Archiv für März 2018

Sperrt das Kellerloch zu!

16 März 2018

Max Stillger zum Thema „Videobeweis“

Jahrzehntelang lebte der Fußball an Montagen und Dienstagen von der Diskussion über die Spiele des vergangenen Wochenendes. War es Abseits? War die Rote Karte berechtigt? War es ein Handelfmeter?

Beim Thema „Handelfmeter“ habe ich längst den Überblick verloren, das legt jeder aus, wie er will und die „Regelmacher“ schauen tatenlos zu.

Aber dafür wird ein „Oberschiedsrichter“ (nichts anderes ist der Videobeweis) eingeführt, der in Köln-Deutz in einem Keller sitzt und von dort aus über Fernsehbilder mögliche Fehlentscheidungen des Referees auf dem Platz korrigieren soll. Das führt zu teilweise kuriosen Szenen, dass das Spiel längst in eine neue Spielphase eingetreten ist, der Schiedsrichter dann eine Handbewegung macht, die wir eigentlich nur von Frau Merkel kennen. Nachdem die eine Mannschaft knapp vorbeigeschossen hat, gibt es 100 Meter entfernt auf der anderen Seite einen Elfmeter und kein Mensch im Stadion weiß mehr warum, weil die Leute nach einem kurzen Aufreger diese Situation abgehakt haben.

Beim holländischen Super-Cup zwischen Feyenoord Rotterdam und Vitesse Arnheim gab es im vergangenen Jahr sogar die kuriose Situation, dass Feyenoord das korrekte 2:0 erzielte, aufgrund einer Situation vorher im eigenen Strafraum aber der Videobeweis zum Einsatz kam und ein Elfmeter für Arnheim gegeben wurde. 1:1 anstatt 2:0. So eine Entscheidung in der 90. Minute nächstes Jahr beim Derby HSV- St. Pauli und die Polizei hat viel Spaß.

Für alle, die dann früher gesungen haben „Schiri, wir wissen, wo Dein Auto steht“ hier als spezieller Service die Adresse:

Cologne Broadcasting Service, Picassoplatz 1 in 50679 Köln – so ändern sich die Zeiten.

Für mich ist dieser Videobeweis alleine deshalb schon überflüssig, weil er den ganzen Spielfluss völlig neu definiert. Nach fast jedem Tor wird erstmal verhalten gejubelt, es könnte ja de gefürchtete Raute (nein nicht der HSV – sondern die Merkelsche Handbewegung) zum Einsatz kommen.

Das noch größere Problem aber: Es ist nicht besser geworden und es ist auch keine einheitliche Linie bei den Entscheidungen zu erkennen. Und anstatt über die Entscheidungen des Schiedsrichters, wird jetzt tagelang über die Entscheidungen aus dem Keller in Köln-Deutz diskutiert.

Das ganze Thema ist völlig unausgegoren. Meiner Meinung nach gehört z.B. das Thema „Abseits oder nicht?“ definitiv in die Verantwortung der drei Herren in Schwarz. Schon alleine aus dem folgenden Grund: Was machen wir denn, wenn der Schiedsrichter abseits gepfiffen hat und der Videobeweis zeigt, es war kein Abseits. Wie soll der Spielzug wiederholt werden? Und die Abseitsentscheidungen sind auch oft am Bildschirm – trotz diverser eingezogener Hilfslinien – nicht eindeutig.

Achtung jetzt kommt der Mathe-Leistungskurs von vor 35 Jahren:

Wenn der Zeitpunkt des Ballabspiels eine Variationszeit von schätzungsweise nur einer Zehntelsekunde hat und ein Spieler wie Timo Werner mit 35 kmh nach vorne unterwegs ist und der Abwehrspieler bewegt sich mit 10 kmh in die Gegenrichtung, dann verschieben sich diese beiden Positionen in einer Zehntelsekunde um 1,25 Meter. Anders ausgesprochen: Die eigentliche „Macht“ bei Abseitsentscheidungen, hat nicht der Oberschiedsrichter, sondern derjenige, der „aufs Knöppje drückt“ und das Fernsehbild anhält.

Ein Ausklammern der Abseitsentscheidungen hätte auch schon mal eine deutliche Reduzierung der Fälle, wo zu diesem Hilfsmittel gegriffen wird, zur Folge.

In England gab es Anfang März bei einem Pokalspiel zwischen den Tottenham Hotspurs und AFC Rochdale (5:2) die kuriose Situation, dass neben diversen Abseitsentscheidungen auch fünf der sieben Tore erst nach Einsatz des Videobeweises gegeben wurden – die Spieler also jeweils eine Minute frierend warten mussten, ehe Sie zum Torjubel ansetzen konnten.

Leute, so macht Ihr das Spiel kaputt – hört auf mit diesem Unsinn oder macht es klar und vernünftig!

Den Worten von Johannes B. Kerner in Doppel-Pass-Runde im nachstehenden Link ist nichts hinzuzufügen

Steht auf, wenn Ihr Deutsche seid !

4 März 2018

Nein liebe „couragierte Gutmenschen“, „Aufkleber-Abkratzer“ und hyperaktive Anzeigenerstatter – ihr könnt Euch wieder hinsetzen, es folgen keine nationalistischen oder gar rassistischen Ausführungen, sondern lediglich ein paar einfache Anmerkungen zur Kapitalmarktentwicklung in den letzten 4-6 Wochen.

