklung auf der Zeitachse wie ein schräger Pfeil nach oben gerichtet ist, brauche ich als Anleger nur entsprechend Zeit, damit ein Rückschlag meinen Gegenwert nicht unter den Einstandskurs fallen lässt.

Den zweiten Zweck des Weltspartags – die finanzielle Bildung hat mir aber kein Lehrer, sondern mein Großvater beigebracht. (siehe auch: http://www.dasinvestment.com/22-fragen-an-markus-stillger-im-leben-kannst-du-immer-verhandeln/)

Prozentrechnen gab es zwar in der Schule, aber das Händlerblut, Verhandlungsgeschick und den gesunden Menschenverstand um „gut und schlecht“ in Finanzfragen zu unterscheiden, stand dort leider nicht auf dem Lehrplan.

Sie ahnen es, es ist in der heutigen Zeit, viel, viel schwieriger als früher (wo es noch einen risikolosen Zins gab) erfolgreich mit dem gesparten Geld umzugehen. Umso wichtiger ist es – gerade junge Leute hier in Sachen wirtschaftlicher Bildung an diese Materie heranzuführen.

Das ist übrigens eine der Aufgaben, die sich die 2017 gegründete Max-Stillger-Stiftung auf Ihre Fahnen geschrieben hat.

In der heutigen Zeit ist ein Coach bzw. Berater, der sie in wirtschaftlichen Fragen begleitet, wichtiger denn je. Den „Richtigen“ zu finden ist eine schwierige aber lösbare Aufgabe.

Fußball für Ästheten

19 Oktober 2017

Bei allen künstlerisch angehauchten Fußball-Schöngeistern steht in dieser Woche eine wichtige Veranstaltung im Terminkalender. Am Freitag, den 20. Oktober verleiht die „Deutsche Akademie für Fußball-Kultur“ in insgesamt fünf verschiedenen Bereichen den „Deutschen Fußball-Kulturpreis“.

http://www.fussball-kultur.org/fussball-kulturpreis/

Der wichtigste Preis, der „Walther Bensemann Preis“ ist mit 10.000 € dotiert und geht jeweils an eine Persönlichkeit der Zeitgeschichte, die sich im Sinne der Völkerverständigung um den Fußballsport verdient gemacht hat. Der diesjährige Preisträger – der spanische Weltmeister-Coach Vincente del Bosque befindet sich da in guter Gesellschaft mit den früheren Preisträgern Franz Beckenbauer, Uwe Seeler oder „Sir“ Bobby Charlton, um nur einige zu nennen. Der Gründer des „Kicker-Sportmagazins“ und Namensgeber der Ehrung Walther Bensemann hätte posthum sicherlich nichts dagegen, wenn der Gekürte sein Preisgeld für einen guten Zweck spenden würde. Oder er legt noch einen drauf, wie der Ski-Rennläufer Christian Neureuther neulich anlässlich der Verleihung der „Goldenen Sportpyramide“ (mit 25.000 dotiert). Er kündigte in seiner Dankesrede an, dass er das Preisgeld spendet und O-Ton „Ich hab mit der Rosi noch net gesprochen, aber die Familie Neureuther legt auch nochmal 25.000 aus eigener Tasche drauf.“ Dazu sage ich: Chapeau!
Weiterhin wird in der Tafelhalle in Nürnberg das „Fußballbuch des Jahres“ ausgezeichnet. In diesem Jahr eine Biografie über Helmut Schön. Der „Mann mit der Mütze“ hat das sicherlich verdient, nicht in Vergessenheit zu geraten, aber für mich gebührt dieser Preis eigentlich den beiden Spiegel-Journalisten Rafael Buschmann und Michael Wulzinger für Ihr Buch „Football Leaks – die schmutzigen Geschäfte im Profifußball“.

Fußballspruch des Jahres 2017

Sicherlich die meiste mediale Resonanz wird der Fußballspruch des Jahres 2017 erhalten – hier sind 4 Sprüche in der Endauswahl, aber in meinen Augen reicht keiner an die Qualität des Siegerspruchs von 2016 heran „Ich habe dem Linienrichter meine Brille angeboten. Aber auch das hat er nicht gesehen“ (Köln-Trainer Peter Stöger). Hier die vier „Kandidaten“.

a) Schalker Fans
„Wir danken der Mannschaft, dass sie uns auch in dieser Saison so zahlreich hinterhergereist ist.“
Transparent beim Saisonabschluss in Ingolstadt

b) Alexander Nouri
„Ich habe nichts gegen das Wort Europa. Ich bin ja nicht die AfD.“
angesprochen auf die Möglichkeit, mit Werder Bremen noch einen Europa-League Platz zu erreichen

c) Thomas Delaney
„Nein, den Ball habe ich nicht mitgenommen. Ich muss jetzt erst einmal schauen, ob mein Wikipedia-Eintrag auf dem neuesten Stand ist.“
nach seinem Dreierpack beim 5:2-Sieg mit Werder Bremen in Freiburg

d) Thomas Tuchel
„Wenn konsequent, dann konsequent konsequent.“
zur Suspendierung von Pierre-Emerick Aubameyang für das Champions-League-Spiel gegen Sporting Lissabon

Zu meinem Lieblings-Thema „Fußballsprüche“ kann man – solange kaltes Bier im Kühlschrank ist – in einer gepflegten Experten-Runde wunderbar diskutieren, bis es hell wird.

