Böse Buben und gute Namen

2 Mai 2012 von Max Kommentieren »

„Die Meisterschale bringt nicht der Weihnachtsmann, sondern der Osterhase“ lautet eines der Lieblingszitate von Bayern-Manager Uli Hoeness. Immer dann gern genommen, wenn sich eine andere Mannschaft als „sein FC Bayern“ mit dem Titel des Herbstmeisters schmücken konnte. Insgesamt sieben Mal gelang es den Bayern seit Bestehen der Bundesliga in der zweiten Saisonhälfte der zur Halbzeit führenden Mannschaft den Platz an der Sonne abzuluchsen. An diesem Wochenende geht nun die aktuelle Bundesliga-Saison zu Ende und der gute Uli muss zum zweiten Mal in seiner Karriere als Manager sein Weihnachtsgeschenk wieder hergeben. Mit einer überragenden Rückrunde sicherte sich Borussia Dortmund zum zweiten Mal in Folge, nach übereinstimmender Meinung aller Experten hochverdient, den Titel. Dem FC Bayern bleibt „nur“ der zweite Platz. Dafür stehen den Bayern Fans mit dem DFB-Pokalfinale in Berlin am 12. Mai und dem eine Woche später in der heimischen „Allianz-Arena“ steigenden Champions-League Finale aber noch zwei absolute „Highlights“ bevor.

In der Tat ist es überhaupt erst das dritte Mal in der Bundesliga-Geschichte, daß der FC Bayern nach der Herbstmeisterschaft am Ende der Saison mit Platz 2 vorlieb nehmen muss. Hätten Sie’s gewusst ? 1992/93 war es Werder Bremen (mit Otto Rehhagel) und am 5. Juni 1971 (dem letzten Spieltag der Saison 1970/71) verspielte der FC Bayern mit einem 0:2 beim MSV Duisburg die schon sicher geglaubte Meisterschaft. Kleiner Hinweis für alle jüngeren Leser: Uli Hoeness war damals geschätzte 30 Kilo leichter als heute und trug die Rücken-Nummer 7. Den Titel sicherte sich an diesem Tag Borussia Mönchengladbach und ich war als 8-jähriger Bub Augenzeuge im damaligen Frankfurter Waldstadion, als ein überragender Günter Netzer mit wehenden Haaren seine Mannschaft zum 4:1 Sieg gegen die Eintracht führte. Damit konnte die Borussia (genau wie ihr Namensvetter in dieser Saison) erstmals den Meistertitel verteidigen. Zweifacher Torschütze war übrigens ein gewisser Jupp Heynckes, der sich am 19. Mai in München ein Denkmal setzen kann.

Am vergangenen Sonntag hatte ich dann nach 41 Jahren erneut die Ehre in der „Commerzbank-Arena“ dabei zu sein, als 50.000 Zuschauer den Wiederaufstieg der Frankfurter Eintracht in die Fussball-Bundesliga feierten . Damit wurde der „Betriebsunfall“ der vergangenen Saison, als die Mannschaft nach der Vorrunde noch Platz sieben belegt hatte, dank einer „überragenden“ Rückrunde aber noch abstieg, korrigiert. Was im Anschluss an die Partie vor 41 Jahren passierte, daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Dafür saß ich aber am Sonntag  (wie bei ARD und ZDF) quasi in der ersten Reihe und für mich ist es unbegreiflich, wie sich einige Leute ungestraft im Stadion benehmen können. Wer mit Bengalo-Feuern und noch dazu vermummt auf den Platz rennt, Polizisten durch Treten, Spucken und Anpöbeln provoziert, hat nach meiner Meinung jegliches Recht, als freier Mann das Stadion zu verlassen, verwirkt. Ich ziehe meinen Hut vor den Polizisten, die in dieser Situation Ruhe bewahrt haben. Wenn ich an deren Stelle gestanden und einen Schlagstock in der Hand gehabt hätte, wäre der wahrscheinlich zum Einsatz gekommen. Unbegreiflich für mich ist es allerdings, daß solche Kriminelle (nichts anderes sind sie) angeblich nicht identifiziert werden können. Heutzutage kann ich mir in keinem Erstliga-Stadion in Deutschland als Zuschauer in der Nase bohren, ohne dass das nicht irgendeine Überwachungskamera aufzeichnet. Und irgendjemand muss ja auch das leidselige Plakat „Deutscher Randalemeister 2011“ (auf diesen Titel braucht wirklich keiner stolz zu sein !) ausgerollt haben. Von selbst hat sich das jedenfalls nicht entfaltet. Vielleicht wertet ja irgendjemand mal die ganzen Videoaufzeichnungen aus. Was zum Vorschein kommen kann, wenn man in Archiven stöbert, hat in diesen Wochen auch die Bürger in und um Limburg beschäftigt. Bei der ganzen Diskussion um die NS-Vergangenheit des ehemaligen Landrats Heinz Wolf drängen sich bei mir vor allem zwei Fragen auf: „Warum wurde das nicht früher bekannt ?“ und „Hat das wirklich keiner gewusst ?“. Die Entscheidung die größte Sporthalle in Limburg nicht mehr mit seinem Namen zu schmücken ist jedenfalls einstimmig begrüßt worden. Allerdings verstehe ich nicht, dass hier auf den Allerweltsnamen „Kreissporthalle“ zurückgegriffen wird. Das hört sich ja fast an wie „Waldstadion“. Mein Vorschlag an die Verantwortlichen: Geht hier neue Wege und sucht einen Sponsor. Da werden sicher keine sechs Millionen Euro pro Jahr wie in München oder drei Millionen wie in Frankfurt zusammen kommen  Aber es  muss doch möglich sein in Limburg eine Firma zu finden, die fünf oder zehntausend Euro pro Jahr für die Namensrechte zahlt. Und mit diesem Geld kann man dann zweckgebunden den Unterhaltungsetat für diese Einrichtung aufpäppeln. Damit würde man eine klassische Win-Win-Situation schaffen.

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