Vor gut 6 Wochen (am 23.Januar 2018) markierte der Deutsche Aktienindex (DAX) mit knapp 13.600 Punkten ein Rekordhoch. Ein Jahr vorher (am 23. Januar 2017) notierte der DAX bei 11.565 Punkten und auch zu diesem Zeitpunkt blickten die meisten Aktionäre zufrieden und entspannt aus dem Fenster.

Dieser Tag fiel auf einen Montag. Genau drei Tage vorher war der 45. Präsident der USA, Donald Trump, vereidigt worden und hatte mit seinem Motto „America First“ gleich mal eine schöne Parole „raus gehauen“.

Die Börsen nahmen es relativ gleichgültig hin.

Das für mich entscheidende Fazit des ersten (von hoffentlich maximal vier) Trump-Jahres lautet:

EURO / US-Dollar am 23.01.2017: 1,0765

EURO / US-Dollar am 23.01.2018: 1,2298

Damit hat der vielgescholtene EURO gegenüber dem US-Dollar knapp 15% zugelegt.

Und das, obwohl in Amerika die Zinsen von 0% auf 2% gestiegen sind !

„Make Americe great again“ sieht in meinen Augen anders aus.

Noch drei weitere Jahre in diese Richtung und dann hat es dieser Bursche geschafft, den Wert des Dollars in der Welt zu halbieren.

Aber die Dollarkurs-Entwicklung ist in meinen Augen der Hauptgrund für das, was wir in den vergangenen 4-6 Wochen an unserem Aktienmarkt gesehen haben.

Wie gesagt, nach knapp 18% Anstieg in den vergangenen 12 Monaten, haben wir ca. 12 % davon seit dem 23. Januar wieder abgegeben.

Abgesehen davon, handelt es sich hier keineswegs um einen Crash (davon reden wir bei Kursrückgängen von 30%), sondern um eine normale, vielleicht sogar gesunde Korrektur in einer langfristigen Aufwärtsbewegung.

Die deutschen Unternehmen kommunizieren nach wie vor glänzende Umsätze und Gewinne, die Dividenden der DAX-Werte liegen dreimal so hoch wie vor zehn Jahren – wer verkauft denn in einem solchen Umfeld bei klarem Verstand seine Aktien ?

Ein Blick darauf, wem denn die Mehrzahl der deutschen Aktien gehört, liefert die Lösung. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young befanden sich im Jahr 2015 ca. 56% aller DAX-Aktien im Besitz von Ausländern (und das sind überwiegend Angelsachsen), nachdem dieser Wert im Jahr 2005 noch bei 42% lag.

 

Jetzt setzen wir mal die Sonnenbrille von Onkel Donald auf und rechnen schnell:

Der US-Investor hat in den letzten 12 Monaten neben 18% Kursgewinn auch zusätzlich 15% Währungsgewinn „eingesackt“, wenn er in deutschen Aktien investiert war. Damit hat er fast exakt das gleiche Ergebnis erzielt, wie sein patriotischer Nachbar, der („America First“) im Dow-Jones Index investiert war. Im gleichen Zeitraum (Januar 17 – Januar 18) hat der Dow Jones nämlich um über 30% zugelegt

Ein deutscher Anleger, der hingegen in US-Aktien investiert war, hat von den 30% Kursgewinn knapp die Hälfte über den schwachen Dollar wieder abgegeben.

Wenn jetzt der Heimatmarkt (aus Sicht der USA) etwas „schwächelt“, ist es die natürlichste Reaktion der Welt, dass die Anleger dort schauen, „Wo liegen wir denn weit vorne ?“ und dann dort Gewinne realisieren. Genau das haben wir aus meiner Sicht bei uns in den letzten Wochen gesehen.

 

Und hier schließt sich der Kreis:

Wenn die Amerikaner schon so blöd sind, solide deutsche Aktien auf diesem Niveau auf den Markt zu schmeissen… liebe deutsche Mitbürger: Macht die Schatullen auf, fasst Euch ein Herz und greift zu ! Bei 12.000 Punkten ist der DAX in meinen Augen sehr günstig bewertet !

Eins ist natürlich auch klar: Zum Wesen der Börse gehört es auch, dass die Rutschbahn evtl. erst bei 11.000 oder vielleicht sogar (was ich aber im aktuellen Umfeld nicht erwarte) bei 10.000 Punkten endet.

Wer mit der richtigen Einstellung an die Aktienanlage ran geht (nur Geld investieren, das auch langfristig investiert bleibt) landet am Ende der Rutschbahn weich im Sand, schüttelt sich und auf geht’s wieder zur Leiter, die nach oben führt.

Und selbst wenn die Italiener heute den Berlusconi wieder wählen sollten…

…das ist dann neben Trump, Erdogan, Dutarte einer mehr von der Augsburger Puppenkiste in der Weltpolitik – mit über dreißig Jahren Börsenerfahrung kann ich sagen: Nichts wird so heiss gegessen, wie es gekocht wird.

Die Börse interessiert das langfristig nicht, welcher Kasper in welchem Land gerade das Sagen hat !

Nach wie vor steht meine Prognose:

Im Jahr 2025 winken wir mit dem Schild „25.000 Punkte im DAX“

Wer bei 13.500 gekauft hat, hat ein Gewinnpotential von 85%

Wer die Chance jetzt nutzt und bei 12.000 zugreift, hat ein Gewinnpotential von 108%

So einfach funktioniert Börse.