Setzen Sechs !

26 November 2020 von Max Kommentieren »

Unser Land hat sich in den vergangenen Monaten gespalten.

Auf der einen Seite stehen jede Menge Leute, die der Bundesregierung ein hervorragendes Krisenmanagement bescheinigen.

Auf der anderen Seite gibt es eine nicht kleine Zahl an Kritikern, die sich selber als „Querdenker“ bezeichnen bzw. von der anderen Seite als “Maskenverweigerer“, „Corona-Leugner“ und nicht selten auch als „Nazis“ beschimpft werden.

Was letzteres damit zu tun haben soll, erschließt sich mir allerdings nicht !

Ich bin kein „Maskenverweiger“ und kein „Corona-Leugner“ trotzdem sage ich.

Das Krisenmanagement der Bundesregierung hat gnadenlos versagt !

Setzen – Note Sechs !

Das Ganze ging Mitte März mit dem unsäglichen Satz von Finanzminister Scholz und Wirtschaftsminister Altmeier los:

Kein einziger Arbeitsplatz wird durch die von uns verschränkten Einschränkungen verloren gehen !

Bei dem Fernsehauftritt hat nur noch gefehlt, dass die beiden rote große Pappnasen aufhatten (Karneval war ja damals gerade vorbei).

Die dann hektisch eingeführte Soforthilfe war ein einziges Fiasko.

Ich habe damals zwei Vorschläge gemacht – das ist nachzulesen.

  1. Wickelt die Hilfen über das Steuerkonto ab und
  2. Übernehmt die Zahlung der Minijobs.

Dann wären Hilfen dort angekommen, wo sie benötigt werden.

Was ist in der Praxis passiert ?

Die ersten, die die Soforthilfe skrupellos ausnutzten, waren kriminelle Clans.

Und die Banken waren hoffnungslos überlastet, die ganze Antragsflut abzuarbeiten.

Keinem Gastronomen, keinem Einzelhändler ist damit geholfen, wenn nach Monaten eine Zahlung auf dem Konto eingeht. Miete, Krankenversicherung und ganz einfache Dinge wie Essen Trinken und auch Klopapier müssen bezahlt bzw. gekauft werden. Von heute auf morgen ist aber Null-Umsatz in der Kasse.

Ein Gefühl, dass Politiker und Beamte nicht kennen.

Dass gleiche gilt 1:1 für die beim 2. Lockdown angekündigte November-Hilfe.

Bis heute (26. November) kenne ich niemand, der auch nur einen Cent erhalten hat.

Noch schlimmer: Selbst das Antragsverfahren ist noch nicht zu 100% fertig.

Vier Wochen braucht Ihr, damit eine Website programmiert ist, um die November-Hilfe zu beantragen. Um das dann am 25. November mit dem Spruch zu präsentieren „Wir hoffen diesen Monat noch viele Auszahlungen vornehmen zu können.“

Meint Ihr mit „diesen Monat“ den November 2020 ?

Mit Verlaub: Ihr habt den Schuss nicht gehört ! Spart Euch doch künftig diese DUMMEN Kommentare und macht keine Versprechungen, wo Ihr genau wisst, dass Ihr die nicht einhalten könnt.

Vielleicht sollte man auf Beamtenebene einfach mal drei Monate die Gehaltszahlungen aussetzen (außer bei den Polizisten – aber das ist ein ganz anderes Thema)  – dann lernt Ihr das Gefühl mal kennen.

 

Anderes Beispiel – die Maskenversorgung:

Im März, April wurden Heerscharen von Beratern engagiert, die Pläne entwickeln, wie man am besten die Versorgung mit Masken darstellt.

In den Baumärkten und Lebensmittelläden traten sich die Leute auf die Füsse – alle ohne Maske – es gab nämlich keine !

Wie wär es denn mal mit „mache statt schwätze“ ?

Während in Deutschland diskutiert und abgewägt wurde, haben die Chinesen alle Maschinen angeworfen und das Zeug auf Teufel komm raus produziert.

Auf die Idee die hunderte von Flugzeugen der Lufthansa, die am Frankfurter Flughafen auf der Parkposition herum standen, nach China zu schicken, kam niemand.