Mein Spruch des Jahres für 2017 kommt von einem gewissen Herren Neymar da Silva Santos Júnior (anlässlich seines Wechsels vom FC Barcelona nach Paris St. Germain)

„Es geht mir nicht ums Geld!“

Weiterhin werden noch ein Lernanstoß und ein Fanpreis vergeben. In diesem Jahr an zwei Projekte aus Essen und Kreuzlingen am Bodensee.

Wie sollte es anders sein in Nürnberg: Alle Gewinner erhalten neben den Gelddotierungen auch noch einen „Max“, eine Figur im Trikot der deutschen Fußballnationalmannschaft, benannt nach der Nürnberger Legende Max Morlock

Sollte am Freitagabend der Eurosport-Player wieder mal Probleme bereiten….

Ab 20 Uhr wird die Veranstaltung im Live Stream auf der eingangs erwähnten Website übertragen.

50 plus 1 – Fluch oder Segen?

22 September 2017

Max Stillger über Tradition und Moderne

In den letzten 20 Jahren hat wohl kaum eine Branche einen derartigen Aufschwung erlebt, wie der Profi-Fußball in Deutschland. Galt Fußball in den 60er und 70er Jahren das vergangenen Jahrhunderts noch als „Volks- „bzw. „Proletensport“, ist ein Bundesligaspiel in der heutigen Zeit ein gesellschaftliches Ereignis, wo vom Arbeiter bis zum Wirtschaftsboss alle Schichten „in der Sache vereint“ mitfiebern. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich in meiner Jugendzeit heimlich die Schuhe für einen Kumpel mitgebracht habe, der von zu Hause aus keinen Fußball spielen durfte.

Das gab es in jedem Dorf – in der heutigen Zeit undenkbar! In den 70er Jahren hatte mein Heimatverein (FCA Niederbrechen) in der damaligen A-Klasse einen Zuschauerschnitt von 500 Zuschauern und Eintracht Frankfurt war froh, wenn an einem regnerischen Samstagnachmittag gegen den MSV Duisburg mehr als 10.000 Zuschauer den Weg ins Waldstadion gefunden hatten.

Die Kluft zwischen Amateur- und Profi-Fußball wurde mit der flächendeckenden TV-Berichterstattung seit Ende der 80er Jahre immer größer. Gab es in den 70er Jahren noch die traditionelle ARD-Hörfunkkonferenz mit den Reporterlegenden Walter Jasper (Werder Bremen), Oskar Klose (Bayern München), Heinz Eil (Eintracht Frankfurt), Kurt Brumme (1.FC Köln) und Manni Breuckmann (Schalke 04) – um nur einige zu nennen – begann mit ersten Liveübertragung eines Bundesligaspiels (Borussia Mönchengladbach — FC Bayern München am 12. Dezember 1984) eine neue Epoche.

Gleichzeitig begann sich auch das Bild der Vereine zu wandeln. Vom Zigarren rauchenden Präsidenten, der als Allleinherrscher und Mäzen fungierte und oftmals spontane Entscheidungen traf – ich erinnere nur an das legendäre „Prost Bernd, Du bist entlassen“ mit dem Löwen Präsident Karl Heckl 1984 seinen Trainer Bernd Patzke auf dem Oktoberfest begrüßte, hin zu nach modernen kaufmännischen Grundsätzen geführten Wirtschaftsunternehmen. Das Thema „Fußball“ lockt aufgrund der gesellschaftlichen Bedeutung auch immer mehr Kapital an. Und zwar nicht mehr nur als „Spielgeld“ von durchgeknallten, extrovertierten und geltungssüchtigen und – aus welchen Gründen auch immer – zu Reichtum gekommenen schrägen Vögeln, sondern zusehends auch von Investoren, die Ihren Einsatz auch unter Renditeaspekten sehen. Mit der „50+1“ Regel gibt es in Deutschland eine Regel die besagt, dass der Stammverein bei allen Entscheidungen, sowohl im sportlichen, als auch im wirtschaftlichen Bereich stets die Mehrheit der Stimmen und damit die Entscheidungsgewalt hat.

https://de.wikipedia.org/wiki/50%2B1-Regel

Es ist schon interessant einmal zu sehen, welche Vereine ihre Profiabteilung ausgegliedert haben und noch interessanter ist es zu sehen, wer da alles als Geldgeber unterwegs ist.

