Offener Brief an den DFB-Präsidenten Reinhard Grindel

1 Juli 2018 von Max Kommentieren »

Sehr geehrter Herr Grindel,

die nachfolgenden Zeilen sind nicht aus der Emotion, sondern nach einer „Cool-Down-Phase“ von 72 Stunden entstanden.

Wir können an der Spitze nur erfolgreich sein, wenn es an der Basis stimmt.

Nachzulesen sind diese Worte auf Ihrem Profil auf der Website des europäischen Fussball-Verbands UEFA.

Ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung versichern: „An der Basis stimmt es !“

Aber ich kann Ihnen ebenfalls versichern: „Noch nie war die Spitze so weit von der Basis entfernt, wie heute !“.

Und da müssen Sie sich als verantwortlicher Präsident des DFB die Frage gefallen lassen:

Warum ist das so ?

 

Fangen wir mit dem Ende an:

Nach einer unterirdischen Leistung scheidet die Deutsche Fussball-Nationalmannschaft bei der WM 2018 in Russland in der Vorrunde aus. Vor 80 Jahren – (ich bin ein Jahr jünger als Sie) also weit vor unserer Geburt – ist das zum letzten Mal passiert. Schon als kleiner Junge war ich immer stolz auf die Bilanz UNSERER Mannschaft bei WM-Turnieren und dann so eine Schande !

Doch tatsächlich finden sich 500 aufrechte Fans am Frankfurter Flughafen ein, um das Team zu empfangen. Die hatten keine Tomaten und auch keine faulen Eier als Munition dabei, sondern lediglich den Wunsch einen Blick auf Ihre Idole zu erhaschen. Außer Marco Reus, der einem Buben einen Autogramm gibt, werden alle Spieler in abgedunkelten Limousinen „aus der Gefahrenzone“ gebracht.

Soll ich Ihnen dazu mal die Meinung des Volkes sagen:

Normalerweise hätten die Spieler mal – wie jeder normale Bürger auch – durch die Passkontrolle marschieren müssen, am Gepäckband auf Ihren Koffer warten und durch den normalen Ausgang den Flughafen verlassen müssen.

Soviel als erstes zum Thema „Entfernung von der Basis“

 

Überflüssig wie ein Kropf

Nach dem glücklichen Sieg über Schweden gab der Siegtorschütze Toni Kroos zu Protokoll „Viele in Deutschland haben uns das Ausscheiden in der Vorrunde gewünscht“

Siegtorschütze hin oder her. Da erwarte ich von Ihnen als Präsident, dass man sich den Spieler für solch einen Spruch dann mal zur Brust nehmen und rasieren. Dieser Satz war eine Beleidigung für alle, die mit der Mannschaft mitgefiebert haben.

Aber selbst wenn es so wäre: Dann muss dem guten Toni auch mal gesagt werden „mach Dir mal Gedanken, warum das so ist !“

Der nächste Kilometer zum Thema „Entfernung von der Basis“

 

„Jubel-Rüpel“

Zwei kleine Albaner im Trikot der Schweizer Elf mischen die Serben auf und machen anschließend vor dem serbischen Publikum eine Geste, wo Du normalerweise nicht mehr lebend von einem serbischen Marktplatz runter kommst. Der Schweizer Verband nimmt die beiden sofort in Schutz und gewährt Ihnen Rückendeckung. Zwei ihrer Mitarbeiter ballen vor der Schweden-Bank nach einem hochdramatischen Spiel die Becker-Faust und sie werfen die beiden den Medien zum Fraß vor.

Die beiden haben in der Situation mehr Feuer und Leidenschaft gezeigt, als die Mannschaft in 270 Minuten.

Und außerdem: Seit dem 24. Juni 1958 in Göteborg hatten wir noch eine Rechnung mit den Schweden offen. Gegen das was damals in Sachen „Fair-Play“ passiert ist, war das hier ein „Mückenschiss“. Wehrlos wurde eine Strafe der FIFA akzeptiert – hat eigentlich keiner von Euch gesehen, dass der schwedische Betreuer, der sich hier als „Oberschubser“ betätigte, viel eher eine Strafe verdient gehabt hätte ?

An den Schweizern sollten Sie sich eine Scheibe abschneiden, wie die hinter ihren Leuten gestanden haben.