Und als es dann im Mai endlich einer kapiert hatte, standen dann bei der Ankunft des ersten Fliegers die Herren Politiker dichtgedrängt auf dem Foto – natürlich ohne Masken (die waren ja noch im Flieger) – auch ihr hättet besser rote Pappnasen aufgesetzt !

Heute wird – zurecht – gepredigt, wie wichtig Masken sind.

Es sind ja jetzt auch genügend Masken da.

Seit Wochen geistert die Meldung durch die Medien, dass ältere Menschen mit FFP-Masken versorgt werden sollen.

Eine sehr gute Idee: Aber nur, wenn sie sofort umgesetzt wird und nicht bis Ostern diskutiert wird. Es heisst, es soll eine Eigenbeteiligung geleistet werden, aber wie hoch ist, sei noch nicht festgelegt.

Macht es doch einfach !

Olaf Scholz, das dauert bei mir exakt einen Toilettengang, dann habe ich das im Kopf durchgerechnet, wieviel Masken ich jedem geben kann und was die ggs. kosten.

Denkt bitte dran: Die Masken haben eine Haltbarkeitsdauer von fünf Jahren, bis dahin sollte eine Entscheidung gefallen sein.

 

Das nächste Thema:

Prämien für Pflegekräfte und Krankenschwestern (ich schreibe hier bewusst nicht Krankenbrüder und Krankenpfleger-Gender).

Auch hier wird diskutiert, diskutiert und diskutiert.

Beschlossen wurde eine steuerfreie Corona Prämie in Höhe von 1.500 Euro, die jeder Arbeitgeber steuerfrei seinen Arbeitnehmern zahlen kann.

Das nützt bei vielen betroffenen Firmen aber nichts, weil kein Geld in der Kasse ist. Bei vielen Krankenhaus-Betreibern übrigens auch nicht. Mit Sicherheit ausgenutzt wird das bei den Corona-Profiteuren, davon soll es ja einige geben. In diesen Fällen ist es ein zusätzliches Geschenk an die, denen es ohnehin gut geht. Hier gibt es eine 4 Minus.

Laut statistischem Bundesamt (Quelle: destatis.de) gibt es in Deutschland ca. 1 Mio Beschäftigte in Pflege und Heilberufen.

Dann zahlt doch einfach jedem 1.000 € steuerfrei Prämie – das kostet dann (leicht auszurechnen) 1.000 Millionen – dazu sagt man auch 1 Milliarde – darauf kommt es bei den ganzen Sonder-Kredit-Programmen und angekündigten Hilfen auch nicht mehr an und das wäre mal wirklich sinnvoll ausgegebenes Geld.

Noch besser: Gebt es den Leuten in Form von Einkaufsgutscheinen, die im Einzelhandel eingelöst werden können (im EINZELHANDEL, nicht bei AMAZON) – dann helft Ihr hier gleich doppelt

 

Digitalisierung:

Wenn es um den Einzug der GEZ-Zwangsgebühren geht, gibt es kein Entrinnen, da ist jeder exakt erfasst. Ebenso, wenn es um die Angabe der jährlichen Steuererklärung geht.

Aber die Eingabe von Testergebnissen erfolgt manuell mit allen dazuhörigen Übertragungs-, Schreib- und Rechenfehlern.

Die mit viel Tam-Tam angekündigte Corona-App ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung aber a) nutzen die viel zu wenige Leute und b) ist die Handhabung viel zu kompliziert.

Die App zeigt mir an, wenn ein Infizierter in meiner Nähe war – aber nur wenn er die App auch hat und zufällig sein Handy in der Hosentasche hatte.

Und wenn das dann angezeigt wird, gehe ich jede Wette ein, dass die meisten sich das dreimal überlegen, ob Sie sich in eine freiwillige Quarantäne begeben oder einen Test machen, wenn Sie keinerlei Symptome aufweisen.

Ich reise heute – nach drei Wochen im „Hochrisikoland“ Portugal – wieder nach Deutschland ein und habe gestern zwei Stunden lang versucht mich auf der eigens eingerichteten Homepage www.einreiseanmeldung.de zu registrieren.