Renditeorientierte Investoren hassen diese kastrierte Form der „Mitbestimmung“ wie der Teufel das Weihwasser. In der Öffentlichkeit häufen sich deshalb aktuell die Diskussionen über ein „für“ und „wider“ dieser Regel. Ich glaube mittelfristig wird die 50+1 Regel fallen, dafür gibt es zum einen schon zu viele Ausnahmen in Deutschland und – noch wichtiger – im Ausland kennt man eine solche Regel nicht. Und Fußball wird immer mehr ein grenzüberschreitendes Geschäft. Aber eines kann ich den Verantwortlichen der – insbesondere in den Niederungen der Regionalliga oder noch tiefer darbenden – Traditionsvereine heute schon sagen: Verkaufen kann ein Verein seine „Seele“ nur einmal!

Und auch hier ist 1860 München ein Paradebeispiel dafür, was man alles falsch machen kann. Apropos falsch machen: Genauso wie der Fußball mit der flächendeckenden TV-Berichterstattung „groß geworden“ ist, kann dieser Schuss auch nach hinten losgehen, wenn das Rad – wie aktuell – überdreht wird. Ich glaube mit der Aufteilung der TV-Rechte auf mehrere Kanäle hat sich die Liga keinen Gefallen getan.

Das neue Modell ist viel zu kompliziert und schreckt viele – insbesondere ältere und nicht PC-affine Konsumenten ab. Und wenn der mögliche Konsument nicht mehr flächendeckend erreicht wird, ist das ein Wendepunkt und der Anfang vom Ende.

Danke Fussballgott !

25 August 2017

Am vergangenen Dienstag um 22:34 habe ich gedacht: „Es gibt ihn wirklich !“

Den vieldiskutierten „Fussballgott“. Was war passiert ? In der 89.Minute des Champions-League Play-Off-Matches zwischen dem FC Sevilla und Basaksehir FK klatschte beim Stand von 2.2 ein Freistoß des türkischen Nationalspieler Emre Belözoglu an den Pfosten. Nachdem Sevilla das Hinspiel in der Türkei mit 2:1 gewonnen hatte, reichte es für den Ex-Verein von Diego Maradona und fünfmaligen Euro-League-Gewinner (unter anderem der Jahre 2014/2015/2016) mit viel Glück zur Gruppenphase der Champions-League in der man jetzt auf den FC Liverpool, NK Maribor und Spartak Moskau trifft. Man ist geneigt zu sagen „Losglück kam dann auch noch dazu“ – oder wie die Österreicher sagen: „Wanns laaft, da laaft’s“.

Warum schreibe ich das ?

Basaksehir FK ist kein gewöhnlicher Fussballclub, sondern der Lieblingsverein eines gewissen Herrn Erdogan aus Istanbul. Der Verein steig im Jahr 2014 in die 1. türkische Liga auf und belegte in der vergangenen Saison mit vier Punkten Rückstand auf Besiktas Istanbul Platz zwei. Im Pokalfinale zog man im 11-Meter-Schiessen (noch) den Kürzeren. Ich gehe jede Wette ein: Der türkische Meister in der Saison 2017/2018 heisst Basaksehir FK. Den Schiedsrichter will ich sehen, der in der letzten Minute einen Elfmeter gegen die pfeift, oder ein Abseitstor zurück nimmt.

Eigentlich schaltet sich in Fällen der politischen Einmischung in das nationale Sportgeschehen immer direkt die FIFA ein und verhängt Sanktionen, bis hin zur Suspendierung des Nationalteams vom Spielbetrieb. Hier könnte der Glatzkopf aus Zürich mal ein paar Pluspunkte bei mir sammeln, wenn er das aufmerksam verfolgt und gegebenenfalls auch mal dazwischen haut. Aber auf europäischer Ebene haben wir in diesem Jahr nochmal den Fussballgott an unserer Seite gehabt. Im nächsten Jahr hilft der uns leider nicht mehr weiter, denn der türkische Meister ist direkt für die Champions-League qualifiziert.

Ansonsten sind nach der fussballlosen Zeit im Juli mittlerweile sowohl im Amateur- als auch im Profibereich die ersten Punkte vergeben und auch die erste Runde im Pokal ist gespielt. Und – same procedere as every year – mit Maik Walpurgis (FC Ingolstadt) und Thomas Letsch (Erzgebirge Aue), sowie Gertjan Verbeek (VfL Bochum) mussten nach drei Spieltagen bereits drei Trainer in der zweiten Liga ihren Hut nehmen. Verbeek sogar bevor der erste Ball der neuen Saison getreten wurde. Die Haltbarkeit des Joghurts im Kühlschrank ist mittlerweile länger als ein Trainerjob. Für mich eine genauso schwachsinnige Entwicklung, wie die Entscheidung vor einigen Jahren den Schluss der Transferperiode auf den 31. August zu legen.

Wer in der kommenden Woche mal für 2 Tage „offline“ oder von der Nachrichtenwelt abgeschnitten ist, kann auf keinem Stammtisch mehr mitreden. Eine für mich unerzichtbare Quelle mich in diesem Thema auf dem Laufenden zu halten ist der legendäre „11 Freunde Transferticker“

https://www.11freunde.de/liveticker/der-grosse-11freunde-transferticker-18

Aber wir hätten genauso viel Spass daran, wenn die Wechselfrist am 30.6. enden würde. Und das wäre in meinen Augen der einzig richtige Termin.