 

Erdogan-Affäre

Hinter Özil und Gündogan haben Sie gestanden, aber Sie haben völlig unterschätzt, wie diese Aktion an der Basis wahrgenommen wurde. Das war eine absolute „No-Go-Nummer“ und wenn Sie unter allen Fans eine Umfrage machen, bin ich mir sicher dass 80% + x sagen: „Die beiden hätten nicht ins Aufgebot für diese WM gehört.“ Es wäre Ihre Pflicht gewesen hier auf den Tisch zu hauen und zu sagen: „Leistung hin oder her, so etwas geht auf gar keinen Fall !“ Bei aller Multi-Kulti-Vielfalt und No-Racism-Gedöns. Ein deutscher Nationalspieler kann sich nicht hinter einen türkischen Präsidenten stellen (und hinter den aktuellen schon grad gar nicht !) – dann soll er für die Türkei spielen.

Was wäre denn gewesen, wenn der Thomas Müller ein Foto mit Gauland gepostet hätte ?

Diese Aktion lastete seit dem Auftauchen der Bilder bis heute wie ein Schatten über der Mannschaft und war mit Sicherheit auch ausschlaggebend dafür, das Mesut Özil in den beiden Spielen, wo er eingesetzt wurde, eine unterirdische Leistung abgeliefert hat. Und ich bin mir sicher, dieses Thema wird auch nach der WM nicht ausgestanden sein. Er wird beim nächsten Heimspiel ein gellendes Pfeifkonzert zu überstehen haben – und ich sage Ihnen hier: Völlig zurecht.

Und ich weiß auch jetzt schon: Sie werden das wieder nicht verstehen und ihr Unverständnis über das Publikum kundtun – warum ? Weil Sie meilenweit von der Basis weg sind !

Vor Ihrem spanischen Kollegen ziehe ich den Hut. Der hat knallhart und konsequent reagiert !

 

Ämterhäufung

Es gibt gewiss viele Baustellen im DFB. Für mich ist es völlig unverständlich warum Sie dann auch noch den Posten im FIFA-Rat und im UEFA-Exekutiv-Komitee angestrebt haben.

Nehmen Sie mir die folgenden Worte bitte nicht böse, aber viele Menschen in unserem Land sehen das genauso

Aus meiner Sicht hätten hier Fussball-Fachleute (von denen wir nun ja weiß Gott genügend in diesem Land haben) an diese Position gehört. So wird Fussball-Deutschland in den internationalen Gremien von jemand vertreten, der zwar politisch gut vernetzt ist, dem aber jedwede fussballerische Kompetenz in der Praxis fehlt. Vor zehn Jahren gab es eine Riesen-Diskussion als der damalige Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters den Posten des DFB-Sportdirektors übernehmen sollte. Da hiess es auch „dem fehlt der Stallgeruch“. Das ist bei Ihnen -mit Verlaub – nicht anders.

Sie hätten bei mir große Pluspunkte gesammelt, wenn Sie gesagt hätten „ich konzentriere mich auf die Arbeit zu Hause um hier die Bindung zwischen dem Amateurfussball (dessen Lobbyisten Sie ja gewählt haben) und dem Profi-Fussball zu fördern.

So erwecken Sie bei mir leider den Eindruck: Der Grindel ist mediengeil und will überall dabei sein.

Wo wir gerade bei dem Thema sind: Wenn Sie schon am Trog bei der FIFA sitzen, dann hauen Sie wenigstens da mal auf den Tisch und weisen dem Herrn Infantino die Grenzen auf. Zu dem gibt es im Volk nur eine Meinung: Der ist noch schlimmer als der Blatter !

Und noch was: So schön der Platz auf der Ehrentribüne mit der schönen Akkreditierung um den Hals auch ist, nehmen Sie sich mal ein Beispiel am Schalke-Präsidenten Clemens Tönnies. Der steht regelmäßig bei Spielen auch mal in der Nordkurve – für den Kontakt zur Basis sehr hilfreich !

 

Vier-Jahres-Vertrag für Löw und sonstige unnütze Ausgaben

Nicht nur ich frage mich, was hat Sie denn bei dieser Nummer geritten ?

Völlig ohne Not bringen Sie den Verband in die mißliche Situation, jetzt nicht frei reagieren zu können.

Jeder halbwegs kluge Kaufmann hätte gesagt: Erst Leistung – dann reden wir über den neuen Vertrag.

Die Leistungen in der Vergangenheit interessieren da nicht. Die wurden – völlig zurecht – fürstlich entlohnt.

Nach der blamablen Vorstellung in Russland ist doch jedem klar, dass auch die Trainerfrage gestellt wird. Was ist denn, wenn Sie zu der Entscheidung kommen, wir trennen uns und der Bundestrainer zeigt sich unkooperativ ? Dann können Sie eine Abfindung in achtstelliger Höhe (10 Mio +x) zahlen ! Natürlich kann man sagen „der DFB hat’s ja“, und es ist ja nicht Ihr Geld, was Sie dafür ausgeben. Genauso wenig wie der Kai Dieckmann als Ihr „Social-Media-Berater“ von Ihnen bezahlt wird. Mich würde schon mal interessieren, was der kostet – Sie können mich gerne eines Besseren belehren. Ansonsten wird’s der Rafael Buschmann  (Football-Leaks) wohl hoffentlich irgendwann herausfinden und kommunizieren.

