Der €URO – Fluch oder Segen

15 März 2010 von Max Kommentieren »

Die Diskussionen um ein ausuferndes Staatsdefizit in Griechenland und damit verbundene Sorgen um die Stabilität des Euros sorgten in der vergangenen Woche für reichlich Diskussionsstoff. Für die zahlreichen „Inflationsjünger“ ist eine solche Entwicklung natürlich „Wasser auf die Mühlen“ und in der Wirtschaftssprache ist der Begriff „PI(I)GS“ der sich aus den Anfangsbuchstaben der ehemaligen „Weichwährungsländer“ Portugal, Italien (Irland), Griechenland und Spanien zusammensetzt, längst zum geflügelten Wort geworden.

Auch wenn sich der eine oder andere vielleicht die „gute alte D-Mark“ zurück wünscht, sage ich an dieser Stelle ganz klar: Der Euro ist ein Segen und hat uns in der kritischen Phase der Finanzkrise im Herbst 2008 höchstwahrscheinlich davor bewahrt, dass die ganze Veranstaltung in die Luft geflogen ist.

Nur durch den starken Zusammenhalt, den die gemeinsame Währung in dieser kritischen Zeit geboten hat, konnten die finanzpolitischen Maßnahmen, die in erster Linie von der (starken) europäischen Notenbank koordiniert wurden, mit der nötigen Konsequenz und Disziplin umgesetzt werden.

Hätte jede Nation da ihr eigenes Süppchen gekocht, wer weiß wie dann die ganze Sache ausgegangen wäre.

Mit dem Euro haben wir in Zentraleuropa eine Währungszone geschaffen, die über 300 Millionen Menschen, wenn sie auch 20 verschiedene Sprachen sprechen, ein gemeinsames Zahlungsmittel gegeben hat.

Wenn man beispielsweise den Goldpreis oder den Ölpreis aufmerksam verfolgt, kann man feststellen, daß diese beiden weltweit gehandelten Rohstoffe in Euro gerechnet weit weniger schwanken als in der Dollar-Notierung, für mich ein klares Anzeichen, dafür, daß der Euro auf dem besten Weg ist, den US-Dollar als Welt-Leitwährung abzulösen.

Die Griechen haben überhaupt keine Alternative, als auf den teilweise berechtigten Druck der übrigen Länder der Eurozone zu reagieren und längst überfällige Reformen einzuleiten.

„Wer die Musik bezahlt, der bestimmt was sie spielt“ lautet ein alter kölnischer Karnevalsschlager und in Bezug auf Griechenland gilt: Das Land kann sich ja aussuchen, ob es auch künftig Netto-Empfänger innerhalb der EU bleiben will.

Dann kann es aber dort nicht so weitergehen, dass 25% der aktiv arbeitenden Bevölkerung im Staatsdienst tätig ist und der Großteil von denen um 14 Uhr Feierabend macht, um dann das gleiche Gehalt nochmal „schwarz“ nebenbei zu verdienen.

Doch am Rande der Diskussionen um die sogenannten PIGS hat sich in den vergangenen Tagen fast unbemerkt eine vielleicht noch viel größere Baustelle für die internationalen Notenbanken aufgetan. Das britische Pfund fiel in den vergangenen Tagen in die Nähe des Allzeittiefs vom Frühjahr 2009.

Aufmerksame Marktbeobachter vermuten hier gezielte Attacken, die schonungslos die Schwächen der britischen Wirtschaft, die durch die Finanzkrise stärker als andere europäische Länder getroffen wurde, aufzudecken versuchen.

Die Bank von England gegen die“ internationale Hedgefonds-Bande“.

Das könnte eines der spannendsten Spiele des Jahres werden….

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