Weltspartag

1 November 2017 von Max Kommentieren »

Es ist wieder soweit:

Der „Weltspartag“ wird seit nunmehr 93 Jahren am letzten Bankarbeitstag im Oktober „gefeiert“. Sie sind in jeder Stammtischrunde definitiv ganz vorne dabei, wenn Sie die Preisfrage stellen, wo denn der Weltspartag erfunden wurde. Nämlich in Italien, genauer gesagt in Mailand auf dem „First International Thrift Congress“, dem ersten internationalen Sparkassen-Kongress im Jahre 1924.

Ziel und Zweck des Weltspartags war neben der Förderung des „Sparens“ auch der pädagogische Auftrag breiten Bevölkerungsschichten Zugang zu wirtschaftlicher Bildung zu ermöglichen.

„Sparen“ an sich ist eine sehr lobenswerte Aktivität, heißt es doch weniger Geld auszugeben, als man an Einnahmen zur Verfügung hat. Der umgekehrte Weg führt – das wissen wir alle – früher oder später in die Pleite bzw. Insolvenz.

Was sich allerdings in den letzten 10 Jahren grundlegend geändert hat, ist die Frage bzw. die Aufgabe „Was mache ich denn mit dem gesparten Geld?“

Ich kann mich noch gut erinnern, dass es meiner Schulzeit in den 70er Jahren – genau wie heute – quasi „als Belohnung“ Werbegeschenke gab, wenn man sein Sparschwein zum Weltspartag auf die Bank brachte und den Inhalt auf sein Sparbuch einzahlte.

In der heutigen Zeit, wo wir seit gut fünf Jahren keinen Zins mehr kennen, macht Sparen zwar weiter Sinn, aber Zuwächse erzielt man auf dem Sparbuch nur noch durch Einzahlungen, nicht mehr durch Zinserträge. Also man muss umdenken, was man denn mit dem gesparten Geld macht.

Bei Nullzinsen sind alle Zinsprodukte wie Sparbücher, Festgeld, Bausparverträge oder Versicherungen praktisch „tot“. Aber es gibt Alternativen: Immobilien werfen Mieten ab, Unternehmen erwirtschaften Gewinne und wenn das Unternehmen börsennotiert ist, kann man sich daran beteiligen und erhält einen Anteil am Gewinn in Form der Dividende.

Wenn man das Gebot der Risikostreuung beachtet, kann die Alternativlösung zum Sparbuch eigentlich nur „Investmentfonds“ lauten. Sowohl im Immobilien- als auch im Aktienbereich findet man zahlreiche Angebote, die schon ab einem Beitrag von 25 € mtl. einen soliden Vermögensaufbau ermöglichen.

Aber – und das ist der große Unterschied zu Zinsprodukten – bei Immobilien und Aktien erwerbe ich keinen Nominalwert, der am Ende der Laufzeit auch garantiert zurückgezahlt wird, sondern ich kaufe zu einem aktuellen Marktpreis bzw. Börsenkurs. Und dieser Preis kann je nach wirtschaftlicher Entwicklung steigen oder fallen. Da die wirtschaftliche Entwicklung auf der Zeitachse wie ein schräger Pfeil nach oben gerichtet ist, brauche ich als Anleger nur entsprechend Zeit, damit ein Rückschlag meinen Gegenwert nicht unter den Einstandskurs fallen lässt.

Den zweiten Zweck des Weltspartags – die finanzielle Bildung hat mir aber kein Lehrer, sondern mein Großvater beigebracht. (siehe auch: http://www.dasinvestment.com/22-fragen-an-markus-stillger-im-leben-kannst-du-immer-verhandeln/)

Prozentrechnen gab es zwar in der Schule, aber das Händlerblut, Verhandlungsgeschick und den gesunden Menschenverstand um „gut und schlecht“ in Finanzfragen zu unterscheiden, stand dort leider nicht auf dem Lehrplan.

Sie ahnen es, es ist in der heutigen Zeit, viel, viel schwieriger als früher (wo es noch einen risikolosen Zins gab) erfolgreich mit dem gesparten Geld umzugehen. Umso wichtiger ist es – gerade junge Leute hier in Sachen wirtschaftlicher Bildung an diese Materie heranzuführen.

Das ist übrigens eine der Aufgaben, die sich die 2017 gegründete Max-Stillger-Stiftung auf Ihre Fahnen geschrieben hat.

In der heutigen Zeit ist ein Coach bzw. Berater, der sie in wirtschaftlichen Fragen begleitet, wichtiger denn je. Den „Richtigen“ zu finden ist eine schwierige aber lösbare Aufgabe.

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