In Sachen „Freshfields-Report“ haben Sie und der DFB sich auch nicht mit Ruhm bekleckert.

3,5 Millionen Euro für 361 Seite „Nichts“. Alte Seilschaften sollten aufgedeckt werden. Die wichtigste Erkenntnis für mich war hierbei mit zwei, drei Mausklicks festzustellen:

Es gibt auch neue Seilschaften.

Ich verweise auch auf den Spiegel-Artikel „Prima Friedrich“ vom 02.06.2018 und stelle provokant fest: Warum sollte es beim DFB besser sein als bei der FIFA ?

 

Interessenskonflikte und Nebengeschäfte

In der heutigen digitalen Welt bleibt nichts lange unentdeckt. Ich finde es schon sehr grenzwertig, dass der Bundestrainer und zwei seiner Spieler den gleichen Berater haben. Noch grenzwürdiger wird das Ganze dadurch, dass ausgerechnet diese beiden Spieler dann „mit ihrem Präsidenten“ (leider waren Sie es nicht) ein Urlaubsfoto machen.

Was noch viel schlimmer ist: Ihr Sportdirektor ist an einer Firma namens „Projekt B“ beteiligt, die unter anderem einen der medial am meisten beachteten Transfers während der WM-Vorrunde abwickelte. Den Wechsel von Julian Nagelsmann zum RB Leipzig – genau einen Tag vor dem Schweden Spiel.

Aber vielleicht wissen Sie ja gar nicht, dass Oliver Bierhoff an der Firma von Marc Kosicke beteiligt ist. Ein Blick ins Handelsregister klärt das auf Und das „B“ steht sicherlich nicht für Bier, Brezn und Bayern, wie Marc Kosicke in einem Interview bei Spox.com erzählte.

Jetzt sage ich Ihnen mal wie „Projekt A“ aussehen sollte: Ich erwarte von einem Präsidenten der Werte wie Transparenz, Glaubwürdigkeit und „Compliance“ predigt, dass er mit seinem Sportdirektor ein ernstes Wörtchen redet und ihn vor die Wahl stellt: Entweder bist Du beim DFB angestellt oder du bist Berater. Bitte entscheide Dich, aber beides zusammen geht nicht !

Das ist ja bildlich gesehen das gleiche, als wenn einem Bürgermeister gleichzeitig die größte Baufirma vor Ort gehört. Ich wiederhole mich mit drei Worten und drei Ausrufezeichen: GEHT GAR NICHT !!!

 

Umgang mit Franz Beckenbauer

Was mir schon ganz lange am Herzen liegt, ist Ihnen zu sagen, dass ich den Umgang der neuen DFB-Führung mit Franz Beckenbauer (aber auch mit Horst R. Schmidt und Wolfgang Niersbach) auf Fussball-Deutsch „unter aller Sau“ finde. Der Franz hat sich für die WM 2006 im wahrsten Sinne des Wortes den Arsch aufgerissen, ist ein Jahr um die ganze Welt getingelt und gerade Ihnen als Politiker muss ich doch nicht sagen, dass wenn 22 Männer entscheiden, wo gespielt wird, es nicht auch den ein oder anderen gibt, der vor lauter Schwäche nicht in der Lage ist, seine Hand in die Hosentasche zu stecken. Ob das 5, 10 oder 15 Millionen sind, ist da für mich zweitrangig. Wir reden hier über einen Betrag, den – wenn es dumm läuft – Sie Ihrem Lieblings-Trainer in den nächsten Wochen als Abfindung zahlen müssen. Der Franz hat mit diesem Geld dafür gesorgt, dass wir dafür eine Traum-WM im eigenen Land bekommen haben.

Und Ihr nagelt den Franz ans Kreuz !

Für mich unfassbar, zumal er ja nicht nur für die WM 2006, sondern als Spieler auch für 1966,1970 und 1974 und als Trainer für 1986 und 1990 steht.

Bestraft gehören zuerst mal die, die es genommen haben und nicht die, die es gegeben haben

Mir reicht es jetzt !

 

Und damit Sie wissen, wer Ihnen schreibt:

Mein Name ist Markus Stillger, ich bin seit 1997 Mitglied beim Club „Freunde der Nationalmannschaft“ (FdN)

Unser Club heisst immer noch FdN und nicht FdM  (wenn Sie wissen, was ich meine !)

