Fußball für Ästheten

19 Oktober 2017 von Max Kommentieren »

Bei allen künstlerisch angehauchten Fußball-Schöngeistern steht in dieser Woche eine wichtige Veranstaltung im Terminkalender. Am Freitag, den 20. Oktober verleiht die „Deutsche Akademie für Fußball-Kultur“ in insgesamt fünf verschiedenen Bereichen den „Deutschen Fußball-Kulturpreis“.

http://www.fussball-kultur.org/fussball-kulturpreis/

Der wichtigste Preis, der „Walther Bensemann Preis“ ist mit 10.000 € dotiert und geht jeweils an eine Persönlichkeit der Zeitgeschichte, die sich im Sinne der Völkerverständigung um den Fußballsport verdient gemacht hat. Der diesjährige Preisträger – der spanische Weltmeister-Coach Vincente del Bosque befindet sich da in guter Gesellschaft mit den früheren Preisträgern Franz Beckenbauer, Uwe Seeler oder „Sir“ Bobby Charlton, um nur einige zu nennen. Der Gründer des „Kicker-Sportmagazins“ und Namensgeber der Ehrung Walther Bensemann hätte posthum sicherlich nichts dagegen, wenn der Gekürte sein Preisgeld für einen guten Zweck spenden würde. Oder er legt noch einen drauf, wie der Ski-Rennläufer Christian Neureuther neulich anlässlich der Verleihung der „Goldenen Sportpyramide“ (mit 25.000 dotiert). Er kündigte in seiner Dankesrede an, dass er das Preisgeld spendet und O-Ton „Ich hab mit der Rosi noch net gesprochen, aber die Familie Neureuther legt auch nochmal 25.000 aus eigener Tasche drauf.“ Dazu sage ich: Chapeau!
Weiterhin wird in der Tafelhalle in Nürnberg das „Fußballbuch des Jahres“ ausgezeichnet. In diesem Jahr eine Biografie über Helmut Schön. Der „Mann mit der Mütze“ hat das sicherlich verdient, nicht in Vergessenheit zu geraten, aber für mich gebührt dieser Preis eigentlich den beiden Spiegel-Journalisten Rafael Buschmann und Michael Wulzinger für Ihr Buch „Football Leaks – die schmutzigen Geschäfte im Profifußball“.

Fußballspruch des Jahres 2017

Sicherlich die meiste mediale Resonanz wird der Fußballspruch des Jahres 2017 erhalten – hier sind 4 Sprüche in der Endauswahl, aber in meinen Augen reicht keiner an die Qualität des Siegerspruchs von 2016 heran „Ich habe dem Linienrichter meine Brille angeboten. Aber auch das hat er nicht gesehen“ (Köln-Trainer Peter Stöger). Hier die vier „Kandidaten“.

a) Schalker Fans
„Wir danken der Mannschaft, dass sie uns auch in dieser Saison so zahlreich hinterhergereist ist.“
Transparent beim Saisonabschluss in Ingolstadt

b) Alexander Nouri
„Ich habe nichts gegen das Wort Europa. Ich bin ja nicht die AfD.“
angesprochen auf die Möglichkeit, mit Werder Bremen noch einen Europa-League Platz zu erreichen

c) Thomas Delaney
„Nein, den Ball habe ich nicht mitgenommen. Ich muss jetzt erst einmal schauen, ob mein Wikipedia-Eintrag auf dem neuesten Stand ist.“
nach seinem Dreierpack beim 5:2-Sieg mit Werder Bremen in Freiburg

d) Thomas Tuchel
„Wenn konsequent, dann konsequent konsequent.“
zur Suspendierung von Pierre-Emerick Aubameyang für das Champions-League-Spiel gegen Sporting Lissabon

Zu meinem Lieblings-Thema „Fußballsprüche“ kann man – solange kaltes Bier im Kühlschrank ist – in einer gepflegten Experten-Runde wunderbar diskutieren, bis es hell wird.

Mein Spruch des Jahres für 2017 kommt von einem gewissen Herren Neymar da Silva Santos Júnior (anlässlich seines Wechsels vom FC Barcelona nach Paris St. Germain)

„Es geht mir nicht ums Geld!“

Weiterhin werden noch ein Lernanstoß und ein Fanpreis vergeben. In diesem Jahr an zwei Projekte aus Essen und Kreuzlingen am Bodensee.

Wie sollte es anders sein in Nürnberg: Alle Gewinner erhalten neben den Gelddotierungen auch noch einen „Max“, eine Figur im Trikot der deutschen Fußballnationalmannschaft, benannt nach der Nürnberger Legende Max Morlock

Sollte am Freitagabend der Eurosport-Player wieder mal Probleme bereiten….

Ab 20 Uhr wird die Veranstaltung im Live Stream auf der eingangs erwähnten Website übertragen.

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