Jeder blamiert sich so gut, wie er kann.

8 Juli 2011 von Max Kommentieren »

Alles war für einen großen Fussball-Abend präpariert. Die rührigen und engagierten Mitglieder des VfR 07 Limburg unter der Verantwortung von Wolfgang Immel, Georg Behlau und Stefan Weißmüller hatten beste Vorbereitungsarbeit geleistet. Strahlender Sonnenschein, ein eigens in den Tagen davor – extra für dieses Spiel – runderneuerter Rasen und 1.800 erwartungsfrohe Zuschauer, die wohl in erster Linie gekommen waren, um sich ein Bild von der Bundesligamannschaft des 1. FC Köln zu machen. Standesgemäß parkte der Geißbock-Bus vor dem Vereinsheim des VfR 07 Limburg. Bis dahin alles gut. Als aber die Mannschaftsaufstellungen verlesen wurden, rieben sich die meisten Zuschauer verwundert die Augen. Im Vorfeld der Partie war zwar bekannt geworden. dass Nationalspieler Lukas Podolski urlaubsbedingt nicht mit von der Partie sein wird und auch die beiden slowenischen Nationalspieler Novakovic und Brecko nicht auflaufen würden, aber selbst eingefleischte FC-Fans und Fussballexperten wie Heinz Ewald (Niederbrechen) und Lothar Beck (Waldernbach) konnten die Frage „Wieviel kennt Ihr denn von den 11, die da auf dem Platz stehen ?“ lediglich mit einer 4-5 beantworten. Bei den meissten Fussballfans dürften das Abwehrstratege Kevin Mc Kenna, der polnische Nationalspieler Adam Matuschyk und der im Laufe der vergangenen Saison geholte japanische Nationalspieler Makino Tomoaki gewesen sein. Selbst auf der von Experten für die Spielerrecherche gern verwendeten Internetplattform www.transfermarkt.de findet man im insgesamt 30-köpfigen Kader des 1. FC Köln außer den 3 oben genannten, gerade mal 5 weitere Spieler, die aber allenfalls die Chance haben zu einem Bundesligaeinsatz zu kommen, wenn eine Epidemie in Köln grassiert und die Hälfte des Kaders krank im Bett liegt oder verletzt ist.

Kurzum, der 1. FC Köln hat mit dieser „Verarschungsnummer“ sicherlich keine neuen Freunde in Limburg und Umgebung gewonnen. Dabei wäre es für die Kölner doch gerade nach dem Abstieg der Frankfurter Eintracht in die 2. Liga ein leichtes Unterfangen auch im hiesigen Raum Anhänger zu akquirieren. Wenn ich sehe mit welcher Begeisterung gerade die vielen Kids bei einer solchen Veranstaltung am Start sind, verstehe ich es nicht, dass ein Verein bei einem solchen Spiel nicht sagt „Poldi und die anderen, ihr braucht zwar nicht zu spielen, aber ihr fahrt mit dahin und schreibt ein paar Autogramme“. Das wäre ein absolut bescheidener Aufwand gewesen und man hätte damit deutliche Sympathiepunkte gewinnen können, die jetzt auf der Strecke geblieben sind.

Damit hätte man den Profis auch mal ein Zeichen gegeben, daß sie wissen, wer denn letztendlich Ihr Gehalt bezahlt. Das kommt nämlich nicht als Manna vom Himmel geregnet, sondern wird durch die vielen Fans die ins Stadion strömen, Trikots und Fan-Untensilien kaufen, sowie brav ihr Sky-Abonnement bedienen, aufgebracht.

Und wenn ich dann vertraglich zusichere mit einer Profimannschaft anzutreten, fast zweitausend Leute 10 Euro Eintritt für diese Veranstaltung bezahlen (wobei ich an dieser Stelle ausdrücklich betonen möchte, daß die Eintrittsgelder nicht dem VfR 07 Limburg, sondern den beteiligten Mannschaften zu Gute kamen), dann muss ich sagen: Wer auch immer vom FSV Frankfurt (als 2. beteiligtem Verein) oder dem 1. FC Köln dafür verantwortlich ist: Meine lieben Freunde, das war ein klassischer Fall von Bauernfängerei und da hat die Region Limburg „einen gut“ bei Euch ! Das haben vor allem die engagierten Helfer des VfR 07 in dieser Form nicht verdient. Fussball gespielt wurde auch. Der 1.FC Köln hat 0:3 gegen den FSV Frankfurt verloren, aber das nur am Rande…

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