Ich habe in dieser Zeit viele schöne Erlebnisse gehabt, insgesamt 9 Welt- und Europameisterschaften besucht und bis heute mehr Länderspiele gesehen, als unser Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus absolviert hat.

Die älteren Freunde in unserem Club haben mir von Zeiten berichtet wie z.B. 1986 in Mexico, als sie während des Turniers gemeinsam mit der Mannschaft im gleichen Hotel wohnten und abends beim Skatspiel mit dem Teamchef Franz Beckenbauer gefachsimpelt haben. Einer der Freunde (ein gelernter Koch) hat sogar den damaligen Chefkoch Hans Danckert vertreten, als der für 2-3 Tage außer Gefecht war.

Dass das heute nicht mehr so sein kann, ist absolut verständlich.

Aber ich habe in den letzten Jahren zusehends feststellen müssen, dass ich mich mit diesem kommerziellen Gehabe, dem Starkult für oft mittelmäßige Leistungen und mittlerweile völlig überteuerten Preisen nicht mehr identifizieren kann. Und ich habe den Eindruck, dass ich bei weitem nicht der einzige bin.  Ein Reiseangebot über 15.000 Euro für eine Woche Achtelfinale in Moskau – seid Ihr eigentlich noch ganz klar oder habt Ihr jeglichen Bezug zur Basis verloren ?

Der Fussball wandert auf einem ganz schmalen Grat und ich hatte das Gefühl, dass nicht nur „Die Mannschaft“ (dieser künstliche Ausdruck sollte nach meiner Meinung schnellstens verschwinden) ohne Leidenschaft gespielt hat, sondern auch das „Volk“ dahinter schon wesentlich motivierter bei Turnieren mitgefiebert hat. Und ganz ehrlich: Ich vermisse auch unsere Nationalfarben schwarz-rot-gold auf dem Trikot (Artikel 22 Absatz 2 Grundgesetz) ! Wer auch immer die ausgesucht hat: Setzen Note Sechs !

Nach allem was ich geschrieben habe, denken Sie sicher:

Jetzt kommt der mit der Rücktrittsforderung für den Löw und evtl. auch für mich.

Nein es ist noch schlimmer

 

Macht was Ihr wollt – es interessiert mich nicht mehr !

Ich überlege ernsthaft meine Mitgliedschaft beim Club der „Freunde der Nationalmannschaft“ zu kündigen.

So wie es momentan bei der Nationalmannschaft läuft, ist das nicht mehr meine Welt und mit dem dort gesparten Geld unterstütze ich lieber junge Sportler außerhalb des Fussballs.

Die kennen wenigstens noch die Werte: Dankbarkeit, Leidenschaft und Begeisterung.

Über die Osterhasen mit Ihren Kopfhörern und Tätowierungen, wo der Friseur wichtiger als der Physio und die Instagram-Fotos wichtiger, als die Note im Kicker-Sportmagazin sind, will ich mich in meinem Leben nicht mehr aufregen !

Mit sportlichen Grüßen

Markus Stillger

74 Kommentare

  1. Rasche, Siegbert sagt:

    Dieser Kommentar trifft genau den Kern der Sache. Der Amateurfußball wird von DFB und DFL komplett im Stich gelassen, sagt ein Mensch der mehr als 30 Jahre Funktion in einem Amateurverein hatte. Es geht nur noch um den Kommerz. In den 70er und 80er Jahren war ich öfters bei Länderspielen anwesend. Jetzt lasse ich sogar den Fernseher bei LS aus. Unmotivierte Spieler brauche ich mir nicht anzusehen. Sky gibt es bei mir nicht. Besuche bei Ligaspielen mache ich, wegen der Atmosphäre, zur Zeit noch.

  2. Manfred Kock sagt:

    Super. Alles auf den Punkt gebracht.

  3. Enrico sagt:

    ….wer im Nationaltrikot die Hymne seines Landes, welcher jeder einzelne Spieler nunmal vertritt, gar nicht singt, hat in meinen Augen in keiner Nationalmannschaft etwas zu suchen…
    „Die Mannschaft” hat doch schon seit einiger Zeit nichts mehr zu tun mit Leistung oder gutem, anschaulichen Offensivfußball, wohl eher mit Hochglanzwerbung ohne Ende, sorry aber das ist nur noch Personenkult…

  4. Sorry, hier ist leider der wichtigste Zweck (Aufarbeitung der WM, Transparenz beim DFB) mit persönlichem Pathos und Unwahrheiten gemixt worden.

