Sicher oder Falsch ?

30 Oktober 2012 von Max Kommentieren »

Am vergangenen Dienstag teilte die Bundesbank die neuesten Zahlen zur Entwicklung des Geldvermögens der privaten Haushalte mit. Mit 4,811 Billionen Euro, verfügten die Deutschen zum Stichtag am 30.06.2012 über 2,2% mehr an Guthaben, als ein Jahr zuvor. Bevor wir uns weiteren Details widmen,  ein kurzer Blick in die Geschichtsbücher: Vor 10 Jahren lag das Geldvermögen bei 3,610 Billionen Euro und vor 20 Jahren umgerechnet bei 1,926 Billionen Euro. Die, die im Mathematikunterricht aufgepasst haben, können schnell ausrechnen, dass das einem Zuwachs von 33% in den letzten 10 Jahren bzw. 149% in den letzten 20 Jahren entspricht. Nicht nur das geschulte Auge sieht an diesen Zahlen sofort, dass es wohl in der Zeit von 1992 – 2002 leichter war Geld erfolgreich anzulegen, als in den letzten 10 Jahren (von 2002 – 2012). Das liegt aber beileibe nicht an der Einführung des EURO, sondern schlicht und einfach darin, daß in den 90er Jahren die Zinsen deutlich höher waren und das auch eine Zeit war, in der die Börsenkurse (ja das gab es tatsächlich auch damals !) gestiegen sind. Allerdings sind die 4,811 Billionen Euro nichts als eine nackte Zahl, deren Aussagekraft doch sehr eingeschränkt ist. Das fängt schon damit an, dass das „pro-Kopf-Vermögen“ zwar durchschnittlich bei knapp 57.000 € liegt, aber wahrscheinlich weit weniger als 10% unserer Bevölkerung über ein Geldvermögen zwischen 40.000 und 80.000 € verfügen. Das „Manager-Magazin veröffentlichte ebenfalls in der vergangenen Woche die Liste der 500 reichsten Deutschen Mit 150 Mio. € geschätztem Vermögen schaffte es übrigens die „Lichtgestalt des deutschen Fussballs“, ein gewisser Franz B., gerade noch als letzter auf diese Rangliste zu klettern. Von einer Gauß’schen Normalverteilung sind wir in diesem Bereich weit entfernt, da es wenige Leute gibt, die über viel Geld verfügen und viele Leute, die wenig Geld haben. Ob das gerecht oder ungerecht ist, ob die Guthaben stärker besteuert werden sollen um die wachsende Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen sind sicherlich abendfüllende Themen, die in regelmäßigen Abständen in den Talkshows dieser Republik diskutiert werden. Weitere wichtige Punkte die in der Kennzahl „Geldvermögen“ außen vor bleiben, sind die private Verschuldung, die man natürlich von den Guthaben abziehen muss, aber auch Vermögenswerte wie Immobilien, Kunstwerke oder auch ganz banaler Hausrat und der private Fuhrpark sind nicht erfasst. Für mich die wichtigste Kennzahl überhaupt sind Versorgungsansprüche. Für eine lebenslange Rente in Höhe von 2.000 € mtl. reicht einem in finanziellen Dingen unbedarften Anleger in der heutigen Zeit nicht mal ein Kapitalstock von 1 Mio. €, um aus den Erträgen eine solche Rente zu finanzieren. Der Begriff „Langlebigkeitsrisiko“ wird in diesem Zusammenhang in den kommenden Jahren zu einem geflügelten Wort werden. Umso unverständlicher ist für mich die ja fast schon traditionelle Aufteilung dieses „Geldkuchens“ . Die beliebtesten Anlageformen sind nach wie vor Spareinlagen (obwohl es dort kaum noch Zinsen gibt), Versicherungen (dazu ist an dieser Stelle genug gesagt worden) und Bausparverträge (wofür braucht man bei Hypothekenzinsen von 2.-3% eigentlich sowas ?).  Mit allen drei Anlageformen ist man „auf der sicheren Seite“ oder sollte man besser sagen: „Auf der falschen ?“. Nämlich bei einer Nachsteuer-Rendite, die definitiv unterhalb der Inflationsrate liegt (auch wenn diese nach wie vor im Bereich von 2% verharrt). Also Leute, lasst das Geld nicht faul in der Sonne liegen ! Das Geld muss arbeiten, am besten rund um die Uhr in den besten und größten Unternehmen dieser Welt. So machen es zumindest die meisten „Geldsäcke“ auf der TOP 500 Liste. Die größte Vermögensposition bei diesen Leuten sind Anteile an Unternehmen (bevorzugt an dem eigenen). Aktien (oder die breitere Streuung über Investmentfonds) heisst das Zauberwort.

Übrigens: Bei den Italienern liegt das pro-Kopf-Vermögen mit 58.000 € um knapp 1.000 € höher als bei uns. Nicht nur das muss sich bis 2014 ändern.

 

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