Update 26.11. – 10:00 Uhr

Seit 10 Stunden zeigt mir die Seite an – „Die Verschlüsselung Ihrer Daten wird geprüft“    Eine nochmalige Eingabe führt zu dem gleichen Ergebnis.

Ich fülle den Zettel jetzt mit der Hand aus…

 

Was mir aber am meisten auf den Zeiger geht:

Das Wiederaufleben des Föderalismus. Jeder Landesfürst meint hier seine eigenen Regeln aufzustellen und insbesondere mein fränkischer „Club-Freund“ und Namensvetter Markus S. versucht sich als „Hardliner“ zu profilieren.

Aus alten Erzählungen kenne ich die Situation nach dem zweiten Weltkrieg, als es zwischen Limburg (amerikanischer Sektor) und Diez (französischer Sektor) eine Zollschranke gab.

In der aktuellen Situation fehlt nicht mehr viel und man kann diese Instrumente wieder an den Grenzen der Bundesländer aus dem Keller holen.

Die Situation ist schwierig genug und ich vermisse ein Machtwort der Kanzlerin, dass hier regionale Interessen zurück zu stehen haben. Ganz schwach, Frau Merkel !

In dem einen Bundesland dürfen sich 5 Personen treffen, im anderen 10

In einem Bundesland waren Baumärkte offen, im anderen nicht.

Phasenweise mussten Gaststätten um 23 Uhr schließen – schläft das Virus dann ?

Oder merkt das Virus, ob es sich in Hessen oder Bayern befindet ?

Es blickt doch keiner mehr durch !

Das allerschlimmste: Per Dekret werden ganze Berufszweige in den Ruin getrieben.

Das ganze Volk hat die Hosen voll und wir sind auf dem besten Weg uns zu einer Gesellschaft zu entwickeln, in der Denunziantentum groß geschrieben wird.

Teilweise wird in der Öffentlichkeit dazu aufgerufen, den Nachbar anzuzeigen, wenn ein Fehlverhalten vermutet wird.

Willkommen in der DDR 2.0 – „Stasi“ is back !

Für mich eine ganz fatale Erkenntnis aus der Entwicklung der letzten Monate:

Für junge Leute lohnt es sich nicht unternehmerische Risiken einzugehen !

Derjenige, der sich ein Polster aufgebaut hat und bis März 2020 sparsam gewirtschaftet hat, erhält keine Hilfen.

Derjenige, der bis März 2020 immer auf Kante gelebt hat, viermal im Jahr im Urlaub war, bekommt – wenn auch erst nach zahlreichen Prüfungen – Hilfe.

Auf diese Idee können nur Leute kommen, die sich nie in ihrem Leben Gedanken machen mussten, wo denn die monatlichen Einkommen auf dem Konto eigentlich herkommen.

Kein Wunder, dass mittlerweile eine Anstellung im öffentlichen Dienst der bevorzugte Berufswunsch der 18-20 jährigen ist.

Wenn wir uns aber zu einem Volk von Beamten, risikoscheuen Gesellen und Petzern entwickeln, empfehle ich schon mal vorsorglich sich zu informieren, wie denn das Leben in den 70er und 80er Jahren in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik so von statten ging – mit diesem Lebensstandard wird es nämlich für die meisten enden !

 

Wenn ich einen Wunsch frei hätte:

Merkel, Altmeier, Scholz, Spahn und Co (ich kann Sie alle – genauso wie auch Jogi Löw – nicht mehr sehen !) sollten für drei-sechs Monate ihre Ämter ruhen lassen und die Elite der deutschen Wirtschaft übernimmt das Ruder in Berlin, bis das Corona-Thema vorbei ist.

In dieser schwierigen Situation brauchen wir erprobte Krisen-Manager und keine „Babbler“ !

Alles was am Kabinettstisch sitzt, hätte in der freien Wirtschaft keine Chance.

Einer hats ja auch bei Bilfinger probiert – wir wissen alle wie es ausgegangen ist…..

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