    Gegenkommentar auf meine Webseite,

  5. Johannes K. sagt:

    Lieber Markus Stillger,
    Ihren Brief unterschreibe ich als aktiver Fan und Stadiongänger zu 100 %. Ich würde noch einen weiteren Schwerpunkt setzen: Den Verfall der aktiven Fankultur durch bzw . nach der Gründung des sog. “ Fanclub Nationalmannschaft“, der mich ins Knochenkmark getroffen hat. Ich habe Anfang der 2000er – Der Deutsche Fußball lag mehr oder weniger am Boden – völlig unwichtige Testspiele gegen die Färöer Inseln und Österreich besucht, ich habe in München die bittere 1:5 Pleite gegen England erlebt, ich war beim mitreissenden Relegationsspiel gegen die Ukraine in Dortmund unter Völler. Momente die man nie vergisst. Manchmal wünsche ich mir diese Zeit zurück, in der die Eintrittskarten völlig normal über die Deutschen Fanprojekte zu erbwerben waren und es sehr günstige reiseangebote gab. Zum Vergleich: Bis zum Achtelfinale Russland 15. 000€ . Das Dietmar Harmann – Tor in Wembley im Jahr 2001 gab es für schlappe 180 € An – und Abreise zu buchen. 7000 Deutsche Supporter in Wembley, es war wundervoll. Was ist aus all diesen Zuständen nur geworden ? Man hat den Eindruck, der DFB hat gar kein Interesse mehr an den wahren und richtigen Fans, die einfach ihr Land supporten wollen. Stattdessen lässt man sich durch einen großen Getränkekonzern ( zweifelhaft beim Zusammenhang Sport und Gesundheit !) die Papptafeln hochhalten. Es ist einfach nur bitter, was man mir genommen hat. Ob sich das je wieder ändern wird ?

  6. Max sagt:

    Bei all den Spielen, die Sie genannt haben war, ich auch dabei ! Und ich kann alles nur bestätigen. Es ist zum Heulen ! Beim letzten Spiel in Wembley saß der gute Rolf Rüssmann (Gott hab ihn selig) neben mir auf der Tribüne. Ich konnte mir nicht verkneifen vor Spielbeginn die angenehme Unterhaltung mit den Worten „Wenn wir heute hier nicht gewinnen, treten wir den Engländern wenigstens den Rasen kaputt“ zu eröffnen. Was haben wir gelacht…

  7. Harry sagt:

    100% richtig!
    genau meine Meinung

  8. Dors sagt:

    Richtig.Stimme Ihnen zu. Nur was die Schweizer Nationalmanmschaft und die 2 Albaner betrifft , der Verband ist nicht hinter ihnen gestanden. Die 2 Spieler und noch ein weiterer Spieler haben eine Strafe conn der FIFA erhalten. Daraufhin sprach der schweizerische Fussballverband dass die Sache jetzt geklärte ist und dass man froh sei, Politik mit Sport nicht mehr zu mischen

  9. Coisty sagt:

    Hallo Herr Dilger, es ist alles richtig, nur einen Punkt haben Sie vergessen. Die Fans sind doch auf dem Niveau. Die Art Fan, wie Sie es sind und wie ich es auch bin (obwohl in nicht in die Stadien gehe) gibt es sowohl bei der NAtionalmannschaft noch, als auch in den Vereinen, aber die Mehrheit der sogenannten „Fans“ sind doch Leute, die auf den Fußballzug aufspringen, weil der Fußball „hipp“ ist. Diese Leute kaufen sich ein Trikot, anstelle des Designershirts und da spielt es keine Rolle, wenn das 100 Euro kostet. Diese Leute finden es toll, wenn unser Bundestrainer dabei gefilmt wird, wenn er am Strand von Sotschi joggt. Diese Leute sitzen dann aber auch nicht 20 Minuten benommen vor dem Fernseher nach dem Korea-Spiel, sondern diese gehen auf Twitter und warten auf die Kommentare der Spieler aus der Kabine. Ich muss Ihnen die Frage stellen, wer ist die Basis??? Ich meine das nicht negativ, denn all diese Leute haben 2006 zu einem Fest gemacht. Die letzten Turniere wären nicht ansatzweise so toll im Land gewesen, wenn nur Leute wie Sie und ich diese Tuniere gefeiert hätten, sondern alle haben gefeiert und ein großer Teil von „alle“ fordert dieses Marketinggetue und all das, was Sie kritisiert haben. Das Thema Nationalmannschaft läuft seit der Heim-WM alle 2 Jahre auf 180% im roten Bereich und es bedarf es wohl eines solchen Knalls, dass wir alle in die Normalität zurückkehren…vielleicht, aber so lange es immer noch Leute gibt, die ein Monatsgehalt für eine Dauerkarte bei Ihrem Verein bezahlen, die das Fernsehen bezahlen, die wie sie schreiben 10.000 Euro für eine Woche Achtelfinale bezahlen, 250 Euro für ein Panininalbum bezahlen… so lange es diese Leute noch gibt, brauchen wir uns nichts vorzumachen, dass der Schluss zwischen Ihrer Basis und denen da oben wieder glingen wird.

