Limburg First!

16 Februar 2017 von Max Keine Kommentare »

Max Stillger über eine turbulente Woche

Ihr Leut, was war das für eine Woche in Limburg! Eigentlich bräuchte ich da ja drei Seiten, um alles aufzuarbeiten. Die beiden Top-Themen fühlen sich an wie der Klassiker. „Eine gute Nachricht und eine schlechte – welche hätten Sie denn gerne zuerst“ Viele sagen „erst die schlechte“ aber die stelle ich mal hinten an. Ob das Thema „Glockenspiel“ dann ja wirklich auch eine „gute“ Nachricht ist, sei dahin gestellt. Für das Stadtmarketing auf alle Fälle. Für alle Karnevalisten ist es auf jedem Fall eine Steilvorlage für die aktuell laufende Fassenachts-Kampagne. Blaue-Funker Präsident Manfred Thomé überbrückte in der letzten Kappensitzung eine Pause zwischen zwei Auftritten locker mit der Aufforderung ans Publikum: „Jetzt singe mer alle mal sesomme: Fuchs, Du hast die Gans gestohlen“. Interessant ist jedenfalls, wie sich so eine belanglose Meldung,  zu einer Medienlawine entwickeln kann. Hätte der Verfasser der Leberecht-Glosse am letzten Dienstag nicht dieses Thema aufgegriffen – keiner Sau (die „Veganerin“ möge mir den Ausdruck verzeihen) wäre das geänderte Glockenspiel aufgefallen. Apropos Veganerin – hat einer von Ihnen diese Frau mal gesehen? Ich hätte da eine andere (nicht ganz ernst gemeinte Theorie) anzubieten. Vielleicht hat sich ja jemand einen Spass erlaubt.

Ein bisschen Spaß muss sein

Einer der fünf Kandidaten für die Wahl des Bundespräsidenten am vergangenen Sonntag war der Vater des Chefredakteurs der „Titanic“ Martin Sonneborn. Sonneborn ist übrigens der Mann, dem wir eigentlich die Fußball-WM 2006 verdanken, weil er den neuseeländischen Delegierten – den Mann mit der entscheidenden Stimme für Südafrika – damals in der Nacht vor der entscheidenden Abstimmung mit einem gefakten Bestechungsfax so verwirrte, dass der arme Mann sich am nächsten Tag krank meldete.

http://www.zeit.de/sport/2015-10/wm2006-dfb-fifa-faq

Martin Sonneborn sagte vor der Bundspräsidentenwahl: „Mein Vater ist 79 und besitzt einen dunklen Anzug. Er ist prädestiniert für dieses Amt.“ Immerhin haben zehn Delegierte der Bundesversammlung diesem Mann ihre Stimme gegeben. So viel dazu. Und wenn ich mir so manche Bilder von dieser Veranstaltung anschaue, frage ich mich: „War das die diesjährige Kappesitzung vom Bundestag“. Vielleicht hat ja Sonneborns Mutter oder seine Schwester den ominösen Anruf bei der Stadtverwaltung in Limburg getätigt, nach dem Motto : „Ma gugge, ob die da tatsächlich reagiern“

Und den Auftraggeber für diese Aktion müssen wir auch nicht lange suchen, es könnte ja ein Ablenkungsmanöver gewesen sein…

Aber: Das eine ist für mich „Fassenacht“- das andere leider bitterer Ernst. Nach WJD und TBVE hat das Bistum Limburg offensichtlich das dritte große Problem in den letzten 10 Jahren auf dem Tisch.

Kein Spaß

Als ich am letzten Mittwoch die Nachricht hörte, war mein erster Gedanke. Den Jungs bleibt aber auch nix erspart. Das ist ja ungefähr genauso, als wenn RAI Uno meldet, dass im Vatikan bei einer Razzia ein geheimer Swingerclub entdeckt wurde. Aber Bischof Georg Bätzings erste Aktion als Krisenmanager war genau die Richtige: Den Mann beurlauben, und dann „Aufklären, was aufzuklären ist und danach bestrafen, was zu bestrafen ist“ Mehr gibt es diesem unappetitlichen Thema derzeit auch nicht zu sagen. Ich bin überzeugt, dass wir zu gegebener Zeit Ergebnisse hören und diese Sache nicht, wie so vieles in den letzten 500 Jahren unter den Teppich gekehrt wird. Aber – und das kann niemand verleugnen – dank Fuchs, Gans und Hahn ging das ganze Thema doch in der vergangenen Woche etwas unter. Honi soit qui mal y pense.