  10. Nic sagt:

    Vielen Dank, Herr Stillger! Alles sehr gut auf den Punkt gebracht und angenehm sachlich formuliert.

    @Danny: bezüglich Sprachkenntnissen würde ich den Ball flach halten. Es sind mehr Rechtschreibfehler in Deinem Text als auf eine Ziegenhaut passen…

    Gruß aus München
    Nic

  11. Erst wenn keiner mehr ins Stadion geht, kommen DIE zur Besinnung. Bleibt aber ein frommer Wunsch …

  12. Erich sagt:

    Ich kann dem Brief von Max Stillger nur zustimmen.
    Er enthält alle wichtigen Punkte für das Versagen unserer Nationalmannschaft in Russland.
    Ohne einen neuen Trainer, der den Stall ausmistet, wird es so weitergehen wir bisher.
    Unsere CONFED-Mannschaft hätte besser abgeschnitten!

  13. Mit 5 Jahren habe ich als Frankfurter und SGE Mitglied ( Fan seit 1963, da gab es noch Holzbänke im Waldstadion und man saß ohne Helm auf dem Tank von Vaters Motorrad) angefangen, im Verein Fußball zu spielen). Ja, die Fußballweltmeisterschaft hat sich dermaßen verändert, dass man besser eine Radtour macht, als zuzuschauen. Sie haben mit Ihrem Brief an Herrn Grindel alles exakt auf den Punkt gebracht und ich bin überzeugt, Millionen Fußballanhänger stimmen Ihnen uneingeschränkt zu. Dafür meinen herzlichen Dank und meinen Respekt! Und noch etwas….wäre J. Löw Trainer in Frankfurt, könnte ich mir nicht vorstellen, dass er sich nochmal ins Stadion trauen würde. Warum,,weil SGE‘ler denken wir Sie! Sportlichen Gruß

  14. Frank Bauer sagt:

    „Bestraft gehören zuerst mal die, die es genommen haben und nicht die, die es gegeben haben.“

    Gehts noch? Was ist denn das für eine Doppelmoral?

    Und wisst Ihr auch, dass wir Leuten wie Beckenbauer die WM in Katar zu verdanken haben?

  15. Sehr gut geschrieben Herr Stillger.
    Meine volle Zustimmung!

  16. Manfred sagt:

    Respekt, das hätten zu 100 Prozent meine Worte sein können. Ich stehe voll und ganz hinter dem, was du geschrieben hast!!!

  17. Max sagt:

    Danke ! Vor allem für den „flachen“ Querpass 😉
    MS

  18. Heinz Appel sagt:

    Sehr geehrter Herr Stillger, selten so eine knallhiarte Analyse gelesen, Respekt! Den Respekt kann man leider der Mannschaft und den Führungskräften leider nicht gestatten. Blutleer die Mannschaft, orientierungslos die DFB – Spitze. Angefangen der miserablen Ergebnisse der Vorbereitung, die völlig idiotische Präsentation von Özil und Gündogan mit Erdogan wäre Anlass gewesen, beide im Vorfeld zu eliminieren! Da war ja Jogi aufgrund seiner Verbindungen zu der Spieler – Mafia schon eingeengt. Das gleiche gilt für den Manager (Transfer Nagelsmann nach Leipzig ). Untragbare Zustände beim DFB. Die Mafia Löw brachte es sogar fertig, Co – Trainer wie Schneider oder Sorg zu installieren. Beide, nochmals beide sind absolute Pflaumen, welche im Trainergeschäft nie was gerissen haben, absolute Versager, aber Bundestrainer!.Das gleiche gilt für den Spezi von Löw, Frank Wormuth. Als Trainer immer gescheitert, aber plötzlich Chef in der Sporthochschule Köln, Ausbildungschef der Lizenztrainer! Unglaublich, oder? Ein Spezi halt von Löw. Muss Frank Wormuth eines zu Gute halten, in der Theorie ein Genie, aber im Trainergeschäft konnte er das nie umsetzen. Bin mal gespannt, wie es in der Ehrendivision läuft. Die Entscheidung des DFB für Löw wird sich bitter rächen sofern er nicht den Laden gnadenlos ausmistet! Müller, Khedira, Özil, Gündogan, Gomez, Hector, Rüdiger, alle eliminieren. Boateng und Draxler in Frage stellen, was hat Draxler bisher in der Nationalmannschaft gebracht? Nichts! Es ist nur meine Analyse und diese natürlich subjektiv, weiß aber, daß viele genau so denken! Mit freundlichen Grüßen

  19. Tom sagt:

    @Danny 4.Juli 2018 13:31h

    1. wer Söder mit Erdogan gleichsetzt, disqualifiziert sich schon per se als ernstzunehmender Diskussionsteilnehmer.

    2. Sie werfen dem Autor Populismus vor . Dazu mein Gedanke: Sie scheinen sich in dieser Disziplin sehr gut auszukennen

    3. hier herrscht ein gewaltiger Glashausalarm !
    weshalb?
    Nun, Sie missachten die „das“ und „dass“-Regeln, glänzen mit Wortneuschöpfungen, Ihre Satzstellungen haben mit der Deutschen Sprache häufig eher wenig zu tun … und während es bei Markus Stillger Satzzeichen im Überfluss gibt, fehlen bei Ihnen fast gänzlich Kommata.
    Wissen Sie, ich würde das alles gar nicht explizit hervorheben, weil man nie weiß, ob „Deutsch“ die Muttersprache eines Foristen ist, oder nicht … aber: wenn jemand auf solch´ dreiste Art und Weise über mangelnde Sprachkenntnisse schreibt, und selbst mit der Sprache so sorglos umgeht,dann gestatte ich mir diese Anmerkung.
    Sie haben Recht, auch im Ausgangs-Beitrag von Markus Stillger sind diesbezügliche Fehler und Schwächen enthalten –
    aber Sie, Danny, scheinen nicht gerade geeignet dazu zu sein, dies zu kritisieren

    4. warum genau ist dieser offener Brief „eine Ohrfeige für jeden Fußballfan“ ?
    kann es sein, dass Sie sich der bedeutung dieser Formulierung/Phrase nicht im Klaren sind ? kann ja mal passieren – aber : bei Ihren Ansprüchen? ich bitte Sie …

    5. woher genau rühren Ihre Emotionen ?

    6. eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Ihrem Text spare ich mir – siehe 1.)

  20. Hans Klemm sagt:

    In nur zwei von Deinen vielen angesprochenen Punkten im „Offenen Brief“ an den DFB-Präsidenten, der besonders im MDR eine Flut von mehrheitlich überwältigenden positiven fast 650 (!) Lesermeinungen folgen ließ und auch in den anderen Medien für eine nicht alltägliche riesige Resonanz sorgte, widersprach ich Dir am 01.07.2018. Mein Gefühl sagte mir einfach schon bei meinem Kommentar, dass Du zu den beiden sogar von der Presse als „Rüpel – Jubler“ bezeichneten DFB-Offiziellen, Behlau und Voigt, nicht erst seit diesem negativen Vorfall, der allerdings Deinerseits anders bewertet wurde, einen näheren Draht zu haben scheinst.

    Da nun aber überraschend zwischenzeitlich bekannt wurde, dass speziell gegen den DFB-Bürochef sowie gleichzeitigen Vorsitzenden des sicherlich auch Dir nahen „VfL Limburg 07“, Georg Behlau, wegen verschiedener möglicher „Ungereimtheiten“ und damit verbundenen angeblichen Verletzungen des internen Regelwerkes des Dachverbandes unseres Landes in seinem Verein ermittelt wird, ist natürlich wesentlich unangenehmer als die von der FIFA an den DFB auferlegte Strafzahlung in Höhe von 5.000 Schweizer Franken!

    Glück hatte der Limburger bei diesem nicht alltäglichen Gerangel ohnehin trotzdem. Als er nämlich die körperliche Antwort für sein Zeigen der „Becker-Faust eines schwedischen Betreuers in Form eines mächtigen Remplers erhielt, entpuppte sich dieser muskulöse Schwede als ehemaliger ca. 15 Jahre lang treu dienender oberster Bodyguard der Königsfamilie! Der Freudenausbruch über das gerade von Kroos erzielte Kunststoßtor, das im Nachhinein allerdings wertlos blieb, hätte demnach für Behlau auch noch länger andauernde Folgen haben können……..

    Bleibt nun nur noch zu hoffen, dass sich alle Verdachtsmomente nicht bestätigen oder sogar noch ausweiten und die „Betreuer“ ihre lukrativen Posten im ohnehin derzeitig angeschlagenen DFB auch zukünftig behalten dürfen, während Du wohl noch ein wenig auf die Antwort von Herrn Grindel warten dürftest!

    Sportliche Grüße!

    Hans Klemm

  21. Thomas Schneider sagt:

    Der Brief kritisiert sicher zu Recht die zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs und Abgehobenheit des DFB, sowie die stark abnehmende Glaubwürdigkeit der Fußballfunktionäre. Aber das sind auch lange bekannte Tatsachen, die man gerne beklagen kann, ändern wird sich hieran vermutlich erst etwas, wenn Zuschauer ausbleiben. Das aber sehe ich auf absehbare Zeit eher nicht. Einige Punkte jedoch stören mich allerdings auch an diesem Text: In letzter Zeit schreien immer einige Leute, dass sie für das Volk sprächen, oder gar das Volk repräsentieren. Das halte ich für vollkommen abwegig und eher irritierend. Ich glaube, jeder hat ein Recht, sich eine eigene Meinung zu bilden, was nicht zwingend gleich ein ganzes Volk (was ist das eigentlich?) für sich zu vereinnahmen. Die Aussagen zu Özil sind, was seine Leistung in Russland angeht, schlicht falsch. Ich zitiere hier mal die 11 Freunde: „Gegen Südkorea! War Özil, Überraschung, überragend. Nach Toni Kroos die meisten Pässe gespielt, herausragende 62 Prozent seiner Zweikämpfe gewonnen und vor allem – aus dem freien Spiel heraus sieben Torchancen vorbereitet. Das gelang noch keinem Spieler im Laufe dieser Weltmeisterschaft. Aber diese Körpersprache! Übrigens der vielleicht größte Schleicher des Weltfußballs: ein gewisser Lionel Messi. Und der kann bekanntlich auch nichts.“
    Ich hätte Özil und Gündogan auch nicht zur WM mitgenommen, aber nicht wegen irgendwelcher Zweifel an ihrer nationaltreue oder so einem Quatsch, sondern weil die Fotoaffäre einfach nur für Unruhe gesorgt hat und die kann man bei einer WM nicht gebrauchen.
    Özil wird immer wieder auch herangezogen als vaterlandsloser Geselle, weil er die Hymne nicht mitgesungen hat. Geschenkt. Khedira hat gesungen und war grottig. De Bruyne hat auch nicht gesungen und die Belgier eine Runde weiter gekickt.
    Fußball ist ein Mannschaftssport und die Mannschaft hat verloren. Punkt. Einzelne Spieler zu Sündenböcken zu erklären ist weder fair den Spielern gegenüber, noch als Erklärung für die Niederlagen geeignet. Im Übrigen sollten sich alle mal ein wenig locker machen. Das Ausscheiden in der Vorrunde ist bisher noch fast allen Weltklassemannschaften passiert. Deswegen muss man nicht gleich Amok laufen.

    Was das Verhalten der DFB Funktionäre gegenüber den Schweden angeht, so war deren Verhalten einfach nur unterirdisch. Da muss man als Rechtfertigung für ein solches Verhalten nicht irgendwelche „Schanden“ von Anno Duzmichmal heranziehen. Das war extrem unsportlich und wurde völlig zu Recht sanktioniert. So fett haben wir übrigens auch nicht gewonnen gegen Schweden, dass ein solches Verhalten auch nur erklärbar gewesen wäre.
    Meine Meinung….ich erhebe nicht den Anspruch für irgend ein Volk zu sprechen.

  22. Lieber Herr Stillger,
    Sie haben alles gesagt was gesagt werden mußte. Hoffentlich löst Ihr Brief an den DFB etwas positives aus. Ich kann Ihnen bei allen angesprochenen Themen nur Recht geben. Der Herr Grindel ist doch nur zur Selbstverherrlichung dabei, genauso wie Herr Infantino bei der FIFA..
    Lassen Sie den Ball nicht fallen. Ihr Mahnschreiben an Herrn Grindel gilt für den gesamten DFB inclusive Oliver Bierhoff.
    Beste Grüße,
    Ulrich Eckhardt

  23. Rainer Hotter sagt:

    Vielen Dank Herr Stillger!

    Sie haben nicht nur meine Meinung in Worte gefasst!
    Sie sprechen für vermutlich fast ganz Deutschland!

    Danke

  24. Hans Klemm sagt:

    Hallo, Markus Stillger!

    Deine mutige Aktion, einen „Offenen Brief“ sehr ausführlich und konkret gegen den DFB-Präsidenten, Herrn Grindel, zu wagen, ist scheinbar bisher von ihm unbeantwortet geblieben. Stimmt das?

    Wenn ja, ist davon auszugehen, dass seine für Ende dieses Monats ganz offiziell erwarteten Gründe, die zum vorzeitigen Ausscheiden unserer „Mannschaft“ führten, auf jeden Fall nicht zu allen von Dir genannten Punkten Stellung genommen wird…….

    Allerdings wäre es schon in seiner gehobenen Position anständig gewesen, Dir schon alleine wegen der übermäßig hohen erfolgten Resonanz Deiner in verschiedenen Medien abgedruckten Zeilen, wenigstens zeitnah zu antworten!

    Freundliche Grüße!

    Hans Klemm